Jobprofil: Gießereimechaniker

Steckbrief: Gießereimechaniker (m/w/d)

Ausbildung

Ausbildung

Einstiegsgehalt:

2000 €

Work-Life Balance:

Intensiv (45+ Stunden)

Spitzengehalt:

4000+ €

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Das Berufsprofil: Gießereimechaniker

Maschinen oder Industrieanlagen müssen reibungslos funktionieren. Nur, wenn es im Getriebe nirgendwo ruckelt oder hakt, sind einwandfreie Fertigungsabläufe gewährleistet. Dazu müssen die Einzelteile, aus denen die Anlagen bestehen, millimetergenau zusammenpassen. Dafür sorgen Gießereimechaniker.

Dazu gießen sie heißes, flüssiges Eisen und Stahl, Aluminium, Messing oder Kupfer in spezielle Formen. Diese stammen aus der eigenen Herstellung. Unter Einsatz von CAD – und CAM-Technik stellen Gießereimechaniker diese in hochpräzisen Fertigungsprozessen her.

Damit eine Gussform ausgegossen werden kann, verflüssigen sie die Metalle und notwendige Zusatzstoffe in einem Schmelzofen. Dabei handelt es sich um eine computergestützte Maschine, mit der Gießereimechaniker im laufenden Schmelzprozess permanent verschiedenste Parameter überprüfen können:

  • Temperatur
  • Stofffluss
  • Qualität der Schmelze

Eine stets gleichbleibende Qualität der Metalle gewährleisten sie, indem sie bei Bedarf verschiedene Legierungsbestandteile, Antioxidationsmittel oder Mittel zur Erhöhung der Fließfähigkeit hinzugeben. Wichtig beim Gießprozedere ist außerdem, Lufteinschlüsse aus der Masse zu entfernen. Dazu nutzen Gießereimechaniker spezielle Vakuumpumpen.

Im nächsten Schritt wird die geschmolzene Masse zur Gießstation transportiert, in die bereit stehenenden Gussformen gegossen und erkalten lassen. Sind Form und Gussteil voneinander getrennt, geht’s an den „Feinschliff“. Sind Einschlüsse im Metall? Gibt es Risse, Gasblasen oder Hohlräume? Stimmt das Formstück mit den technischen Vorgaben überein?

Gießereimechaniker nehmen all diese Aspekte genau unter die Lupe und prüfen die Qualität jedes einzelnen Werkstücks. Hat alles seine Richtigkeit, bearbeiten Gießereimechaniker die Gussteile nach. Sie trennen überschüssiges Material ab und reinigen das Fertigungsstück.

Das Jobprofil des Gießereimechanikers ist keines, dem eine wirklich gute Work Life Balance nachgesagt werden könnte. Denn der Beruf kann auf die Knochen gehen – immerhin müssen schwere Werkstücke hin und her gehievt werden. Außerdem sind die Experten regelmäßig sehr hohen Temperaturen ausgesetzt. Zum Schutz tragen sie zwar entsprechende Kleidung. Doch Hitze und Schutzkleidung in Kombination können zu einer schweren körperlichen Belastung werden. Auf dem Arbeitsmarkt stehen die Chancen gut.

Wie wird man Gießereimechaniker?

Wer Gießereimechaniker werden möchte, absolviert eine dreieinhalbjährige duale Ausbildung. Diese findet parallel in Berufsschule und Ausbildungsbetrieb statt. Voraussetzungen, um sich auf einen Ausbildungsplatz zu bewerben, gibt es keine. Allerdings bevorzugen Arbeitgeber Berufsanwärter, die mindestens über einen Hauptschulabschluss, eher über einen Realschulabschluss verfügen.

Während der Lehre stehen unter anderem die folgenden Inhalte auf dem Lehrplan:

  • Bauteile und Baugruppen gießen
  • Gießereitechnischen Systeme
  • Formverfahren
  • Nachbehandeln von Gussstücken
  • Handhaben von Werk- und Hilfsstoffen
  • Steuerungs- und Regelungstechnik
  • Bauelemente mit handgeführten Werkzeugen fertigen
  • Bauelemente mit Maschinen fertigen
  • Technische Systeme instand halten
  • Herstellung von Kernen
  • Herstellen von Legierungen

Die Ausbildung kann in den folgenden Schwerpunkten absolviert werden:

  • Druck- und Kokillenguss
  • Feinguss
  • Handformguss
  • Kernherstellung
  • Maschinenformguss
  • Schmelzbetrieb

Die Lehre sieht eine Zwischen- und eine Abschlussprüfung vor.

Arbeitgeber: Wer sucht Gießereimechaniker

Gießereimechaniker werden in diesen Bereichen der Wirtschaft gesucht:

  • Gießereibetriebe
  • In der Hütten- und Stahlindustrie
  • In Werksgießereien
  • In Fahrzeugbauunternehmen
  • In Maschinenbauunternehmen

Gehalt: Was verdient man als Gießereimechaniker?

In den dreieinhalb Jahren ihrer Ausbildung können angehende Gießereimechaniker in etwa mit diesem Ausbildungsgehalt rechnen:

  1. Lehrjahr bis zu 850 Euro brutto
  2. Lehrjahr bis zu 900 Euro brutto
  3. Lehrjahr bis zu 1.000 Euro brutto
  4. Lehrjahr bis zu 1.100 Euro brutto

Wie hoch das Einkommen eines Gießereimechanikers nach der Lehre ist, hängt in großen Teilen von der Branche, der Region und der Größe seines Arbeitgebers ab, bei dem er arbeitet. Meist liegt das Einstiegsgehalt bei 2.000 Euro.

Mit zunehmender Berufserfahrung steigert es sich im Laufe der Jahre auf bis zu 3.000 Euro. Wer mehr verdienen will, muss Weiterbildungen absolvieren und Karriere machen. Dann sind Einkommenswerte bis 4.000 Euro und mehr realistisch.

Einstiegschancen: Die Aussichten für Gießereimechaniker

Gießereimechaniker haben aktuell gute Aussichten auf dem Arbeitsmarkt. Denn Industriebetriebe sind ähnlich wie das Handwerk massiv von einem Fachkräftemangel betroffen. Heimische Unternehmen finden oft keine Fachleute mehr.

Bewerbung: Womit punkten Gießereimechaniker

Angehende Gießereimechaniker sollten diese Fähigkeiten in ihrer Bewerbung nicht unerwähnt lassen:

  • Handwerkliches Geschick
  • Technisches Verständnis
  • Gute Auge-Hand-Koordination
  • Sorgfalt
  • Teamfähigkeit
  • Gute körperliche Konstitution
  • Belastbarkeit
  • Motivation
  • Einsatzbereitschaft

Karriere: Die Entwicklungschancen als Gießereimechaniker

Gießereimechanikern stehen nach ihrer Lehre viele Karriere-Wege offen. Es gibt verschiedenste Weiterbildungsmöglichkeiten, die den ein oder anderen Karrieresprung nach sich ziehen. Zum Beispiel die zum Industriemeister Fachrichtung Gießerei. Der Meistertitel ist die Voraussetzung dafür, einen eigenen Betrieb zu gründen und selbst Azubis auszubilden.

Weitere Fortbildungsmöglichkeiten bestehen im Erwerb dieser Abschlüsse:

  • Staatlich geprüfter Techniker Fachrichtung Gießereitechnik
  • Techniker Fachrichtung Maschinentechnik
  • Industriebetriebswirt

Wer das Abitur in der Tasche hat, kann auch überlegen, ob er nicht nach der Ausbildung nochmal die Unibank drücken und sein Know-how wissenschaftlich untermauern will. Infrage kommt ein Konstruktionstechnik- oder Maschinenbau-Studium, das zwischen sechs und acht Semestern beansprucht.