Jobprofil: Baustoffprüfer

Steckbrief: Baustoffprüfer (m/w/d)

Ausbildung

Ausbildung

Einstiegsgehalt:

2000 €

Work-Life Balance:

Normal (40-45 Stunden)

Spitzengehalt:

4000+ €

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Das Berufsprofil: Baustoffprüfer

Hat der verbaute oder zu verbauende Zement, Mörtel, Beton oder Asphalt die richtige Qualität? Eine Antwort auf diese Frage liefern Baustoffprüfer. Sie kontrollieren auch die Güte von Roh- und Hilfsstoffen, Zwischenprodukten wie Wasser, Gips, Flugasche und Hochofenschlacke und finden heraus, ob Böden oder Untergründe als Baugrund geeignet sind.

Im Bereich Asphalttechnik prüfen sie beispielsweise den Gehalt und die Qualität von bituminösen Bindemitteln und Zuschlaggemischen. Asphalte untersuchen sie auf ihren Hohlraumgehalt, beziehungsweise ihren Verdichtungsgrad. Außerdem nehmen sie genau unter die Lupe, ob Materialien unter bestimmten Umständen zu ermüdungs- und verformungserscheinungen neigen.

Dazu führen sie Triaxial-, Spurbildungs-, Kälte-, Ermüdungs-, Biege- sowie statische und dynamische Stempeleindring-Versuche durch. Baustoffprüfer verstehen sich aber auch auf Gesteins- und Bindemittelprüfungen.

Ihre Arbeit erledigen Baustoffprüfer in mehreren aufeinander abfolgenden Schritten. Zunächst planen sie die Entnahme von Proben auf der Baustelle oder im Gelände. Einmal vor Ort führen sie auch verschiedene Messungen und Tests durch. Versickerungsversuche zum Beispiel, bei denen zur Debatte steht, wie schnell Flüssigkeiten auf einem bestimmten Untergrund versickern.

Mit den entnommenen Proben fahren Baustoffprüfer schlussendlich ins Labor und untersuchen sie. Nach der Auswertung der Tests dokumentieren die Fachkräfte ihre Ergebnisse und verfassen einen Bericht.

Dieser geht mit mit den enthaltenen fachlichen Empfehlungen an die Laborleitung, die zuständigen Ingenieure und den Auftraggeber eines Bauvorhabens.  Der Beruf des Baustoffprüfers ist zweifellos abwechslungsreich und hat aktuell sehr gute Chancen auf dem Arbeitsmarkt. Die Work Life Balance ist meist ausbalanciert.

Wie wird man Baustoffprüfer?

Die Ausbildung zum Baustoffprüfer dauert drei Jahre, ist dual organisiert, findet somit parallel im Ausbildungsbetrieb und Berufsschule statt und kann in diesen Schwerpunkten absolviert werden:

  • Geotechnik
  • Mörtel- und Betontechnik
  • Asphalttechnik

Der Lehrplan sieht zum Beispiel die folgenden Inhalte vor:

  • Lesen und Anwenden technischer Unterlagen
  • Anwenden von Arbeitsstoffen, Baurohstoffen, Bindemitteln, Mischungen und Recyclingmaterialien
  • Probeentnahmen
  • Durchführen von Messungen und Prüfungen
  • Verarbeiten, Auswerten, Aufbereiten und Dokumentieren von Daten
  • Betriebswirtschaftliche Zusammenhänge
  • Baustoffprüfungen planen und vorbereiten
  • Physikalische Eigenschaften von Baustoffen
  • Chemische Eigenschaften von Baustoffen
  • Anorganische Bindemittel
  • Bitumen und bitumenhaltige Bindemittel
  • Gesteine und Böden
  • Betonrezepturen

Die Ausbildung umfasst eine Zwischenprüfung vor Ende des zweiten Ausbildungsjahres und eine Abschlussprüfung nach dem dritten Ausbildungsjahr.

Arbeitgeber: Wer sucht Baustoffprüfer

Baustoffprüfer arbeiten hier:

  • In Laboren
  • Bei Baustoffherstellern
  • Bei Arbeitgebern der Bauwirtschaft
  • In Steinbruchbetrieben
  • In Forschungseinrichtungen

Gehalt: Was verdient man als Baustoffprüfer?

Das Gehalt von Baustoffprüfern staffelt sich während der Ausbildung wie folgt:

  1. Ausbildungsjahr bis 700 Euro
  2. Ausbildungsjahr bis 1.100 Euro
  3. Ausbildungsjahr bis 1.300 Euro

Nach der Ausbildung hängt die Höhe des Einkommens von Region, Branche und der Größe des Arbeitgebers ab. Nicht zuletzt spielt auch die Berufserfahrung eine wichtige Rolle.

Als Einstiegsgehalt können angehende Baustoffprüfer mit einer Summe zwischen 2.000 und 2.200 Euro brutto rechnen. Mit zunehmender Berufserfahrung fließen nach ein paar Jahren zwischen 2.600 und 3.000 Euro im Monat aufs Konto. Wer eine einschlägige Fortbildung absolviert, kann mit einem monatlichen Brutto von bis zu 4.000 Euro rechnen.

Einstiegschancen: Die Aussichten für Baustoffprüfer

In Deutschland geht es der Baubranche schlecht. Der Grund dafür ist nicht etwa in mangelnden Auftragseingängen zu suchen. Vielmehr macht den Betrieben der nachhaltige Fachkräftemangel massiv zu schaffen. Es findet sich einfach kein Nachwuchs und Arbeitgeber können ihre Aufträge nicht in angemessener Zeit abwickeln. Daher haben Baustoffprüfer im Moment insbesondere in der Baubranche beste Berufsaussichten.

Bewerbung: Womit punkten Baustoffprüfer

Womit können Baustoffprüfer in ihrem Anschreiben und Lebenslauf punkten? Folgende Hard und Soft Skills sollten sie erwähnen:

  • Abgeschlossene Ausbildung
  • Gute Noten in Mathe
  • Geduld
  • Präzision
  • Stressresistenz
  • Beratungsgeschick
  • Gutes Ausdruckvermögen
  • Hohe Motivation

Karriere: Die Entwicklungschancen als Baustoffprüfer

Die Karriereperspektiven für Baustoffprüfer sind mehr als gut. Zum Beispiel können die Fachkräfte mit der Weiterbildung zum staatlich geprüften Techniker im Bereich Bautechnik mehr Verantwortung im Beruf übernehmen. Die Fortbildung nimmt zwischen zwei und vier Jahre in Anspruch und berechtigt zur Übernahme von Aufgaben in den Bereichen Bauleitung oder Bauabrechnung.

Wer das Abitur in der Tasche hat, kann auch nochmal über ein Studium im Bereich Bauingenieurwesen nachdenken. Es dauert zwischen sechs und acht Semestern und macht Absolventen für die Bereiche Bauplanung, Bauleitung oder Facility-Management fit.