Jobprofil: Trainees

Berufsprofil    Einstieg    Arbeitgeber    Gehalt    Einstiegschancen    Bewerbung    Karriere    Jobs  

Das Berufsprofil: Trainee

Wenn für junge Akademiker das Ende der Hochschulzeit naht, steht für viele die Frage im Raum: Was kommt jetzt? Während sich einige direkt auf eine Fachstelle bewerben, bevorzugen andere den Karriereeinstieg über ein sogenanntes Traineeprogramm. Dabei handelt es sich um eine Kurzausbildung nach dem Studium, in der Absolventen von der Pike auf zur Fach- und/oder Führungskraft ausgebildet werden. Meist dauert das Traineeship (wie es auch genannt wird) zwischen ein und zwei Jahren.

Während klassische Berufseinsteiger von Anfang an eine feste Position besetzen, werden Trainees durch berufsbegleitende Trainings und Mentoringprogramme individuell gefördert und nach und nach auf den avisierten Beruf vorbereitet. Ziel ist es, den Trainees in dieser Zeit die Chance zu geben, ihre persönlichen Stärken und fachlichen Kompetenzen auszubauen, um diese bestmöglich ins Unternehmen einbringen können.

Der Übergang von Uni zu Beruf kommt somit keinem Sprung ins kalte Wasser gleich. Zeit zum Däumchendrehen haben Trainees aber trotzdem nicht: Das Lern-Pensum ist meist hoch und breit gefächert. Hinzu kommt, dass Trainees im Berufsalltag durchaus schon früh Verantwortung übernehmen.

Dafür sind die Berufsaussichten vergleichsweise gut: Die überwiegende Mehrheit der Teilnehmer eines Trainee-Programms wird im Anschluss vom Unternehmen übernommen (siehe unten „Karriere“) – und Trainee-Stellen werden aktuell zahlreich ausgeschrieben – auch auf Karrieresprung.de.

Wie wird man Trainee?

Wer sich für das Jobprofil Trainee interessiert, sollte bei der Suche nach einer passenden Stelle im Blick behalten, dass die Begriffe „Traineeprogramm“ oder „Traineeship“ nicht geschützt sind. Es kann also theoretisch jede Firma eine solche Ausbildung nach dem Studium anbieten. Da es auch keine einheitlichen Standards gibt, sollten angehende Trainees unbedingt die Stellenbeschreibung und die Struktur des Traineeprogramms genau unter die Lupe nehmen, um in der Zeit der Ausbildung ein möglichst breit gefächertes Wissen zu erwerben.

Fragen Sie sich unbedingt:

  • Wie ist das Programm aufgebaut?
  • Welche Stationen durchlaufen Sie?
  • Sind Auslandsaufenthalte möglich?
  • Werden Sie einen Mentor haben?
  • Gibt es Theorieblöcke, interne sowie externe Fortbildungen?

Wird zum Beispiel nicht vorher im Traineevertrag festgehalten, welche Abteilungen und Bereiche Sie durchlaufen, besteht die Gefahr, beliebig eingesetzt zu werden – wo gerade Not am Mann oder an der Frau ist. Klar, dass das nicht unbedingt die eigene Karriere befördert.

Bei hochwertigen Traineeships hingegen machen Hochschulabsolventen in der Regel für einige Wochen oder Monate Zwischenstopps in den unterschiedlichen Abteilungen ihres Arbeitgebers und lernen diesen in all seinen Facetten kennen. Job-Rotation nennt sich diese Vorgehensweise. Auch Hospitanzen an unterschiedlichen Unternehmensstandorten sind keine Seltenheit. Bei global agierenden Unternehmen ist meist auch ein Auslandsaufenthalt Bestandteil des Traineeprogramms.

In der Regel zielt ein Traineeprogramm auf die Übernahme der jeweiligen Fachkraft ab. In vielen Unternehmen starten Trainees ihre Ausbildung daher mit einem Einsatz in dem Bereich, in dem sie später einmal unterkommen wollen. Bei ihren unterschiedlichen Hospitanzen im Unternehmen lernen Trainees nicht nur das Tagesgeschäft kennen, sondern tragen hier und da auch schon Projektverantwortung. Der Mitarbeiter wird also gezielt in seinem Wissen und seinen Kompetenzen aufgebaut.

Aufgrund des Prinzips der Job-Rotation lernt der Trainee darüber hinaus abteilungsübergreifend zu denken und zu handeln. Das hilft ihm, in seiner späteren Position Entscheidungen nicht nur im Sinn der eigenen Abteilung zu treffen, sondern auch deren Auswirkungen auf andere Unternehmensbereiche zu berücksichtigen. Durch fachliche Schulungen und Soft-Skill-Trainings werden die angehenden Fach- und Führungskräfte auch inhaltlich optimal auf den Beruf vorbereitet.

Jobs als Trainees für Sie:

Traineeprogramme werden von Unternehmen fast aller Branchen und Größen angeboten – mit Ausnahme der Bereiche Journalismus und PR. Hier firmiert die Ausbildung nach dem Studium unter dem Titel Volontariat.

Überwiegend bieten folgende Sektoren Traineeprogramme an:

  • Vertrieb
  • Controlling
  • Personal
  • Marketing
  • Einkauf
  • Produktion und Technik
  • Logistik
  • Forschung und Entwicklung

Relativ standardisiert laufen die Traineeprogramme in großen Konzernen ab, während die Ausbildung bei kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMU) individueller konzipiert sind.

Das heißt aber nicht, dass die Ausbildung qualitativ schlechter wäre. Zwar verfügen kleinere Unternehmen über weniger Bereiche als die großen Konzerne der Branche, punkten aber mit einem ganz entscheidenden Vorteil: flache Hierarchien.

Die Wahrscheinlichkeit, relativ nah dran an den Entscheidungen der Geschäftsführung zu sein, ist hier erheblich größer. Das fördert insbesondere das unternehmerische Denken, das bei angehenden Fach- und Führungskarrieren entscheidend ist.

Übrigens haben hier und da auch Quereinsteiger gute Chancen auf den Einstieg als Trainee. Vor allem kleinere Firmen setzen nicht unbedingt immer ein abgeschlossenes Hochschulstudium voraus.

Gehalt: Was verdient man als Trainee?

Das durchschnittliche Trainee-Gehalt liegt bei rund 38.000 Euro pro Jahr, wobei die tatsächliche Höhe des Einkommens je nach Branche, Studienrichtung und Qualifikation variiert. So verdienen etwa Master-Absolventen im Schnitt 1000 Euro pro Monat mehr als Inhaber eines Bachelor-Abschlusses.

Auch die Firmengröße hat einen erheblichen Einfluss auf das Jahressalär:

  • Konzerne zahlen im Schnitt rund 44.000 Euro pro Jahr.
  • Große Mittelständler zahlen im Schnitt rund 36.000 Euro pro Jahr.
  • Kleinere Mittelständler zahlen im Schnitt rund 30.000 Euro pro Jahr.

Einstiegschancen: Die Aussichten für Trainees

In vielen Fällen sind Traineeprogramme wahre Karriereturbos. Die größte Nachfrage nach Trainees besteht in den Bereichen:

  • Vertrieb
  • Marketing
  • Versicherungen
  • Finanzdienstleistungen
  • IT

Meist bieten Ballungsräume wie München, Frankfurt am Main, Hamburg, Berlin, Düsseldorf und Stuttgart sehr gute Jobperspektiven. Geringere Chancen bestehen hingegen in den neuen Bundesländern.

Bewerbung: Womit punkten Trainees

Da Traineeprogramme nicht selten darauf abzielen, die künftigen Führungskräfte im Unternehmen zu entwickeln, sind die Anforderungen an die Bewerber mitunter recht hoch. Wichtig ist, in den Bewerbungsunterlagen einschlägige fachliche Kompetenzen nachweisen zu können. Dazu zählen meist:

  • Ein abgeschlossenes Studium
  • Praktika (alternativ eine abgeschlossene Ausbildung)
  • Fremdsprachenkenntnisse
  • Auslandserfahrungen

Auch die Anforderungen an die mitzubringenden Soft Skills sind relativ hoch. Erwartet werden:

  • Eigeninitiative
  • Verantwortungsbewusstsein
  • Analytisches Denken
  • Zielorientierung
  • Soziale und kommunikative Kompetenzen
  • Teamgeist
  • Neugier
  • Lernbereitschaft
  • Flexibilität
  • Belastbarkeit
  • Kreativität

Wie Unternehmen Talente auswählen, unterscheidet sich stark. Manche bauen klassisch auf Telefoninterviews und Vorstellungsgespräch, andere suchen ihre Trainee-Anwärter über Assessment Center aus oder bieten Praxistage im Unternehmen an, in denen sie testen, ob die jeweiligen Kandidaten ins Team passen oder nicht.

Karriere: Die Entwicklungschancen als Trainee

Die Übernahmequote nach einem absolvierten Traineeprogramm ist mit 93 Prozent vergleichsweise hoch. Allerdings kommt es vor, dass Unternehmen danach zunächst nur befristete Verträge anbieten. Doch selbst wenn es mit der Übernahme im Stammbetrieb nicht klappt, sind die Karriereperspektiven überdurchschnittlich gut.

Branchenübergreifend werden gut ausgebildete Nachwuchskräfte mit Führungskraft-Potenzial händeringend gesucht. Allen voran in IT, aber auch andere Branchen sind durch einen nachhaltigen Fachkräftemangel stark ausgedünnt.