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Jobprofil: Recycling-Fachkräfte (m/w)

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Steckbrief: Recycling-Fachkraft (m/w)

Ausbildung:
Ausbildung
Work-Life Balance:
Intensiv (45+ Stunden)
Einstiegsgehalt:
2.000 €
Spitzengehalt:
2.400+ €

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Das Berufsprofil: Recycling-Fachkraft

Deutschland erstickt im Müll. Satte 617 Kilogramm Haushalts- und Verpackungsabfälle fielen 2013 pro Kopf in der Bundesrepublik an. Das sind 136 Kilogramm mehr als im EU-Durchschnitt. Das ergab eine Erhebung des Statistischen Bundesamts aus dem Jahr 2015 auf Grundlage vorläufiger Daten der europäischen Statistikbehörde Eurostat.

Diese Zahlen machen deutlich: Sollen sich die Müllberge hierzulande nicht weiter auftürmen, bedarf es zum einen eines größeren Verantwortungsbewusstseins der Bevölkerung und zum anderen werden Recycling-Fachkräfte immer wichtiger.

Die Experten sorgen dafür, Müll ordnungsgemäß zu sortieren und wieder aufzubereiten. Recycling-Fachkräfte nehmen Abfälle und Altgeräte von Haushalten und Firmen entgegen und kontrollieren sie auf Wiederverwertbarkeit. Zu den recyclingfähigen Stoffen gehören zum Beispiel:

  • Kupfer
  • Eisen
  • Metallschrott

Zu den Aufgaben der Wiederverwertungs-Experten gehört es, alten Elektromüll wie ausgediente Klimaanlagen, ausrangierte Kühlschränke, größere und kleinere Maschinen aus der Industrie sowie Fahrzeuge in Einzelteile zu zerlegen und für eine umweltverträgliche Entsorgung der nicht wiederverwertbaren Komponenten zu sorgen.

Das Hauptaugenmerk bei dieser Aufgabe liegt darauf, wiederverwertbare Abfälle zunächst zu erkennen oder durch Tests zu bestimmen. Recyclingfähige Stoffe werden daraufhin mithilfe von Sortieranlagen aussortiert und der Aufbereitung zugeführt, während unbedenklicher Müll auf Deponien und in Verbrennungsanlagen landet. Umweltschädliche Stoffe werden unter Beachtung der Umweltschutzvorschriften isoliert und fachgerecht entsorgt.

Bei dem Jobprofil ist technisches, chemisches und biologisches Verständnis gefragt. Recycling-Fachkräfte bedienen und überwachen die automatischen Trenn- und Sortieranlagen. Bei der thermischen Verwertung von Hausmüll bestücken die Experten die Verbrennungsanlagen. In Kompostierwerken vermischen sie die kompostierbaren Stoffe im richtigen Verhältnis und überwachen den Verrottungsvorgang.

Überdies beraten sie Kunden und informieren diese in punkto Abfalltrennung und Entsorgung und sorgen für die Aufstellung von Sammelbehältern für Altglas, Altpapier, Altkleider und andere recyclingfähige Materialien.

Während sich die Berufsaussichten auf dem Arbeitsmarkt für Recycling-Fachkräfte aufgrund Deutschlands Müllproblem außerordentlich gut gestalten, so ist allerdings die Work Life Balance in dem Job nicht ganz optimal. Nicht nur, dass man es Tag für Tag mit Schmutz und übelriechenden Stoffen zu tun hat, auch die körperliche Belastung ist nicht zu unterschätzen. Zwar helfen Maschinen bei der Sortierung und dem Transport von Müll, nichtsdestotrotz gilt es hier und da so manches sperrige Teil mit purer Muskelkraft herum zu hieven.

Wie wird man Recycling-Fachkraft?

Um Recycling-Fachkraft zu werden, ist keine bestimmte Ausbildung vorgeschrieben. Meist führt der Weg in diesen Bereich über eine Ausbildung in der Abfallwirtschaft. Zu den verwandten Berufen gehört die Fachkraft für Kreislauf- und Abfallwirtschaft, die dafür Sorge trägt, dass Abfälle korrekt entsorgt und verwertet werden. Sie organisiert das Sammeln und Sortieren von Müll, führt ihn der Wiederverwertung zu oder entsorgt ihn umweltschonend.

In ihrer Ausbildung lernen Fachkräfte für Kreislauf- und Abfallwirtschaft folgende Inhalte:

  • Methoden des Messens, Steuerns und Regelns
  • Aufbau und Funktion betriebsspezifischer Geräte
  • Möglichkeiten zur Vermeidung von Umweltbelastungen
  • Berechnung und Trennung von Stoffgemischen
  • Unterscheidung von Abfällen nach Eigenschaften
  • Bestehende Anforderungen für wieder verwendbare, zu verwertende und abzugebende Abfälle und Materialien
  • Planen eines Umweltkonzeptes
  • Umgehen mit Mikroorganismen
  • Umweltchemikalien einsetzen
  • Abfälle sammeln und transportieren
  • Abfälle chemisch und mechanisch behandeln
  • Abfälle biologisch behandeln

Analoge Fähigkeiten benötigen auch Recycling-Spezialisten für ihren Berufsalltag. Die Ausbildung zur Fachkraft für Kreislauf- und Abfallwirtschaft ist übrigens dual organisiert, das heißt, sie findet parallel in Berufsschule und Ausbildungsbetrieb statt.

Sie gehört zu den dreijährigen anerkannten Ausbildungsberufen im öffentlichen Dienst und in der Industrie und schließt mit einer Abschlussprüfung ab. Eine formale Voraussetzung, um sich für die Ausbildung zu bewerben, gibt es nicht.

Arbeitgeber: Wer sucht Recycling-Fachkräfte

Recycling-Spezialisten kommen bei folgenden Arbeitgebern unter:

  • Bei privaten und öffentlichen Abfallbeseitigungsbetrieben
  • In Müllverbrennungsanlagen
  • Bei Recyclingfirmen und –höfen
  • In Betrieben, die Sonderabfälle entsorgen
  • In Ingenieurbüros für technische Fachplanung
  • In der Abfallwirtschaft

Stellenangebote für Recycling-Fachkräfte

Gehalt: Was verdient man als Recycling-Fachkraft?

Wie in anderen Berufen auch, unterscheidet sich das Einkommen von Recycling-Fachkräften je nach Größe des Arbeitgebers und der Region, in der sie eine Anstellung finden. Das durchschnittliche Einkommen wird mit rund 2.400 Euro im Monat brutto beziffert, wobei das Einstiegsgehalt bei etwa 2.000 Euro brutto im Monat liegen dürfte. Mit zunehmender Berufserfahrung fließt auch mehr Geld aufs Konto. Insbesondere mit der Absolvierung einschlägiger Weiterbildungen lässt sich die Haushaltskasse noch einmal deutlich aufbessern.

Einstiegschancen: Die Aussichten für Recycling-Fachkräfte

Die Recycling-Branche boomt. Das Wachstum der Sekundärrohstoff- und Recyclingbranche hat sich im Jahr 2015 zwar etwas verlangsamt, liegt aber nach wie vor deutlich im Plus. Konnte 2014 noch ein Umsatzwachstum von drei Prozent vermeldet werden, hat sich für 2015 ein durchschnittliches Umsatzwachstum zwei Prozent ergeben.

Das ist das Ergebnis einer jährlichen Branchenumfrage. Die 840 Mitgliedsunternehmen mit 50.000 Beschäftigten erwirtschafteten einen Jahresumsatz von etwa zehn Milliarden Euro. Insbesondere das Recycling verschrotteter Computer ist zu einem wichtigen Faktor in der Branche geworden. Die Berufsaussichten für Recycling Fachkräfte sind dementsprechend gut: Die Zeichen der Zeit stehen auf Erneuerung und Wiederverwertung.

Bewerbung: Womit punkten Recycling-Fachkräfte

Welche Fähigkeiten sollten Recycling-Fachkräfte auf sich vereinen, um in ihren Bewerbungsunterlagen, Lebenslauf und Anschreiben beim Arbeitgeber zu punkten?

Hier ein Auszug aus dem umfangreichen Talent- und Wissenskatalog:

  • Stressresistenz
  • Abfalldeklarierung
  • Abfallrecht
  • Entsorgung
  • Kompostierung
  • Kundenberatung, -betreuung
  • Probenahme
  • Sondermüll
  • Umweltrecht

Karriere: Die Entwicklungschancen als Recycling-Fachkraft

Recycling-Fachkräfte, die beispielsweise über eine abgeschlossene Ausbildung als Fachkraft für Kreislauf- und Abfallwirtschaft verfügen, können mit einer so genannten Aufstiegsweiterbildung ihre Karriere ankurbeln.

So bietet sich der Meister für Kreislauf- und Abfallwirtschaft an. Der Meisterbrief befähigt zur Übernahme einer Leitungsfunktion. In der Fortbildung stehen folgende Inhalte auf dem Lehrplan:

  • Betriebstechnik in der Kreislauf- und Abfallwirtschaft
  • Logistik, Sammlung und Transport
  • Stadtreinigung und Winterdienst
  • Kostenwesen
  • Betriebsführung, Betriebsüberwachung und Kundenorientierung
  • Arbeits-, Umwelt- und Gesundheitsschutz
  • Recht
  • Personalführung
  • Personalentwicklung
  • Managementsysteme

Wer das Abitur in der Tasche hat, kann auch ein grundständiges Studium anstreben. Hier bietet sich zum Beispiel das Studienfach Abfall-, Entsorgungstechnik an.

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