Soft Skills: Welche in der Bewerbung wirklich wichtig sind

Soft Skills sind eine wesentliche Zutat für jedes berufliche Erfolgsrezept. Wer sich im Büro wie der berühmte Elefant im Porzellanladen aufführt, läuft schnell gegen eine Wand. Auch Umfragen belegen regelmäßig, dass sich Mitarbeiter vor allem Chefs wünschen, die motivieren und führen können. Fachwissen dagegen ist demnach nur eine untergeordnete Kompetenz. Schon in der Bewerbung sollten Kandidaten ihre weichen Fähigkeiten nach vorne stellen. Aber welche?

Soft Skills: Wie wichtig sind sie?

Einzig auf seine Soft Skills sollte sich ein Bewerber nicht verlassen. Was vor allem zählt, sind harte Fakten, Zeugnisse, Qualifikationen – gerade im papierbesessenen Deutschland.

Die Hard Skills sind nach wie vor das Fundament jeder Bewerbung: spezifisches Wissen, technische Kenntnisse oder Datenkompetenz zum Beispiel. Wer die erforderlichen Qualifikationen in der Bewerbung nicht vorweisen kann, hat kaum Aussichten auf den Zuschlag.

Wie soll man auch sonst aus einer Vielzahl an Bewerbern den besten auswählen? Hard Skills sind vergleichbar, sie bieten eine wunderbare Arbeitsgrundlage. Der Bewerber mit der Top-Note kommt eine Runde weiter, der mit den miesen Noten wird aussortiert.

Aber: Wer von all den Klonen mit nahezu identischem Lebenslauf bekommt am Ende den Zuschlag? Antwort: Der, der (wahrscheinlich) am besten ins Team passt. Ganz ohne Soft Skills geht es in der Regel also doch nicht. Die weichen Qualifikationen werden zunehmend wichtiger, weil auch Teamwork und Kooperation in der Arbeitswelt an Bedeutung gewonnen.

Und sie zeigen sich schon im Vorstellungsgespräch. Das Jobinterview ist der perfekte Ort, um die eigenen Soft Skills zu demonstrieren. Wie verkauft sich der Bewerber? Kann er zuhören? Ist er empathisch oder arrogant? Wie groß ist seine Neugier?

Kurzum: Wer mit seiner Persönlichkeit auftrumpft, macht einen großen Schritt in Richtung Stelle. Immerhin liegt die Vermutung nahe, dass er auch mit den Kollegen gut zusammenarbeiten, die Kunden überzeugen und vernünftig mit den Vorgesetzten kooperieren wird. Andersherum kann ein negativer Auftritt im Bewerbungsgespräch auch die besten Hard Skills vergessen machen.

Ergo ergänzen sich Hard und Soft Skills im Optimalfall. Die einen können ohne die anderen (oft) nicht sein.




Soft Skills: Was sagen sie aus?

Soft Skills sind für Bewerber ein klarer Wettbewerbsvorteil. Denn sie geben Hinweise auf das Potenzial eines Kandidaten. Das kennen wir alle aus der Schule: Faktenwissen kann man durch stumpfes Pauken lernen. Bulimielernen nennen das die Studenten heute. Auch das ist zugegeben eine Leistung, weil sie Ausdauer, Durchhaltevermögen und Disziplin verlangt. Aber letztlich kommt es auch darauf an, dieses Wissen richtig anzuwenden, es mit anderen zu diskutieren und die richtigen Schlussfolgerungen zu ziehen.

Dazu braucht man Offenheit, Lernwillen, Neugier, kommunikative Fähigkeiten. Wer diese Eigenschaften hat, kann sich später auch im Unternehmen besser einbringen.

Andererseits: Unternehmen erwarten nicht den perfekten Bewerber mit einem gigantischen Strauß an Soft Skills. Jeder Personaler weiß: Wir alle sind Menschen, haben unsere Fehler, Ecken und Kanten. Oder anders formuliert: Jeder von uns bietet genügend Angriffsfläche für stundenlange Lästereien. Die Kunst ist es, richtig mit diesen Macken umzugehen – mit den eigenen und mit denen der anderen.

Soft Skills befähigen einen, sich auch von Misserfolg nicht erschüttern zu lassen. Auf die richtige Einstellung kommt es an – dann kann man Fehlleistungen wieder ausbügeln, das Verhältnis mit dem Kollegen gerade rücken oder ein berufliches Comeback starten.

Diese Erkenntnis ist wichtig: Erfolg im Job besteht nur zu einem erstaunlich geringen Anteil aus knallharter Leistung. Den viel wichtigeren Part übernehmen Psychologie, Diplomatie, Soziologie und Selbstvermarktung – alles Dinge, bei denen Soft Skills den Ausschlag geben.

Soft Skills: Das sind die wichtigsten

Soft Skill ist nicht gleich Soft Skill. Es gibt Hunderte, wahrscheinliche Tausende weicher Kompetenzen.

Damit steht auch fest: Jeder Mensch besitzt Soft Skills – nur eben nicht immer die gleichen. Und manche von ihnen sind in bestimmten Jobs wichtiger als andere. Beispiel Kindergärtner: Wer würde bezweifeln wollen, dass Verantwortungs- und Pflichtbewusstsein in diesem Job sehr viel mehr wert sind als etwa Selbstbewusstsein? Oder dass einem Altenpfleger großes Einfühlungsvermögen besser zu Gesicht steht als analytische Kompetenz (obwohl er die selbstverständlich auch haben darf).

Das ist natürlich auch für Ihre Bewerbung wichtig. Achten Sie genau darauf, welche Soft Skills in der Stellenanzeige gefordert und welche in Ihrem angestrebten Job generell wichtig sind – und versuchen Sie dann, Ihre Bewerbung danach auszurichten.

Eine Rangfolge der besten Soft Skills sieht also immer wieder anders aus – je nach Job und Branche. Und auch die Arbeitgeber selbst haben völlig unterschiedliche Präferenzen. Der eine hält Belastbarkeit für unverzichtbar, der andere legt mehr Wert auf Kreativität und Eigeninitiative. Die Vorlieben hängen wiederum stark von der Persönlichkeit des Chefs bzw. Personalverantwortlichen selbst ab.

Und denken Sie daran: Wer sich selbst als teamfähig bezeichnet, muss diese auch nachweisen können. Überlegen Sie sich also konkrete Beispiele und Erfolgserlebnisse, an denen Sie Ihre Soft Skills festmachen. „Ich bin verantwortungsbewusst“ oder „Ich zeichne mich durch emotionale Intelligenz aus“ – das kann jeder sagen. Belegen und beweisen Sie es!

Hier sind einige der wichtigsten Soft Skills:

Soft Skills in der Bewerbung: Aber welche?

Wodurch zeichnen sich Soft Skills aus? Richtig, man kann sie im Gegensatz zu harten Skills nur sehr schwer nachweisen. Darum ist es auch so leicht, die Bewerbung mit den entsprechenden Keywords vollzustopfen. Belastbar, teamfähig, zielstrebig, durchsetzungsstark usw. – die ganze Palette! Warum auch nicht erwähnen? Der Personaler wird das eigentliche Fehlen dieser Eigenschaften im Jobinterview nur schwer entlarven können.

Doch das ist zu kurz gedacht. Zunächst sollten Sie Soft Skills in der Bewerbung sehr selektiv auswählen und dosiert einsetzen. Beschränken Sie auf einige wenige Skills, die besonders vorteilhaft sind. Wer zu viel will und zu viel aufzählt, entwertet jeden einzelnen Punkt. Soft Skills sind nicht beliebig!

Gehen Sie am besten so vor…

  1. Wahrheit

    Picken Sie sich die Soft Skills heraus, die Sie als Person wirklich auszeichnen. Bleiben Sie also bei der Wahrheit. Wenn Sie sich als überaus selbstbewusst präsentieren, aber im Jobinterview permanent ins Stottern geraten, konterkariert das Ihre eigenen Angaben. Es macht Sie unglaubwürdig. Oder wenn Sie sich als belastbar und zielstrebig anpreisen, aber schon drei Lehrstellen und ein Studium geschmissen haben. Sie müssen ja immerhin auch noch die Probezeit überstehen. Wählen Sie also keine Soft Skills aus, von denen Sie selbst wissen, dass sie keinesfalls zu Ihren Stärken zählen. Sonst fliegen Sie eher früher als später auf…

  2. Stelle

    Nicht jeder Soft Skill ist für Ihre Wunschstelle relevant. Konzentrieren Sie sich daher auf die, die Sie im Job auch wirklich gebrauchen und anwenden können. Was Ihr Arbeitgeber in spe sucht, können Sie schon aus der jeweiligen Stellenanzeige herauslesen. Hier werden meist nicht nur fachliche Qualifikationen, sondern auch soziale Kompetenzen genannt. Gehen Sie genau darauf ein – und schrecken Sie auch keineswegs davor zurück, die Schlagworte zu wiederholen. Immer mehr Unternehmen setzen Software ein, die Bewerbungen analysiert. Fehlen wichtige Keywords, kann das womöglich schon das vorzeitige Aus im Bewerbungsprozess bedeuten. Also nochmal: Zählen Sie in Ihrer Bewerbung nicht so viele Soft Skills wie möglich auf, sondern nur die wichtigen.

  3. Beweise

    Auf die richtige Auswahl kommt es an. Wenn Sie die angeführten Soft Skills dann aber nicht nachweisen können, kratzt dies ebenfalls an Ihrer Glaubwürdigkeit. Suchen Sie also von Anfang an nach Belegen, die Ihre sozialen Kompetenzen untermauern. Das können spezielle Projekte sein oder Aufgaben oder eine Beförderung zum Teamleiter. Die signalisiert, dass es um Ihre Durchsetzungsfähigkeit und Leistungsbereitschaft nicht so schlecht bestellt sein kann. Auch als Berufsanfänger können sie ohne Weiteres mit Soft Skills wuchern. Beispiel: Der Nebenjob als Kellner oder Barkeeper hat Ihre kommunikativen Fähigkeiten während des Studiums geschärft. Als grundsätzlicher Rat darf gelten: Bleiben Sie bei der Wahrheit – aber schmücken Sie sie ruhig ein wenig aus.

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Soft Skills: Worin unterscheiden sie sich von Hard Skills?

Mit Soft Skills sind weiche Faktoren und soziale Kompetenzen gemeint. Sie beziehen sich auf die Persönlichkeit, den Charakter und das Verhalten des Bewerbers.

Ausdrücklich NICHT gemeint sind fachliche Qualifikationen. Harte Skills erschließt sich der Arbeitgeber durch Schul- und Hochschulzeugnisse, Arbeitszeugnisse, Zertifikate, Sprachkurse und Arbeitsproben.

Wer beides miteinander vereint – harte und softe Skills – verbessert seine Employability enorm. Mit dem komplizierten Denglisch-Begriff ist im Grunde nur die Vermittelbarkeit in ein Beschäftigungsverhältnis gemeint. Klar ist allerdings auch: Alleine mit Soft Skills werden Sie Ihre Employability nur bis zu einem bestimmten Punkt verbessern können.

Wer hingegen in einer spezialisierten Anstellung – zum Beispiel als Data Scientist oder Umweltingenieur – mehrfach befördert wurde, zeigt, dass er über beides verfügt: über Fachwissen im eigenen Spezialgebiet sowie über ausgeprägte Soft Skills. Sonst wäre er oder sie schließlich nicht befördert wurden (Ausnahmen gibt es freilich immer)…

Soft Skills: Welche brauche ich wann?

Ein weiteres Problem von Soft Skills besteht darin, dass sie bis zu einem gewissen Grad unabänderlich sind: Wissen ist erlernbar, emotionale Intelligenz weniger. Soziale Kompetenzen hängen sehr stark von der Persönlichkeit und vom Naturell eines Menschen ab.

Wenn Sie also eine Stelle anstreben, in der bestimmte Soft Skills vonnöten sind, Sie diese aber nicht haben und auch nicht erlernen können, dann schlagen Sie besser einen anderen Karrierepfad ein. Beispiel: Sie träumen von einer Karriere als Vertriebsleiter. Charakterlich sind Sie aber sehr introvertiert, arbeiten am liebsten alleine und sind extrem maulfaul. Vermutlich werden Sie im Vertrieb nicht glücklich.

Auf der anderen Seite gibt es natürlich viele Soft Skills, die Sie im Laufe der Zeit erwerben und verbessern können. Wieder ein Beispiel: Sie wollen in Ihrer Abteilung unbedingt zur Führungskraft aufsteigen, sind aber konfliktscheu und kein guter Redner – beides Soft Skills, die Führungskräfte durchaus vorweisen sollten. Dies sind nun Kompetenzen, an denen sie aktiv arbeiten können. Immerhin gibt es da draußen unheimlich viele Rhetorikkurse oder Weiterbildungsseminare, in denen Konfliktmanagement gelehrt wird. Motto: Sie können es schaffen!

Auch werden Ihre Soft Skills oft automatisch besser – durch Lebenserfahrung oder gar einen Schuss Weisheit. Ihr Soft Skill-Profil ist eine Dauerbaustelle, die nie geschlossen wird.

Und bedenken Sie bitte auch: Wichtig ist vor allem, dass Sie und Ihre weichen Fähigkeiten zum Arbeitgeber und Job passen müssen. Sie müssen nicht Mr. oder Mrs. Perfect, sondern einfach nur der passende Topf für den Deckel sein…

Soft Skills: Wie trainiere ich sie?

Kann man seine Soft Skills wirklich verbessern? Klare Antwort: Ja, man kann. Eine Studie der MIT Sloan School, dass entsprechendes Soft-Skill-Training die Produktivität im Unternehmen nachweislich verbessert – sogar in einer Fabrik.

So verbessern Sie Ihre Soft Skills in drei Schritten:

  1. Selbstreflexion: Wo haben Sie Schwächen? Und welche Soft Skills werden generell immer wichtiger? Hier sollten Sie ehrlich zu sich selbst sein.
  2. Realitätsnähe: Was können Sie trainieren? Wo können Sie sich verbessern? Und wie – durch Seminare oder in der Freizeit?
  3. Umsetzung: Sie erfordert Willen, Ehrgeiz und einen langen Atem. Dranbleiben!

Diese Soft Skills brauchen Führungskräfte!

Soft Skills FührungseigenschaftVon Führungskräften werden vor allem Soft Skills erwartet. Das ist das Ergebnis der Absolventenumfrage 2018 des Beratungsunternehmens Trendence. So sagten Österreichs Wirtschaftsstudenten, dass Leader unbedingt die Fähigkeit mitbringen müssen, andere zu motivieren. Fachwissen rangierte dagegen nur auf Platz fünf.

Das sind nach Meinung der Studenten die wichtigsten Eigenschaften einer Führungskraft:

  • Motivationsfähigkeit: 57,6 Prozent
  • Organisationsfähigkeit: 42,5 Prozent
  • Konfliktmanagement: 25,8 Prozent
  • Empathie: 23,8 Prozent
  • Expertise: 22,0 Prozent
  • Zielstrebigkeit: 21,5 Prozent
  • Authentizität: 21,4 Prozent
  • Kritikfähigkeit: 19,7 Prozent
  • Offenheit: 18,6 Prozent
  • Leistungsbereitschaft: 17,4 Prozent
  • Pflichtbewusstsein: 12,1 Prozent
  • Innovationsfähigkeit: 10,3 Prozent
  • Toleranz: 6,8 Prozent
[Bildnachweis: lenetstan by Shutterstock.com]

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