Jobprofil: Bestattungsfachkraft

Bestattungsfachkräfte kümmern sich bei einem Todesfall um das Begräbnis. Sie beraten die Hinterbliebenen, organisieren die Trauerfeier und erledigen die anfallenden Formalitäten. Eine Bestattungsfachkraft überführt den Verstorbenen zunächst in das Bestattungsinstitut, übernimmt die hygienische Grundversorgung und richtet Sarg oder Urne her. Die Ausbildung zur Bestattungsfachkraft dauert drei Jahre. Bewerber mit mittlerer Reife oder Abitur werden bevorzugt eingestellt, aber auch Hauptschüler haben Chancen auf eine Lehrstelle. Bestatter ist allerdings kein geschützter Beruf. Theoretisch kann jeder als Bestatter tätig werden.

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Pro Jahr sterben in Deutschland 800.000 bis eine Million Menschen. Bestattungsfachkräfte kümmern sich um die Verstorbenen. Hat der Arzt den Tod bescheinigt, holen sie den Leichnam ab und bereiten alles für seine Beerdigung vor.

Ruhe ausstrahlen:

Im Umgang mit Trauernden müssen die Fachkräfte sehr sensibel sein. Sie brauchen aber auch einen klaren Kopf. Denn innerhalb weniger Tage gibt es viel zu regeln, nachdem ein Mensch gestorben ist. An manchen Tagen kommt es sogar mehrmals vor, dass Bestattungsfachkräfte zu einem Verstorbenen gerufen werden. Dennoch gilt es Ruhe zu bewahren – und Ruhe auszustrahlen.

Leichnam überführen:

Nach der Überführung eines Toten in das Bestattungsinstitut wird dessen Leichnam gereinigt, frisiert und angezogen. Eine Bestattungsfachkraft sollte Respekt, aber keine Angst oder gar Ekel vor toten Menschen haben. Das ist wichtig. Denn in bestimmten Situationen riechen Tote nicht immer angenehm. Manche sind auch nach Unfällen entstellt.

Verstorbenen herrichten:

Eine Seite des Berufs, die nicht immer leicht zu verdauen ist. In diesen Situationen müssen Bestattungsfachkräfte dennoch äußerste Professionalität an den Tag legen und den Verstorbenen möglichst schön herrichten. Es geht schließlich um den letzten Abschied von einem Toten. Seine Angehörigen sollen ihm angemessen Lebewohl sagen können und ein schönes ruhiges Bild von ihm in Erinnerung behalten.

Trauernde betreuen:

Der enge Kontakt mit den Angehörigen ist ein fester Bestandteil des Berufs. In ihrer Trauer sind Menschen oft hilflos. Daher brauchen Bestatter Geduld. Sie erfragen in Beratungsgesprächen die Wünsche rund um die Beerdigung und müssen dabei gleichzeitig Normen, Regeln und Bräuche beachten. Sie beraten bei der Sarg- oder Urnenauswahl und organisieren einen Trauerredner. Auch die Musik oder die Blumendekoration für den Sarg kommen zur Sprache.

Nerven bewahren:

Bestattungsfachkräfte brauchen nicht nur viel Fingerspitzengefühl. Außerdem müssen sie lernen, mit vielen traurigen Schicksalen umzugehen. Es gibt Sterbefälle, die einem Bestatter näher gehen können als andere. Zum Beispiel, wenn es sich bei einem Verstorbenen um ein Kind oder einen sehr jungen Menschen handelt. Manche Erlebnisse nehmen Bestatter mit nach Hause. Der Job kann an die Nerven gehen, aber auch sehr erfüllend sein.

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Bestattungsfachkraft Aufgaben

Dies sind die wesentlichen Aufgaben einer Bestattungsfachkraft:

  • Hinterbliebene und Angehörige beraten und betreuen
  • Trauerfeiern organisieren
  • Erdbestattungen, Feuerbestattungen und Seebestattungen organisieren und durchführen
  • Todesanzeigen und Trauerbriefe abfassen
  • Särge und Urnen herrichten
  • Verstorbene überführen
  • Verstorbene reinigen, waschen, einbalsamieren, rasieren, frisieren, einkleiden
  • Verstorbene aufbahren und einsargen
  • Formalitäten für Behörden und Kirche erledigen
  • Kaufmännische Aufgaben erledigen

Bestattungsfachkräfte Fähigkeiten

Bestatter sollten in ihren Bewerbungsunterlagen in Anschreiben und Lebenslauf einige der folgenden Fähigkeiten, Stärken und Soft Skills erwähnen, um mit ihrer Bewerbung zu punkten:

Lesetipp: Welche Fragen im Vorstellungsgespräch kommen auf mich zu?
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Bestattungsfachkraft Gehalt

Bestattungsfachkräfte verdienen im Schnitt rund 2.600 bis 2.800 Euro brutto im Monat. Sie steigen mit 2.000 bis 2.500 Euro brutto in den Beruf ein. Im Laufe der Jahre können sich Bestatter auf monatliche Gehälter von 3.000 bis 3.400 Euro brutto steigern. Azubis kommen auf Einkommen von 555 bis 1.139 Euro brutto monatlich.

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Bestattungsfachkraft werden

Bestatter ist in Deutschland kein geschützter Beruf. Theoretisch kann jeder, ein über einen Gewerbeschein verfügt, als Bestatter tätig werden. Eine Ausbildung ist nicht zwingend erforderlich, auch ein Quereinstieg ist möglich. Der sicherste und einfachste Weg in den Job führt aber über eine Ausbildung zur Bestattungsfachkraft.

Bestattungsfachkraft Ausbildung

Die Ausbildung zur Bestattungsfachkraft dauert drei Jahre. Vor dem Ende des zweiten Ausbildungsjahres müssen die Azubis eine Zwischenprüfung ablegen. Die Ausbildung endet nach dem dritten Ausbildungsjahr mit einer Abschlussprüfung. Formale Zugangsbedingungen gibt es keine, wenngleich Betriebe Bewerber mit mittlerer Reife oder Abitur bevorzugen. Hauptschüler haben aber ebenfalls realistische Chancen auf eine Lehrstelle.

Von den Ausbildungsanfängern im Jahr 2019 hatten nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit…

  • 38 Prozent die Hochschulreife
  • 42 Prozent einen mittleren Bildungsabschluss
  • 18 Prozent einen Hauptschulabschluss
  • 1 Prozent keinen Hauptschulabschluss und 1 Prozent Sonstiges

Ausbildung Inhalte

Zu den Ausbildungsinhalten zählen:

  • Organisation von Trauerfeiern, Beisetzungen und Bestattungen
  • Riten und Gebräuche
  • Rechtsvorschriften, Normen
  • Geschäftsprozesse dokumentieren
  • Waren, Materialien und Dienstleistungen bereithalten
  • Friedhöfe verwalten
  • Bestattungsverträge abschließen und abrechnen
  • Das Bestattungsunternehmen marktorientiert präsentieren
  • Psychologische Betreuung Hinterbliebener
  • Verstorbene versorgen und transportieren

Bestattungsfachkräfte Ausbildung Gehalt

Bestattungsfachkräfte können während ihrer Ausbildung mit folgenden monatlichen Bruttogehältern rechnen. Die Höhe der Vergütung ist von Standort und Gewerbe abhängig; im öffentlichen Dienst verdienen Bestatter mehr als im Bestattungsgewerbe.

  • 1. Ausbildungsjahr: 555 Euro bis 1.043 Euro brutto pro Monat
  • 2. Ausbildungsjahr: 650 Euro bis 1.093 Euro
  • 3. Ausbildungsjahr: 750 Euro bis 1.139 Euro

Bestattungsfachkraft Jobs

Bestatter und Bestattungsfachkräfte finden bei diesen Arbeitgebern Beschäftigung und Stellenangebote:

  • Bestattungsinstitute
  • Friedhöfe
  • Krematorien
  • Friedhofsverwaltungen

Weiterbildung

Wer die dreijährige Lehre absolviert hat, kann Weiterbildungen abschließen und verantwortungsvollere Aufgaben übernehmen. Infrage kommen zum Beispiel diese Weiterbildungen:

  • Bestattermeister: Die Ausbildung dauert bis zu zwei Jahre und befähigt zu Tätigkeiten im Bereich der Personalführung und Lehrlingsausbildung.
  • Bestattungsfachwirt: Hierbei handelt es sich um eine eineinhalbjährige Weiterbildung, die zwei Jahre Berufserfahrung voraussetzt. Danach kann man sich auf einen Bereich spezialisieren.

Bestattungsfachkräfte Zukunft

Bestattern und Bestattungsfachkräften geht die Arbeit niemals aus – garantiert. Gestorben wird immer, darum ist der Beruf des Bestatters so zukunftssicher wie kaum ein anderer. Der Bedarf dürfte angesichts des demographischen Wandels und der Alterung der Gesellschaft in den kommenden Jahrzehnten sogar noch zunehmen.

Automatisierung:

Und während in vielen Bereichen Roboter immer mehr Aufgaben übernehmen, müssen sich Bestatter wenig Sorgen machen, dass der eigene Beruf der Digitalisierung zum Opfer fallen könnte. Das Jobprofil lässt sich in vielen Bereichen nicht automatisieren. Nach Einschätzung von Experten lassen sich nur 30 Prozent der üblichen Bestatter-Tätigkeiten von Robotern erledigen. Administrative Aufgaben wie Särge und Equipment zu bestellen oder die Buchhaltung lassen sich automatisieren. Aber ein Roboter kann keine Trauernden beraten und betreuen, Trauergespräche durchführen oder Trauerfeiern organisieren.

Diversität:

Allerdings kommen auch auf Bestattungsunternehmen Veränderungen zu. Immer mehr Menschen entscheiden sich für eine Feuerbestattung, auch Beisetzungen im Wald oder Meer werden häufiger gewählt. Die Bandbreite an Begräbnissen und Bestattungen wird prinzipiell immer größer. Dies liegt nicht nur an den sich ändernden Präferenzen, sondern auch an unterschiedlichen finanziellen Möglichkeiten der Hinterbliebenen und einer zunehmenden Diversität in Bezug auf Religionen, Konfessionen, kulturelle Riten und Gebräuche.

Arbeitsmarkt:

Von 1999 bis 2020 stieg die Zahl der Betriebe im Bestattungsgewerbe in Deutschland von 4.725 auf 5.455 an. Der Umsatz im Bestattungswesen wächst ebenfalls seit Jahren kontinuierlich.

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