Jobprofil: Hufschmiede

Hufschmiede beschlagen Pferde mit Hufeisen. Sie stellen die Hufeisen her, passen sie an und stehen den Pferdebesitzern mit Rat und Tat zur Seite. Offiziell heißt der Beruf Hufbeschlagschmied. Man erlernt ihn durch eine Weiterbildung. Eine abgeschlossene Berufsausbildung ist Voraussetzung. Bewerber haben aktuell sehr gute Perspektiven.

Hufschmiede Beruf Profil Hufbeschlagschmied

Hufschmied Beruf

Hufschmiede versorgen jedes Pferd mit dem passenden Schuhwerk. Dabei gibt es erhebliche Unterschiede. Denn Pferde bewältigen völlig verschiedene Aufgaben – ebenso unterschiedliche Funktionen müssen ihre Hufbeschläge erfüllen. So unterschieden Hufschmiede zwischen Fahrpferdebeschlägen, Sportpferdebeschlägen, Reitpferdebeschlägen, Gangpferdebeschlägen und Kaltblutpferdebeschlägen.

Tiere kennenlernen:

Um eine gute Arbeit am Huf zu machen, ist neben Fachwissen ein gutes Gespür für das zu beschlagende Tier eine Grundvoraussetzung. Da der Huf nicht an allen Stellen schmerzunempfindlich ist, muss ein Hufschmied mit Gefühl arbeiten und genau auf die Reaktionen des Tieres achten. Sonst bereitet er dem Pferd schlimmstenfalls unnötige Schmerzen.

Hufe beschlagen:

Das ist vor allem beim Kürzen und Korrigieren von Hufen wichtig, was auch zu den traditionellen Aufgaben eines Hufschmieds gehört. So bereitet er den Huf für den Beschlag durch Ausschneiden, Wirken und Raspeln des Horns vor. Der Schmied ist auch dazu ausgebildet, Huffehlstellungen oder Hufkrankheiten durch das Anbringen spezieller Beschläge zu therapieren, beziehungsweise die Heilung zu fördern.

Hufeisen herstellen:

Die jeweiligen Hufeisen und Hufnägel sind übrigens Spezialanfertigungen für jedes Tier und werden von Hufschmieden in ihrer eigenen Werkstatt hergestellt. Mit ihnen beschlägt er nicht nur Pferde, sondern auch Esel und Maultiere.

Besitzer beraten:

Die Work-Life-Balance von Hufbeschlagschmieden ist in der Regel relativ ausgewogen. Allerdings gibt es auch anspruchsvolle Kunden, die für ihre wertvollen Vierbeiner eine Verfügbarkeit rund um die Uhr und umfassendes Pferde-Knowhow erwarten. Die Chancen auf dem Arbeitsmarkt sind dafür gut. Das Angebot an Fachkräften stagniert, während die Begeisterung für Pferde und Reitsport keineswegs zurückgeht.

Hufschmiede Fähigkeiten

Hufschmiede können in ihren Bewerbungsunterlagen, im Lebenslauf und im Anschreiben bei Arbeitgebern mit diesen Talenten punkten:

  • Feingefühl gegenüber Tieren
  • Geschicklichkeit
  • Körperliche Fitness
  • Stressresistenz
  • Hilfsbereitschaft
  • Gewissenhaftigkeit
  • Ruhe
  • Engagement
  • Motivation
  • Flexibilität

Lesetipp: Wenn Sie ein Tier wären welches wären Sie?

Hufschmied Gehalt

Hufschmiede können mit einem monatlichen Bruttogehalt von 3.000 Euro rechnen. Berufsanfänger steigen zwischen 2.000 und 2.800 Euro ein. Gehälter von 3.500 bis 4.000 Euro sind mit zunehmender Berufserfahrung realistisch, für Hufbeschlaglehrschmiede auch 5.000 Euro brutto. Speziell für Selbstständige ist auch ein weitaus höheres Einkommen möglich – viel Einsatz, Wochenendarbeit und einen zahlungskräftigen Kundenkreis vorausgesetzt.

Hufschmied Gehalt Einkommen Lohn Verdienst

Hufschmied Gehaltsvergleich

Hufschmied werden

Bei der Ausbildung zum Hufbeschlagschmied handelt es sich um keine duale Berufsausbildung, sondern um eine Weiterbildung. Sie ist gesetzlich geregelt und setzt eine erste abgeschlossene Berufsausbildung oder ein Studium voraus. Vor allem eine Ausbildung als Pferdewirt oder im Metallbauerhandwerk ist sinnvoll – zum Beispiel als Metallbauer, Feinwerkmechaniker oder Metall- und Glockengießer – und kann die Weiterbildungszeit verkürzen.

Praxis:

Am Anfang steht für Hufschmiede meist ein vierwöchiger Einführungslehrgang an einer staatlich anerkannten Hufbeschlagschule. Hieran schließt sich eine zweijährige sozialversicherungspflichtige Tätigkeit bei einem Hufschmied an. In dieser Zeit lernen Berufsanwärter alles, was sie für ihre Berufspraxis brauchen. Sie lernen den Umgang mit Pferden, Eseln und Maultieren, Werkzeuge fachgerecht zu verwenden, verschiedene Hufbeschläge herzustellen und Hufe richtig zu beschlagen.

Prüfung:

Danach steht die Teilnahme an einem viermonatigen Vorbereitungslehrgang auf die Hufbeschlagprüfung an einer staatlich anerkannten Hufbeschlagschule an. Am Ende steht die Prüfung zum Hufbeschlagschmied. Danach dürfen sich erfolgreiche Teilnehmer staatlich geprüfte Hufbeschlagschmiede nennen. Staatliche anerkannte Hubeschlagschulen gibt es in Gießen, Berlin, Neuwied, Schwaiganger, Münster, Hannover, Dortmund, Kamern, Leipzig, Beltheim/Mannebach, Kisdorf und Verden.

Hufschmiede Jobs

Hufschmiede finden eine Anstellung in Tierkliniken, Gestüten oder bei anderen Hufschmieden. Sie haben außerdem die Möglichkeit, sich selbstständig zu machen und einen eigenen Kundenstamm aufzubauen.

Weiterbildung

Nach ihrer erfolgreichen Ausbildung können sich Hufschmiede zu Hufbeschlagslehrschmieden weiterbilden. Dadurch können sie andere angehende Hufschmiede an den Fachschulen ausbilden. Voraussetzung ist allerdings eine etwa fünfjährige Weiterbildungsphase parallel zum Job und eine erfolgreich abgelegte Prüfung. Es gibt auch die Möglichkeit, die Prüfung zum Huschmiedmeister zu absolvieren. Hier lernen Hufschmiede, einen eigenen Betrieb zu führen.

Hufschmiede Zukunft

Der Beruf des Hufschmieds hat ziemlich gute Zukunftsaussichten. Während es in Deutschland Millionen begeisterter Reiter und Pferdesportler gibt, stagniert die Zahl der Hufbeschlagschmiede seit Jahren bei rund 3.500 – Tendenz sinkend. Die Branche hat erhebliche Probleme, qualifizierten Nachwuchs zu finden. Wer ein Herz für Pferde hat, handwerklich geschickt ist und sich eine Laufbahn als Hufschmied vorstellen kann, dürfte aktuell kaum Probleme haben, einen passenden Job bzw. Ausbildungsplatz zu finden.

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