Jobprofil: Ökotrophologen (m/w)

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Steckbrief: Ökotrophologe (m/w)

Ausbildung:
Studium
Work-Life Balance:
Normal (40-45 Stunden)
Einstiegsgehalt:
2.600 €
Spitzengehalt:
5.000+ €

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Das Berufsprofil: Ökotrophologe

Was macht eigentlich ein Ökotrophologe? Diese Frage zu beantworten, fällt nicht ganz leicht. Ökotrophologen sind grundsätzlich Absolventen des gleichnamigen Studiums oder auch:Ernährungswissenschaften. Das war’s dann aber auch schon wieder mit den Gemeinsamkeiten. Denn, was ausgebildete Ökotrophologen nach ihrem Abschluss im einzelnen beruflich machen, unterscheidet sich enorm.

Grundsätzlich stehen den Experten für Haushalts- und Ernährungswissenschaften, wie die Ökotrophologie ganz korrekt auf Deutsch übersetzt heißt, viele Türen offen. Die Bandbreite reicht von der Beratung von Patienten zu gesunder Ernährung als Ernährungsberater bis hin zu einer Tätigkeit im Marketing bei einem Lebensmittelhersteller.

Insofern gibt es das spezifische Jobprofil Ökotrophologe nicht. Ökotrophologen werden im Qualitätsmanagement, im Marketing, im Vertrieb und in der Produktion, Produktentwicklung, Konservierung oder Veredlung von Lebensmitteln vor allem in der Ernährungsindustrie gesucht.

Das haben Auswertungen des Stellenmarkts für Ökotrophologen ergeben, die der Berufsverband VDOE gemacht hat. Weitere mögliche, aber seltenere Berufsfelder sind Forschung und Lehre oder auch die Pharmaberatung.

Auch im medizinischen Bereich sind Ökotrophologen zu finden. Beispielsweise sind sie beim klinischen Monitoring für die Durchführung und Überwachung von Studien zuständig. Etwa in Bereichen, in denen das Krankheitsbild Diabetes, dessen Ursachen und potenzielle Präventionsmöglichkeiten erforscht werden.

Die Work Life Balance von Ökotrophologen hängt - logisch - von dem Jobprofil ab, in dem die Experten arbeiten und ist von Fall zu Fall unterschiedlich. Einheitlicher fallen hingegen die Arbeitsmarktprognosen aus. Diese gestalten sich bereichsübergreifend gut bis sehr gut.

Wie wird man Ökotrophologe?

Während ihres Studiums blicken Ökotrophologen nicht nur auf den Teller, sondern bewusst über den Tellerrand hinaus. Auf dem Stundenplan steht ein bunter Mix aus Vorlesungen aus unterschiedlichen Fachrichtungen.

Dazu gehören nicht nur Ernährungswissenschaften, Haushaltswissenschaften und Ernährungsökonomie, sondern auch:

  • Biochemie
  • Ernährungsphysiologie
  • Biologie
  • Politik und Märkte der Agrar- und Ernährungswirtschaft
  • Volkswirtschaftslehre und Betriebswirtschaftslehre
  • Betriebliches Produktionsmanagement in der Ernährungswirtschaft
  • Anatomie und Physiologie
  • Familie und Gesellschaft
  • Wirtschaftslehre des Haushalts
  • Mathematik
  • Statistik
  • Lebensmittel tierischer Herkunft
  • Pflanzliche Lebensmittel

Neben Kenntnissen über Lebensmittel, den physiologischen Grundlagen der menschlichen Ernährung und der Prävention von Krankheiten vermittelt der Studiengang der Ökotrophologie auch ein umfassendes Bild über sozial- und wirtschaftswissenschaftliche Aspekte, die in Zusammenhang mit Ernährung stehen.

Dazu gehören auch die wirtschafts- und sozialwissenschaftliche Belange der Alltagsversorgung, ökonomische Analysen der Verarbeitung und Vermarktung von Lebensmitteln oder der Stellenwert der Ernährung im öffentlichen Gesundheitswesen.

Das Studium dauert sechs Semester und endet mit dem Verfassen einer Bachelorthesis. Je nach Interesse und Berufswunsch können sich Studenten auf verschiedene Bereiche spezialisieren. Diese unterscheiden sich von Studiengang zu Studiengang. Beispiele dafür sind:

  • Versorgungsmanagement
  • Ungleichheits- und Armutsforschung
  • Konsummuster privater Lebensformen
  • Alltagsmanagement privater Haushalte
  • Marketing in der Agrar- und Ernährungswirtschaft
  • Grundlagen der Ernährungsmedizin
  • Angewandte Diätetik

Das Fach kann an Universitäten und Fachhochschulen studiert werden. Vor allem an Fachhochschulen sind Praxisphasen in das Studium integriert. Zum Beispiel ein mehrwöchiges Praktikum in einem Betrieb, eine Projektarbeit oder sogar ein ganzes Praxissemester.

Arbeitgeber: Wer sucht Ökotrophologen

Ökotrophologen arbeiten in den folgenden Bereichen:

  • Lebensmittelindustrie 
  • Pharmaindustrie
  • Medizin
  • Ernährungsberatung
  • Hotel- und Gastronomiebetriebe
  • Pflege- und Gesundheitssektor
  • Verbraucherschutz und -information
  • Lebensmittelindustrie
  • Gesundheits- und Ernährungsberatung
  • Erwachsenenbildung
  • Wissenschaftliche Verlage

Gehalt: Was verdient man als Ökotrophologe?

Das Gehalt von Ökotrophologen hängt wie in anderen Berufen auch vor allem von der Größe des Arbeitgebers, der Erfahrung und der Region ab. Das Einstiegsgehalt nach dem Studium rangiert zwischen 2.600 und 2.800 Euro brutto im Monat, wobei es hier je nach Fachgebiet deutliche Ausreißer nach oben und nach unten gibt.

Nach mehreren Jahren Berufserfahrung klettert das Gehalt in den verschiedenen Bereichen auch auf sehr unterschiedliche Weise nach oben. In der Ernährungsberatung liegt der durchschnittliche Verdienst etwa bei 3.750 Euro brutto im Monat. In der Qualitätssicherung fließen Ökotrophologen 3.300 Euro brutto im Monat aufs Konto.

In der Forschung, beispielsweise für die Lebensmittel- oder die Pharmaindustrie, sind es derweil rund 4.000 und in der Produktentwicklung ungefähr 4.300 Euro. Spitzenreiter sind Produktmanager, die einen monatlichen Bruttoverdienst von bis zu 5.000 Euro nach Hause tragen.

Einstiegschancen: Die Aussichten für Ökotrophologen

Die Lebensmittelindustrie bietet seit Jahren mehr als die Hälfte aller Stellen für Ökotrophologen. Wegen ihrer interdisziplinären Ausbildung sind Ökotrophologen jedoch als Allrounder bekannt und daher auch in anderen Bereichen der Wirtschaft flexibel einsetzbar.

Da sie kompetent in Betriebswirtschaft, Arbeits- und Sozialwissenschaft, Kommunikation und Naturwissenschaft sind, sind sie in vielen Bereichen und Branchen zu finden. Außerhalb der Lebensmittelindustrie arbeiten sie beispielsweise in Krankenhäusern, Kantinen, Versorgungsbetrieben, im Catering oder machen Pressearbeit für Verbände.

Bewerbung: Womit punkten Ökotrophologen

Womit können angehende Ökotrophologen in Anschreiben und Lebenslauf punkten? Folgende Hard und Soft Skills sind von Vorteil:

  • Abgeschlossenes Studium
  • Interesse für gesellschaftliche und naturwissenschaftliche Abläufe
  • Hohe Eigenmotivation
  • Selbstständigkeit
  • Analysefähigkeit
  • Problemlösefähigkeit
  • Empathie

Karriere: Die Entwicklungschancen als Ökotrophologe

Ökotrophologen haben diverse Möglichkeiten, die Karriereleiter nach oben zu steigen. Allerdings führt dieser Weg in der Regel über Weiter- und Fortbildungen. Danach kann eine Fach- oder Führungslaufbahn in einem bestimmten Bereich eingeschlagen werden.

Hierzu bietet sich zum Beispiel ein Zusatzstudium mit dem Abschluss Master of Science an. Es dauert meist zwei Jahre.

Es kann in den folgenden Bereichen absolviert werden:

  • Ernährungs- und Lebensmittelwissenschaften
  • Ernährungswissenschaften
  • Food Sciences
  • Nachhaltige Dienstleistungs- und Ernährungswirtschaft
  • Public Health Nutrition

Wer eine noch höhere Qualifikation anstrebt, kann im Fach Ökotrophologie promovieren und trägt dann den Titel Dr. oec. troph. Die Promotion ebnet den Weg für eine Führungsposition, aber auch für eine Karriere im Bereich Wissenschaft und Forschung.

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