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Jobprofil: Diplomaten (m/w)

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Steckbrief: Diplomat (m/w)

Ausbildung:
Studium
Work-Life Balance:
Intensiv (45+ Stunden)
Einstiegsgehalt:
3.400 €
Spitzengehalt:
13.000+ €

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Das Berufsprofil: Diplomat

Das Klischee vom Diplomaten ist so alt wie der Beruf selbst: In Krimis werden die Regierungsbeauftragten des Auswärtigen Amtes gerne als eine Art Agent in geheimer Mission dargestellt. Sie düsen um den Globus und erleben ein Abenteuer nach dem anderen. Mit der Realität hat das nichts zu tun.

Zum Beispiel ist ihre Mission alles andere als geheim. Der Diplomat fungiert im Ausland als Vertreter und Repräsentant eines Staates und nimmt dafür verschiedene Aufgaben wahr. So machen sie sich vor Ort ein Bild von den innen- und außenpolitischen Aktivitäten des Landes, in das sie entsandt wurden. Dazu treffen sie sich mit Staatsmännern und Repräsentanten der Regierung, verfolgen die Berichterstattung in den Medien und nehmen an einschlägigen Veranstaltungen teil. Sämtliche Eindrücke fassen sie zusammen und leiten diese Dossiers an ihr Heimatland weiter.

So erhält ein Staat über seine Diplomaten jederzeit einen Einblick, was in anderen Ländern vor sich geht, und ob sich beispielsweise kritische außenpolitische Situationen ergeben könnten. Gleichzeitig vermittelt der Diplomat in dem Land, in dem er arbeitet, Einblicke in seine Heimat:

  • Was zeichnet die Kultur aus?
  • Wie ist das politische oder das Bildungssystem aufgestellt?
  • Welche gesellschaftlichen Besonderheiten gibt es in einem Land?

Ziel ist es, bei Veranstaltungen und öffentlichen Auftritten zur Völkerverständigung beizutragen und dem Ausland die eigenen Gepflogenheiten ein Stückchen näher zu bringen.

Das macht den Beruf des Diplomaten auch zu einer politischen Profession. Der Diplomat ist zwar kein Politiker im eigentlichen Sinne. Doch pflegt er den direkten Draht in die Politik, wenn es um außenpolitische Sachverhalte geht. Er berät die Regierungen des Bundes oder der Länder in Verständnisfragen und gibt auch Ratschläge zum weiteren vorgehen. Oberste Priorität dabei hat, die Beziehungen zwischen den Ländern zu optimieren und keinesfalls zu erschweren. Das verlangt gerade in kritsichen Situationen viel Fingerspitzengefühl ab.

Grundsätzlich werden Diplomaten in jedem Land eingesetzt – das hat nicht selten einen schlechten Einfluss auf die eigene Work Life Balance. Zum Beispiel, wenn es um einen Posten in Krisengebieten geht. Dann kann der Job durchaus eine Gefahr für Leib und Leben bedeuten, wobei der Diplomat natürlich auf erhebliche Sicherheitsvorkehrungen setzen kann. Je nachdem, wie kritisch es in einem Land zugeht, und wie sich die politische Lage gestaltet, ist der Beruf aber so oder so alles andere als ein nine-to-five Job. Letztes ist eher die Ausnahme.

Zwar verdienen Diplomaten gut, zahlen dafür aber einen recht hohen Preis. Sie sind verpflichtet, alle fünf Jahre das Land zu wechseln und müssen sich immer wieder neu einleben. Daher sollten Berufsanwärter die Vor- und Nachteile für sich und ihre Familie sorgfältig gegeneinander abwägen. Zumal der Arbeitsmarkt für Diplomaten ohnehin eher überschaubar ist.

Wie wird man Diplomat?

Damit Diplomatenanwärter ihre Ausbildung beim Auswärtigen Amt antreten dürfen, müssen sie ein knüppelhartes Auswahlverfahren bestehen und einige grundlegende Bedingungen erfüllen:

  • Deutsche Staatsangehörigkeit
  • Sehr guter Gesundheitszustand: Tropentauglichkeit
  • Nicht älter als 32 Jahre 
  • Auslandserfahrung
  • Fundierte Kenntnisse in mindestens drei Sprachen
  • Kenntnisse über andere Kulturen
  • Abgeschlossenes wissenschaftliches Bachelor- und Masterstudium

Zu letztem Punkt ist anzumerken: Willkommen sind alle Studienrichtungen und Berufserfahrungen. Besonderer Bedarf besteht jedoch an Volljuristen und Volkswirten. Außerdem müssen sich Jobanwärter einer erweiterten Sicherheitsüberprfung nach § 9 Sicherheitsüberprüfungsgesetz (SÜG) unterziehen. Diese schließt auch den Partner mit ein.

Das Auswahlverfahren selbst umfasst zum Beispiel eine einstündige politische Analyse und Fachprüfungen in Recht, Wirtschaft, Geschichte/Politik sowie Allgemeinwissen. Auch ein  psychologischer Eignungstest ist vorgesehen, der 90 Minuten dauert. Der Test wird von der Deutschen Gesellschaft für Personalwesen e.V. (dgp), einer Personalberatungsgesellschaft, die das Auswärtige Amt schon seit vielen Jahren bei Auswahlverfahren berät, durchgeführt. Er besteht aus Aufgaben aus dem Bereich des logischen Denkens, Konzentrationsaufgaben, sowie Tests zur Merkfähigkeit.;

Wer den Eigungstest besteht, durchläuft beim Auswärtigen Amt einen 14-monatigen Vorbereitungsdienst. Der Vorbereitungsdienst endet mit einer schriftlichen und mündlichen Laufbahnprüfung. Er besteht aus praktischen und theoretischen Abschnitten zu den folgenden Themengebieten:

  • Volkswirtschaftslehre (4 Wochen)
  • Geschichte und internationale Politik (6 Wochen)
  • Völkerrecht (4 Wochen)
  • Rechts- und Konsularwesen (8 Wochen)

Hinzu kommen Rhetorikkurse, Planspiele zur Verhandlungstechnik, Personalführungs-, Krisen- und Medienseminare und Intensivunterricht in Englisch, Französisch und einer weiteren Sprache.

Während der Ausbildung haben angehende Diplomaten auch intensiven Kontakt zu Kollegen aus der Zentrale oder einer Auslandsvertretung. Mit ihnen können sie sich über die Inhalte der Ausbildung austauschen und von ihrem Erfahrungsschatz profitieren.

Studienfahrten nach Brüssel zu den Europäischen Institutionen, nach Den Haag zu den Internationalen Gerichtshöfen, nach Wien zur OSZE oder den Vereinten Nationen in Genf eröffnen den Kontakt zu weiteren wichtigen Ansprechpartnern.

Arbeitgeber: Wer sucht Diplomaten

Diplomaten arbeiten im Auftrag des Auswärtigen Amtes der Bundesrepublik Deutschland.

Stellenangebote für Diplomaten

Gehalt: Was verdient man als Diplomat?

Das Einstiegsgehalt als Diplomat ist in der Besoldungsgruppe A 13 angesiedelt. Somit erhalten Berufseinsteiger ein Grundgehalt von rund 3.400 Euro brutto im Monat. Hinzu kommen Auslandszuschläge in Höhe von etwa 1.500 Euro.

Die Höhe des Einkommens steigt nicht nur mit zunehmender Berufserfahrung, sondern ist auch in hohem Maße von Auslandszuschlägen geprägt. Der Einsatzort eines Diplomaten wechselt alle drei bis fünf Jahre. Die Einsatzorte werden in die Kategorien A, B und C aufgeteilt.

C steht für die Länder mit dem geringsten Beliebtheitsgrad und oftmals auch der höchsten Riskostufe, während Länder der Kategorie A jenen entsprechen, in denen die meisten Jobanwärter arbeiten wollen. Der Auslandszuschlag in den C-Kategorien ist jedoch höher als der der A- oder B-Kategorien – immerhin müssen Diplomaten in diesen Ländern erhebliche Unannehmlichkeiten und Gefahren auf sich nehmen. Und so sind je nach "Ortszuschlag" Einkommen bis zu 14.000 Euro brutto im Monat möglich.

Einstiegschancen: Die Aussichten für Diplomaten

Die Stellen für Diplomaten sind handverlesen. Pro Jahr erhalten gerade einmal zwischen 35 und 45 Jobanwärter aus ganz Deutschland die Chance, die Ausbildung an der Akademie Auswärtiger Dienst in Berlin-Tegel zu durchlaufen. Eine Stelle als Diplomat zu ergattern kommt also dem berüchtigten Sechser im Lotto gleich.

Bewerbung: Womit punkten Diplomaten

Diplomaten müssen eine lange Liste an Kriterien erfüllen, um bei ihrer Bewerbung erfolgreich zu sein:

  • Abgeschlossenes Studium
  • Intellektuelle Flexibilität
  • Verständnis für politische Zusammenhänge
  • Fähigkeit, strategisch zu denken
  • Kontaktfähigkeit
  • Interkulturelle und soziale Kompetenz
  • Führungskompetenz
  • Durchsetzungsvermögen
  • Teamfähigkeit
  • Perfekte Sprachkenntnisse
  • Neugier auf neue Länder, fremde Kulturen und deren unterschiedliche historische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Traditionen und Besonderheiten

Karriere: Die Entwicklungschancen als Diplomat

Wer eine Anstellung als Diplomat ergattert hat, ist bereits auf der höchsten Karrierestufe angekommen. Allerdings ist es natürlich nie verkehrt, sein erworbenes Wissen permanent aufzufrischen und zu vertiefen. Hierfür gibt es spezifische Weiterbildungen in den folgenden Bereichen:

  • Kultur
  • Presse
  • Wirtschaft
  • Entwicklungszusammenarbeit
  • Recht

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