Jobs in Münster: Leben und Arbeiten im Münsterland

Es gibt mehr Fahrräder als Jobs in Münster. Aber das macht nichts. Die Arbeitslosigkeit ist gering, viele freie Stellen in Münster können nicht mehr besetzt werden. Qualifizierte Kräfte haben im Münsterland die Qual der Wahl zwischen Banken und Versicherungen, Handel und Hotellerie, Verwaltung und Forschung. Doch es gibt zwei Haken. Der eine sind die sündhaft teuren Immobilienpreise. Der zweite Haken betrifft die Stellenangebote in Münster

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Leben in Münster

500.000 Fahrräder gibt es in Münster Schätzungen zufolge. Das allein sagt schon viel über den Charakter der Stadt aus. Mit dem Rad fahren die Münsteraner gerne an den Aasee – oder zur Uni. Die Westfälische Wilhelms-Universität ist mit rund 45.000 Studierenden ein Schwergewicht. Sie prägt die Stadt.

Nach dem Zweiten Weltkrieg bauten die Münsteraner ihre Altstadt wieder auf. Es hat sich gelohnt. Heute darf sich Münster als eine der schöneren Städte des Landes fühlen. Historisches Rathaus, Prinzipalmarkt, St. Paulus-Dom – Münster macht was her.

Umgeben ist die Stadt vom Münsterland, einem Landstrich, der ländlicher kaum sein könnte. Ein Provinznest ist Münster aber gar nicht. Über 310.000 Einwohner verleihen ihr die Vitalität, die viele an Münster so schätzen. Lebendig kommt ganz nebenbei auch der Münster-„Tatort“ daher, der den einschlägigen Rankings und Umfragen zufolge der beliebteste von allen ist.

Wer gediegen wohnen möchte, ist im Kreuzviertel an der richtigen Adresse. Sündhaft teuer sind Wohnungen in Münster auch am Aasee. Richtig schlechte Lagen gibt es in Münster praktisch keine. Das ist gut für die Lebensqualität, aber schlecht fürs Konto…

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Arbeitsmarkt und Jobs in Münster

Die Stadt ist kerngesund. Die Arbeitslosenquote in Münster liegt bei nur 5,1 Prozent (Stand: November 2020). Von dieser Quote können Ruhrgebietsstädte wie Duisburg oder Gelsenkirchen nur träumen. In fast allen Städten im Revier ist die Arbeitslosenquote zweistellig. Vom Ruhrgebiet ist Münster wohlgemerkt nur 45 Pkw-Minuten entfernt.

Aber auch den Vergleich mit den städtischen Rivalen im Osten und Norden gewinnt Münster. So weist Bielefeld eine Arbeitslosenquote von 8,3 Prozent auf, Osnabrück liegt bei 7,3 Prozent (Stand: November 2020).

Insgesamt sind in Münster rund 8.800 Arbeitslose offiziell arbeitslos gemeldet – für eine Stadt mit über 310.000 Einwohnern nicht viel. 5.290 beziehen Hartz IV.

Insgesamt gibt es in Münster nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit rund 172.000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte. Damit sind seit 1995 über 55.000 neue Jobs in Münster entstanden. Damals gab es nur knapp 117.000 Stellen.

Fast die Hälfte der Arbeitsplätze in Münster wird von Frauen besetzt. 68 Prozent sind Vollzeitjobs, 32 Prozent Teilzeitstellen. Zuletzt haben auch speziell ältere Menschen über 55 Jahre und jüngere unter 25 Beschäftigung gefunden.

Gute Perspektiven haben vor allem qualifizierte Fachkräfte mit abgeschlossener Ausbildung oder akademischem Abschluss.

Die meisten Jobs in Münster gibt es in diesen Bereichen:

  • Gesundheitswesen (13,3 Prozent der sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätze in Münster)
  • Handel, Instandhaltung und Reparatur von Kfz (12,7 Prozent)
  • Immobilien, freiberufliche, wissenschaftliche und technische Dienstleistungen (8,4 Prozent)
  • Öffentliche Verwaltung, Verteidigung, Sozialversicherung (8,3 Prozent)
  • Verarbeitendes Gewerbe (7,9 Prozent)
  • Erbringung von Finanz- und Versicherungsleistungen (6,8 Prozent)
  • Heime und Sozialwesen (6,5 Prozent)
  • Information und Kommunikation (6,5 Prozent)
  • Erziehung und Unterricht (5,5 Prozent)
[Quelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit, Stichtag: 30.06.2019]

Münster ist eine Verwaltungsstadt. Auch die Stadt Münster ist daher ein wichtiger Arbeitgeber. Jobperspektiven bei der Stadt gibt es beispielsweise für Erzieher, Sozialarbeiter, Hausmeister, Rettungssanitäter, Feuerwehrmänner, Reinigungskräfte, Bademeister, Rettungsschwimmer, Tierärzte, Heilpädagogen, Referenten, Projektkoordinatoren, Sachbearbeiter, Datenbank-Spezialisten oder Mitarbeiter für Müllabfuhr, Ordnungsdienst und die Telefonzentrale.

Gehälter in Münster

Eine Vollzeitstelle in Münster bringt laut Bundesagentur für Arbeit 3.632 Euro brutto im Monat ein (Stichtag: 31.12.2019) Dabei handelt es sich um den Medianwert. Eine Hälfte der Vollzeitarbeitnehmer liegt darüber, die andere Hälfte darunter.

In Osnabrück (3.403 Euro) und Bielefeld (3.500 Euro) ist das Gehaltsniveau tiefer. Und auch den gesamtdeutschen Medianwert von 3.401 Euro schlägt Münster locker.

Männer mit Vollzeitjob in Münster kommen demnach im Median auf 3.838 Euro brutto monatlich, Frauen auf 3.383 Euro. Diese monatlichen Mediangehälter in Münster gibt es für Arbeitnehmer…

  • mit akademischem Abschluss: 5.103 Euro
  • mit anerkanntem Berufsabschluss: 3.505 Euro)
  • ohne Berufsabschluss: 2.307 Euro

Das Durchschnittsgehalt in Nordrhein-Westfalen für alle Arbeitnehmer liegt nach Angaben des Gehaltsportals gehalt.de bei 45.360 Euro brutto pro Jahr. Hessen führt die Rangliste mit 51.345 Euro an, Mecklenburg-Vorpommern trägt mit 34.155 Euro die rote Laterne.

Wer studiert hat – und das haben in Münster viele – kann in Nordrhein-Westfalen mit einem durchschnittlichen Einstiegsgehalt von 46.513 Euro brutto im Jahr rechnen. Azubis steigen nach ihrer Lehre mit durchschnittlich 31.020 Euro ins Arbeitsleben ein.

Fach- und Führungskräfte in Nordrhein-Westfalen kommen laut Stepstone-Gehaltsreport 2020 durchschnittlich sogar auf 58.815 Euro brutto im Jahr. Am besten verdienen demnach Fachleute im Finanzbereich (67.956 Euro), Ingenieure (64.806 Euro) und Vertriebler (64.287 Euro). Fachleute in technischen Berufen kommen dagegen nur auf 46.154 Euro brutto jährlich.

Die größten Arbeitgeber in Münster

Forschung und Verwaltung, Banken und Versicherungen – diese Arbeitgeber tragen Münster. Das sind die größten Arbeitgeber in Münster:

  • Westfälische-Wilhelms-Universität
  • Fachhochschule Münster
  • Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen
  • Landschaftsverband Westfalen-Lippe
  • BASF Coatings GmbH (Lacke)
  • Brillux (Lacke/Farben)
  • Westfalen AG (Flüssiggas/Kraftstoffe)
  • Hengst SE (Filter-Systeme)
  • Armacell (Dämmstoffe)
  • Agravis (Agrarhandel)
  • Provinzial Nordwest (Versicherungen)
  • LVM (Versicherungen)
  • Sparkasse Münsterland Ost
  • LBS Westdeutsche Landesbausparkasse
  • PSD Bank Westfalen-Lippe
  • DZ Hyp (Immobilienbank)
  • Vereinigte Volksbank Münster
  • Westdeutsche Lotterie
  • Fiducia und GAT IT (IT-Dienstleister)
  • Finanz Informatik (IT-Dienstleister)
  • Sparkassenverband Westfalen-Lippe
  • Cilian AG (Biotechnologie)
  • The Airscreen Company (Open-Air-Leinwände)
  • ZEB Consulting (Unternehmensberatung)
  • Westfleisch (Nahrungsmittelindustrie)
  • Stroetmann (Großhandel)
  • H. Gautzsch Firmengruppe (Fachgroßhandlung)
  • Deutsche Rentenversicherung Westfalen
  • Landwirtschaftsverlag Münster (Medien)
  • Universitätsklinikum Münster
  • St. Franziskus Stiftung (Krankenhaus)
  • Alexianer Münster (Psychiatrische Fachklinik)
  • Outlaw (Kinder- und Jugendhilfe)
  • Stadtverwaltung Münster
  • Stadtwerke Münster

Wirtschaft und Jobs in Münster

Das Münsterland wird traditionell von der Forst- und Landwirtschaft geprägt. 1,3 Prozent der Bruttowertschöpfung entfallen in der Region auf den primären Sektor. Das klingt nach wenig, ist aber viel. In keiner anderen Wirtschaftsregion in Nordrhein-Westfalen ist der Anteil so groß.

Das Münsterland ist damit für fast ein Drittel der landwirtschaftlichen Bruttowertschöpfung Nordrhein-Westfalens verantwortlich. In dieser Rechnung sind die vielen mittelständischen Industrie- und Handwerksbetriebe im Münsterland, die von der Landwirtschaft abhängen, noch gar nicht enthalten.

Aber: Das alles spielt sich im Umfeld Münsters ab. Die Stadt selbst ist ein Dienstleistungszentrum. Hier entfallen 88 Prozent der Bruttowertschöpfung auf den Service-Sektor. Nur in Bonn ist der Anteil höher. Vor allem in den Bereichen Gesundheit und Erziehung entstehen viele Jobs in Münster.

In den vergangenen Jahren entstanden in Münster Tausende neuer Arbeitsplätze in Service-Berufen. So arbeiten allein über 20.000 Arbeitnehmer in Rechnungswesen, Steuerberatung, Finanz- und Versicherungsdienstleistungen (Stichtag: 30.06.2019). Auch die Zahl der IT-Jobs in Münster wächst kontinuierlich – aktuell sind es schon über 8.600. Perspektiven gibt es zudem in der Bio- und Nanotechnologie, in Unternehmensberatungen oder in Handel, Gastronomie und Hotellerie.

Münster ist eine Verwaltungs- und Universitätsstadt. Die Westfälische Wilhelms-Universität zählt mit über 40.000 Studierenden zu den größten in ganz Deutschland. Hinzu kommen zwei Fachhochschulen. Der Verfassungsgerichtshof und das Oberverwaltungsgericht für NRW sitzen in Münster.

Münster ist wohlhabend. Das BIP pro Kopf liegt bei rund 55.000 Euro (Stand: 2018) – das ist deutlich höher als in den ländlichen Kreisen des Münsterlandes und auch im deutschlandweiten Vergleich für einen Platz im vorderen Mittelfeld gut. Auf 100 Einwohner kommen in Münster 72 Erwerbstätige.

Viele Münsteraner arbeiten aber in Teilzeit – 32 Prozent der Beschäftigten. Dies dürfte vor allem auf den hohen Frauen- und Studentenanteil unter den Erwerbstätigen zurückzuführen sein. Auch werden laut Analyse der WBS-Gruppe nur gut 80 Prozent der Stellen in Münster unbefristet angeboten – das ist vergleichsweise wenig. In Bremen sind es über 95 Prozent.

Im Städteranking 2020 des Beratungsunternehmens IW Consult rangiert Münster auf Platz 20 von 71 Städten in Deutschland. Verblüffend: Damit ist Münster die zweitbeste Stadt in Nordrhein-Westfalen. Besser platziert ist nur Düsseldorf (14.). Alle (anderen) Städte des Rheinlands, des Ruhrgebiets und Ostwestfalens schneiden schlechter ab.

Gute Noten bekommt Münster für die hohe Kita- und Abitur-Quote. Die Aufklärungsquote von Straftaten könnte hingegen besser sein.

Im Prognos-Zukunftsatlas 2019 belegt die Stadt Münster sogar Platz 25 von 401 Regionen in Deutschland. In der Unterkategorie Arbeitsmarkt belegt sie sogar Position 13.

Fazit: In Münster leben und arbeiten – das ist weiß Gott nicht die schlechteste Wahl.

5 Tipps für Ihre Jobsuche

jobs in muenster leben und arbeitenDie richtige Stelle in Münster müssen Sie nicht nur finden. Sie müssen sich mit Ihrer Bewerbung auch gegen die Konkurrenz durchsetzen. Hier sind gute Tipps, die Ihnen dabei helfen:

Mietpreise in Münster

Münster ist ein teures Pflaster. Und es wird immer teurer. Von 2009 bis 2019 stiegen die Mietpreise in Münster nach Immowelt-Angaben um 40 Prozent – von 7,10 Euro pro Quadratmeter im Median auf 10,10 Euro. Damit gehört Münster zu den Städten, die sich am rasantesten verteuern.

Zum Vergleich: In Bielefeld betrug der Mietpreisanstieg im gleichen Zeitraum nur 30 Prozent. Dort ist der Quadratmeter mit 7,40 Euro deutlich billiger zu haben als in Münster. In Osnabrück kletterten die Miete zwar innerhalb von zehn Jahren um 51 Prozent in die Höhe, doch ist der Quadratmeterpreis von 8,00 Euro auch hier ein großes Stück vom Münsteraner Niveau entfernt.

Doch es gibt Hoffnung: Laut Immowelt gingen die mittleren Mietpreise in Bestandswohnungen in Münster von Ende 2019 auf Anfang 2020 um drei Prozent zurück – von 9,60 Euro pro Quadratmeter auf 9,30 Euro. Münster war in der Immowelt-Erhebung eine von wenigen Städten in Deutschland, deren Mietpreise wieder nach unten gingen.

Nichtsdestotrotz bleibt das Mietpreisniveau hoch. Damit müssen auch die vielen Studierenden zurechtkommen. Für eine 30 Quadratmeter große Musterwohnung müssen sie nach Angaben des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) schon 392 Euro einkalkulieren. Das ist in etwa so viel wie in Karlsruhe, Aachen (je 397 Euro) und Göttingen (389 Euro). Zwar ist Münster günstiger als Hamburg (427 Euro), Heidelberg (437 Euro), Frankfurt (499 Euro) und München (634 Euro). Aber es ist teurer als Berlin (385 Euro), Bamberg (251 Euro), Kiel (320 Euro) oder das Ruhrgebiet (280 Euro).

Kostspieliger wird die Münster auch für alle, die sich dauerhaft niederlassen wollen. Der Kaufpreis für Immobilien in Münster stieg laut Immowelt von 2017 auf 2018 um 13 Prozent – von 2.720 Euro auf 3.070 Euro pro Quadratmeter. Zum Vergleich: In Ruhrgebietsstädten wie Essen, Dortmund oder Bochum sind es nur 1.600 bis 1.700 Euro, in Gelsenkirchen sogar nur 1.000 Euro pro Quadratmeter.

Hier finden Sie 10 Tipps für Ihre Wohnungssuche in Münster.

Jobs Münster: Kontaktdaten und Servicestellen

Sie wollen sich in Münster selbstständig machen, Ihre Steuererklärung abgeben oder Jobs in Münster für Vollzeit, Teilzeit, Aushilfe, Minijobs oder Studentenjobs suchen? Die wichtigsten Servicestellen hat Karrieresprung übersichtlich für Sie zusammengefasst:

  • Ihr zuständiges Finanzamt in Münster finden Sie hier.
  • Die IHK Nord Westfalen finden Sie hier.
  • Die Handwerkskammer Münster finden Sie hier.
  • Aktuelle Stellenangebote und Jobs in Münster finden Sie in unserer Jobbörse.
[Bildnachweis: Christian Mueller by Shutterstock.com]

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