Jobprofil: Feinwerkmechanikermeister

Feinwerkmechanikermeister haben nach ihrer Gesellenprüfung auch die Meisterprüfung erfolgreich absolviert. Sie fertigen kleine Bauteile für Maschinen und Geräte an und arbeiten dabei viel mit Werkzeugmaschinen. Auch übernehmen sie organisatorische Aufgaben im Betrieb, führen Buch und bilden aus. Meister können einen eigenen Betrieb gründen und Führungsaufgaben übernehmen. Auch Feinwerkmechanikermeisterinnen gibt es. Ihr Anteil ist aber minimal.

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Feinwerkmechanikermeister Beruf

Feinwerkmechanikermeister sind die Vorgesetzten von Gesellen. Sie haben die entsprechende Ausbildung selbst durchlaufen und anschließend eine Meisterschule absolviert. Wer verstehen möchte, wie sich der Alltag eines Feinwerkmechanikermeisters gestaltet, braucht zunächst einen Einblick in die Tätigkeit des Feinwerkmechanikers.

Bauteile herstellen:

Die Experten sind zuständig für kleinste Bauteile an verschiedensten Geräten oder Maschinen. Messgeräte für die Wetterbeobachtung zum Beispiel, Montagevorrichtungen für Handys oder Greifwerkzeuge an Montagerobotern.

Werkzeugmaschinen programmieren:

In jedem Fall sind sie immer dann nicht weit, wenn im Werkzeug- und Maschinenbau höchste Präzision gefragt ist. Der Hintergrund: Die meisten Maschinen oder Geräte sind aus einer Vielzahl an Teilen zusammengesetzt. Manche von ihnen sind winzig klein und müssen mit äußerster Sorgfalt gefertigt werden.

Maschinen installieren:

Bohrungen oder Vertiefungen müssen hier auf den Mikrometer genau an der richtigen Stelle sein. Ansonsten besteht die Gefahr, dass Bauteile nicht zusammenzufügen sind. Dafür, dass alles passt, zeichnen Feinwerkmechaniker verantwortlich. Sie fertigen die Bauteile, bei denen es auf das perfekte Maß ankommt und installieren die entsprechenden Maschinen manchmal auch beim Kunden vor Ort.

Ausbildung organisieren:

Während Feinwerkmechaniker die Arbeitsabläufe bei der Erstellung präziser Maschinenbauteile planen, planen ihre Meister die Arbeitsabläufe in dem jeweiligen Fertigungsbetrieb. Zu ihren Aufgaben gehört es auch, die Fachkräfte fachlich anzuleiten und ihre Arbeitsergebnisse abzunehmen. Außerdem sind sie für die betriebliche Ausbildung verantwortlich.

Betrieb verwalten:

Sie erledigen kaufmännische und verwaltende Aufgaben, verhandeln mit Lieferanten, kalkulieren Angebote und beraten Kunden. Wer als selbstständiger Feinwerkmechanikermeister seinen eigenen Betrieb leitet, muss außerdem Entscheidungen über Investitionen treffen. Auch für die Rekrutierung und Auswahl neuer Mitarbeiter ist er verantwortlich.

Entscheidungen treffen:

Feinwerkmechanikermeister treffen viele strategische Entscheidungen und tragen somit das Geschäftsrisiko mit. Diese Verantwortung geht aufgrund der Vielfalt der Aufgaben häufig mit vielen Extrastunden einher und kann psychisch belasten. Die Chancen auf dem Arbeitsmarkt stehen derweil gut.

Fähigkeiten

Feinwerkmechanikermeister sollten über diese Kompetenzen und Soft Skills verfügen:

Lesetipp: Warum sollten wir Sie einstellen?

Feinwerkmechanikermeister Gehalt

Feinwerkmechaniker kommen meist auf ein monatliches Bruttogehalt von 2.800 Euro bis 3.500 Euro. Als Meister können sie weitaus mehr verdienen. Gehälter von mehr als 5.500 Euro brutto im Monat sind mit einem eigenen Betrieb oder als Führungskraft in einem größeren Unternehmen absolut realistisch.

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Lesetipp: Was bleibt netto vom brutto?

Feinwerkmechanikermeister werden

Feinwerkmechanikermeister werden kann, wer zuvor eine Gesellen- oder Facharbeiterprüfung bestanden hat. Stimmt der Berufsabschluss nicht mit dem angestrebten Meistergewerk überein, muss er oder sie zusätzlich eine mehrjährige praktische Tätigkeit über eine Dauer von 24 Monaten nachweisen. Wer ohne anerkannte Berufsausbildung ist, muss eine sechsjährige Berufspraxis im betreffenden Handwerk nachweisen können.

Meisterlehrgang:

Wer den Meisterbrief erwerben möchte, nimmt in der Regel an einem Meisterlehrgang teil. Dieser kann in Teil- oder Vollzeit absolviert werden. In Vollzeit nimmt er etwa ein dreiviertel Jahr in Anspruch, in Teilzeit etwa eineinhalb Jahre. Verpflichtend ist die entsprechende Weiterbildung aber nicht. Die Meisterprüfung kann auch ohne sie absolviert werden. Die Meisterprüfung findet meist im Anschluss an den Lehrgang vor dem Prüfungsausschuss der jeweiligen Handwerkskammer statt.

Meisterkurs Inhalte

Die Weiterbildung zum Meister gliedert sich in vier Teile: einen fachpraktischen Teil, einen fachtheoretischenTeil, einen betriebswirtschaftlichen, kaufmännischen und rechtlichen Teil sowie einen berufs- und arbeitspädagogischen Teil.

Dabei lernen angehende Feinwerkmechanikermeister unter anderem:

  • Arbeiten mit Werkzeugmaschinen
  • Computerized Numerical Control (CNC)
  • Computer Aided Design (CAD)
  • Steuerungstechnik
  • Feinwerktechnik
  • Auftragsabwicklung mit EDV
  • Betriebsführung und Betriebsorganisation
  • Rechnungswesen und Controlling
  • Rechtliche und steuerliche Grundlagen
  • Aufgaben als Ausbilder

Meisterprüfung

Von deutschlandweit 625 geprüften Feinwerkmechanikern im Jahr 2020 haben nach Angaben des Zentralverbands des Deutschen Handwerks (ZDH) 622 ihre Meisterprüfung bestanden – also 99,5 Prozent. Von den 622 frischgebackenen Feinwerkmechanikermeistern waren 16 weiblich – dies entspricht einer Quote von 2,5 Prozent.

Feinwerkmechanikermeister Jobs

Feinwerkmechanikermeister haben die Möglichkeit, einen Betrieb zu gründen oder als Angestellter in leitender Funktion mit Führungsverantwortung zu arbeiten. Sie arbeiten im Maschinen- und Werkzeugbau, bei Herstellern feinmechanischer und elektrischer Messinstrumente sowie im Kraftfahrzeugbau.

Studium:

Das heißt aber nicht, dass sie nicht immer noch eine Schippe drauflegen können. Wer zum Beispiel in die Geschäftsführung eines großen Konzerns vorstoßen will, sollte sich überlegen, ob er nicht nochmal die Hochschule besucht und sein Know-how wissenschaftlich untermauert. Infrage kommen ein Studium in Maschinenbau oder Konstruktionstechnik. Es dauert zwischen sechs und acht Semestern.

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