Jobprofil: Fluggerätmechaniker

Fluggerätmechaniker stellen Bauteile für Flugzeuge her und bauen sie zusammen. Sie kontrollieren und warten Fluggeräte und Triebwerke. Für die Sicherheit von Crew und Fluggästen tragen sie eine große Verantwortung. Fluggerätmechaniker werden in der Alltagssprache auch als Flugzeugtechniker bezeichnet. Die Anforderungen an Auszubildende sind hoch.

Fluggeraetmechaniker Beruf Profil Steckbrief Ausbildung

Fluggerätmechaniker Beruf

Damit Flugzeuge aller Art wirklich abheben und sicher an ihrem Zielort ankommen, müssen sie immer perfekt gewartet sein. Dafür sorgen Fluggerätmechaniker. Während ihrer Ausbildung spezialisieren sie sich auf eine der drei Fachrichtungen Instandhaltungstechnik, Fertigungstechnik oder Triebwerkstechnik.

Triebwerke zerlegen:

In ihrem Arbeitsalltag montieren sie hydraulische Anlagen, inspizieren Triebwerke, zerlegen sie in ihre Einzelteile und prüfen sie. Oder sie kombinieren Baugruppen und übernehmen Aufgaben in der Instandhaltung und Fertigung einzelner Komponenten.

Gefahren ausschließen:

Der Arbeitsfokus liegt darauf, dass die inspizierten oder hergestellten Fluggeräte funktionstüchtig und störungsfrei sind. Fluggerätmechaniker müssen besonders sorgfältig arbeiten und Sicherheitsvorkehrungen einhalten, damit Gefahren für Piloten, Passagiere und Besatzung ausgeschlossen werden können.

Erholung abwarten:

Die Chancen auf dem Arbeitsmarkt stehen für Fluggerätmechaniker grundsätzlich gut. Für den globalen Luftfahrtverkehr werden Fachkräfte benötigt, die Fluggeräte fertigen und instand halten können. Allerdings hat die Coronapandemie mitsamt ihrer Auswirkungen auf Reiseverkehr und Lieferketten die Berufsaussichten in der gesamten Branche zweifelsfrei verdüstert – zumindest auf kurze bis mittlere Sicht.

Schweres Gerät bewegen:

Die Work-Life-Balance im Beruf ist nicht immer ganz ausgewogen. Die Fachkräfte müssen in der Werkhalle und auf dem Rollfeld mit schwerem technischen Gerät umgehen. Das macht die Arbeit zu einem körperlich anspruchsvollen Job.

Fähigkeiten

Fluggerätmechaniker begeistern sich für Technik und Naturwissenschaften – und beherrschen die Grundrechenarten. Darüber hinaus stehen ihnen diese Kompetenzen und Fähigkeiten gut zu Gesicht:

  • Technisches Verständnis
  • Handgeschick
  • Körperliche Fitness
  • Sorgfalt
  • Verantwortungsbewusstsein
  • Zuverlässigkeit
  • Umsicht
  • Teamfähigkeit
  • Englischkenntnisse

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Fluggerätmechaniker Gehalt

Fluggerätmechaniker verdienen normalerweise zwischen 3.800 und 4.000 Euro brutto im Monat. Berufsanfänger steigen mit 2.250 Euro bis 2.750 Euro in den Beruf ein. Mit zunehmender Berufserfahrung kommen monatliche Bruttogehälter von mehr als 4.000 Euro in Reichweite. In der Spitze sind für Flugzeugtechniker mit Führungsverantwortung sogar mehr als 6.000 Euro im Monat drin.

Fluggerätmechaniker Gehalt Lufthansa Technik

Flugzeugtechniker bei der Lufthansa Technik AG kommen der Plattform Kununu zufolge auf ein jährliches Durchschnittsgehalt von 41.700 Euro brutto. Ihre Gehaltsspanne liegt zwischen 27.800 und 66.700 Euro. Die meisten verdienen zwischen 35.580 Euro und 43.360 Euro.

Fluggerätmechaniker Gehalt MTU

Flugzeugtechniker bei der MTU Aero Engines AG kommen der Plattform Kununu zufolge auf ein jährliches Durchschnittsgehalt von 47.300 Euro brutto. Ihre Gehaltsspanne liegt zwischen 33.800 und 66.000 Euro. Die meisten verdienen zwischen 40.240 Euro und 46.680 Euro.

Fluggerätmechaniker Gehalt Airbus

Flugzeugtechniker bei Airbus kommen der Plattform Kununu zufolge auf ein jährliches Durchschnittsgehalt von 57.100 Euro brutto. Ihre Gehaltsspanne liegt zwischen 40.400 und 84.200 Euro. Die meisten verdienen zwischen 49.160 Euro und 57.920 Euro.

Fluggerätmechaniker Gehalt Rolls-Royce

Flugzeugtechniker bei Rolls-Royce Deutschland kommen der Plattform Kununu zufolge auf ein jährliches Durchschnittsgehalt von 51.300 Euro brutto. Ihre Gehaltsspanne liegt zwischen 40.700 und 63.100 Euro. Die meisten verdienen zwischen 45.180 Euro und 54,140 Euro.

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Fluggerätmechaniker werden

Die Ausbildung zum Fluggerätemechaniker nimmt dreieinhalb Jahre in Anspruch und ist dual organisiert. Die Lerninhalte werden sowohl in einer Berufsschule als auch in einem Betrieb vermittelt. Nach der Zwischenprüfung kurz vor Abschluss des zweiten Ausbildungsjahres spezialisieren sich die Azubis auf eine der drei Fachrichtungen Fertigungstechnik, Instandhaltungstechnik oder Triebwerkstechnik. Je nach gewählter Fachrichtung unterscheiden sich die Tätigkeiten.

  • In der Instandhaltungstechnik geht es um die Wartung von Fluggeräten.
  • In der Fertigungstechnik fertigen Flugzeugtechniker Bauteile von Fluggeräten oder ganze Fluggeräte anhand technischer Zeichnungen.
  • Im Fachbereich Triebwerkstechnik stellen sie Teile von Triebwerken und ganze Triebwerke her.

Voraussetzungen

Eine bestimmte Schulbildung ist für die Ausbildung zum Fluggerätmechaniker rechtlich nicht vorgeschrieben. In der Realität stellen die Ausbildungsbetriebe vorwiegend Abiturienten und Realschulabsolventen ein. Hauptschüler haben de facto kaum eine Chance auf eine Lehrstelle. Bewerber profitieren zudem von guten Schulnoten in Werken, Technik, Physik und Englisch.

Von den Ausbildungsanfängern in der Fachrichtung Instandhaltungstechnik im Jahr 2019 hatten nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit

  • 45 Prozent die Hochschulreife
  • 52 Prozent einen mittleren Bildungsabschluss
  • 3 Prozent einen Hauptschulabschluss

Von den Ausbildungsanfängern in der Fachrichtung Fertigungstechnik im Jahr 2019 hatten nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit

  • 45 Prozent die Hochschulreife
  • 53 Prozent einen mittleren Bildungsabschluss
  • 1 Prozent einen Hauptschulabschluss
  • 1 Prozent keinen Hauptschulabschluss

Von den Ausbildungsanfängern in der Fachrichtung Triebwerkstechnik im Jahr 2019 hatten nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit

  • 45 Prozent die Hochschulreife
  • 52 Prozent einen mittleren Bildungsabschluss
  • 3 Prozent einen Hauptschulabschluss

Ausbildung Inhalte

Auf dem Stundenplan stehen in der Zeit der Ausbildung zum Beispiel die folgenden Themen:

  • Techniken und Werkzeuge zur Instandhaltung von Fluggeräten
  • Triebwerke warten
  • Triebwerke und Systemkomponenten in Einzelteile zerlegen
  • Ganze Triebwerke oder einzelne Systemkomponenten herstellen
  • Störungen erkennen und beheben
  • Technische Zeichnungen lesen
  • Umsetzung technischer Zeichnungen in die Praxis
  • Fluggeräte warten
  • Einzelteile zu funktionstüchtigen Systemen zusammenbauen
  • Funktionen überprüfen
  • Störungen beseitigen
  • Fertige Triebwerke testen

Ausbildung Abschlussprüfung

Die Ausbildung zum Flugerätmechaniker dauert dreieinhalb Jahre. Die Zwischenprüfung wird vor dem Ende des zweiten Ausbildungsjahres abgehalten. Nach dreieinhalb Jahren steht die Abschlussprüfung im Kalender. Unter anderem wird von den Azubis erwartet, Montagearbeiten und einen Fertigungs- oder Instandhaltungsauftrag richtig auszuführen. Von den Prüflingen im Winter 2020/21 haben nach IHK-Angaben je nach Fachrichtung zwischen 94,5 Prozent und 97,6 Prozent ihre Abschlussprüfung bestanden.

Ausbildung Gehalt

Während der Lehre können Fluggerätmechaniker je nach Bundesland mit diesen Gehältern rechnen:

  • 1. Ausbildungsjahr: 976 bis 1.047 Euro brutto im Monat
  • 2. Ausbildungsjahr: 1.029 bis 1.102 Euro
  • 3. Ausbildungsjahr: 1.102 bis 1.199 Euro
  • 4. Ausbildungsjahr: 1.141 bis 1.264 Euro

Fluggerätmechaniker Jobs

Fluggerätmechaniker arbeiten vorwiegend bei Luftfahrzeugherstellern und in Reparaturbetrieben von Luftfahrtgesellschaften. Auch die Bundeswehr ist ein populärer Arbeitgeber. Ausbildungsorte der Bundeswehr gibt es in Bayern (Graben, Manching), Brandenburg (Schönewalde), Niedersachsen (Bückeburg, Diepholz, Faßberg, Wunstorf), Nordrhein-Westfalen (Nörvenich), Rheinland-Pfalz (Alflen, Büchel) und Schleswig-Holstein (Husum). Kurz- bis mittelfristig sind die Jobperspektiven in der Luftfahrtbranche aufgrund der Coronapandemie eher schlecht. Langfristig dürfte der globale Flugverkehr jedoch wieder stark zulegen – und mit ihm die Jobaussichten.

Das sind die wichtigsten Arbeitgeber für Fluggerätmechaniker in Deutschland:

Karriere

Nach ihrer Ausbildung sind Flugzeugtechniker bestens für die Arbeit in der Luftfahrtbranche aufgestellt. Doch gerade in diesem Bereich steht die Zeit nicht still. Es wird permanent geforscht und weiterentwickelt. Um hier Schritt zu halten, sind Fortbildungen unumgänglich.

Hier gibt es etwa die Möglichkeiten der Weiterbildung zum:

  • Luftfahrttechniker: Luftfahrttechniker berechnen und analysieren technische Systeme, verfügen über wichtiges betriebswirtschaftliches Know-how und sind in Fachenglisch geschult. Mit dieser Weiterbildung können sie leitende Funktionen übernehmen.
  • Industriemeister Flugzeugbau/Luftfahrttechnik: Industriemeister in Flugzeugbau/Luftfahrttechnik steuern Produktions- und Montageprozesse. Sie koordinieren Mechaniker, Techniker und Betriebswirte. Außerdem sind sie berechtigt, Auszubildende anzuleiten.

Wer sich eher auf eine Fachkarriere fokussieren möchte, kann verschiedene Spezialisierungsweiterbildungen durchlaufen, zum Beispiel in den Bereichen Reparaturverfahren, Bauteile oder Produktionsvorgänge.

Für ausgebildete Fluggerätmechaniker kommt unter Umständen auch ein Studium in Betracht. Vor allem die Studienfächer Luft- und Raumfahrttechnik, Fahrzeugtechnik, Informations- und Kommunikationstechnik, Mechatronik und Wirtschaftsingenieurwesen bieten sich an.

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[Bildnachweis: Juice Flair by Shutterstock.com]

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