Jobprofil: Hebammen (m/w)

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Steckbrief: Hebamme (m/w)

Ausbildung:
Ausbildung
Work-Life Balance:
Intensiv (45+ Stunden)
Einstiegsgehalt:
2.000 €
Spitzengehalt:
3.000+ €

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Das Berufsprofil: Hebamme

Hebammen haben wohl einen der schönsten Jobs auf dieser Welt: Sie helfen Tag für Tag Menschen dabei, das Licht der Welt zu erblicken. Dazu gehören Glücks- und Freudentränen genauso wie starke Schmerzen und Blut. Der Hebammen-Job umfasst aber noch viel mehr, als bei der Entbindung eines Neugeborenen dabei zu sein und die medizinische Betreuung zu übernehmen.

Das Jobprofil ist außerordentlich vielfältig. Die Hebamme ist bereits vor der Geburt eines Babys eine wichtige Ansprechpartnerin für die werdenden Eltern. Sie übernimmt in dieser besonderen Zeit die Beratung und Vorsorge.

In diesem Zusammenhang klärt sie über die richtige Ernährung, das richtige Verhalten, über verschiedene Geburtsarten und den Ablauf einer Geburt auf. Auch die Themen Partnerschaft und Sexualität kommen zur Sprache. Die Geburtsvorbereitung findet meistens in Kursen mit bis zu zehn Frauen oder Päärchen statt.

Die Hebamme kann bei Einzelbesuchen aber auch die medizinische Betreuung einer Schwangeren übernehmen. Sie kontrolliert dann regelmäßig Gewicht, Blutdruck, Blut- und Urinwerte, Lage, Wachstum, die Größe des Babys und die Herztöne. Nur, wenn Komplikationen auftreten, sind ärztliche Untersuchungen angeraten.

Während der Geburt unterstützt die Hebamme die werdende Mutter, ihr Kind komplikationslos zu gebären. Dazu kontrolliert sie die Wehentätigkeit und die Herztöne des Kindes. Bei dem Geburtsvorgang unterstützt sie mit den richtigen Handgriffen. Ist das Baby auf der Welt, übernimmt die Hebamme die Erstversorgung des Babys und die Nachversorgung der Mutter.

Das Kind wird auf einen intakten Gesundheitszustand untersucht, während bei der Mutter die Nachgeburt geholt wird. Die meisten Geburten finden im Krankenhaus statt, Hebammen sind aber auch dazu berechtigt, Hausgeburten anzuleiten.

In den ersten Wochen nach der Geburt, dem so genannten Wochenbett, bleibt die Hebamme Ansprechpartnerin für die Eltern. Sie untersucht den Rückbildungsprozess der Mutter und hat einen Blick darauf, wie sich das Baby entwickelt. Außerdem gibt sie Tipps zum Stillen und zur richtigen Ernährung in der Stillzeit.

Auf dem Arbeitsmarkt haben Hebammen im Moment sehr gute Chancen. Die Expertinnen für Geburtsheilkunde werden händeringend gesucht. Allerdings ist der Beruf in den letzten Jahren unattraktiv geworden.

Gerade freiberuflichen Hebammen machen ihre extrem hohen Pflichtversicherungen zu schaffen. Hinzu kommt, dass das Leben einer Hebamme dem Schichtdienst folgt. Im Krankenhaus sowieso, aber auch bei freiberuflichen Geburtshelferinnen klingelt durchaus nachts das Telefon: Zum Beispiel, wenn sich das Baby keine Zeit mehr lassen und dringend auf die Welt kommen will.

Viele Hebammen gehen aber so in ihrem Beruf auf, dass sie all das nicht unbedingt als Trübung der Work Life Balance empfinden.

Wie wird man Hebamme?

Die Hebammenausbildung findet an einer Hebammenschule statt. Innerhalb von drei Jahren müssen angehende Hebammen 1.600 Stunden theoretische und 3.000 Stunden praktische Ausbildung absolvieren.

Voraussetzungen, um als Hebamme angenommen zu werden, sind der Realschulabschluss oder eine gleichwertige Schulbildung. Oder der Hauptschulabschluss und eine mindestens zweijährige abgeschlossene Berufsausbildung.Hebammenschulen sind an Krankenhäuser gekoppelt, in denen der praktische Ausbildungsteil absolviert wird. Hier sammeln angehende Hebammen Erfahrungen im Kreißsaal, auf der Wochenstation, im Neugeborenenzimmer, auf der operativen und nichtoperativen Pflegestation, im Operationssaal oder in der Kinderklinik.

Die Ausbildung umfasst medizinische, psychologische und naturwissenschaftliche Inhalte:

  • Anatomie und Physiologie
  • Gynäkologie und Geburtshilfe
  • Schwangerenbetreuung
  • Wochenbettbetreuung
  • Hebammentätigkeit
  • Kinderheilkunde
  • Ernährungslehre
  • Hygiene
  • Arzneimittellehre
  • Mikrobiologie
  • Chemie
  • Psychologie
  • Organisation im Krankenhaus

Am Ende ihrer Ausbildung legen Hebammen ein Staatsexamen ab. Die Prüfung beinhaltet einen praktischen, einen schriftlichen und einen mündlichen Teil.

Arbeitgeber: Wer sucht Hebammen

Hebammen finden bei den folgenden Arbeitgebern eine Anstellung:

  • Krankenhäuser
  • Gynäkologische Arztpraxen
  • Pädiatrische Arztpraxen

Hebammen sind aber auch berechtigt, eine eigene Praxis zu eröffnen und sich selbstständig zu machen.

Stellenangebote für Hebammen

Hebamme oder Entbindungspfleger 01.08.
Klinikum Hochrhein GmbH Waldshut-Tiengen
Hebammen / Entbindungspfleger (m/w/d) 29.09.
KCS Medical GmbH Verden
Staatlich geprüfte Hebamme/Entbindungspfleger (m/w/d) für unsere Hebammenpraxis 25.09.
Diakonie Hasenbergl e.V. München
Hebamme / Entbindungspfleger (m/w/d) 25.09.
ruhrmed GmbH Duisburg

Gehalt: Was verdient man als Hebamme?

Während ihrer Ausbildung fließt Hebammen die folgende Ausbildungsvergütung aufs Konto:

  1. Lehrjahr 900 Euro brutto
  2. Lehrjahr 1040 Euro brutto
  3. Lehrjahr 1.200 Euro brutto

Nach der Ausbildung verdienen Berufseinsteiger in Krankenhäusern rund 2.000 Euro brutto. Nach fünf bis zehn Jahren rangiert das Einkommen zwischen 2.000 und 2.400 Euro brutto.

Wer sich entscheidet, sich selbstständig zu machen, rechnet nach den Sätzen der Krankenversicherungen ab. Was allerdings schwierig ist, sind die hohen Versicherungssummen, die Hebammen entrichten müssen.

Fast 4.000 Euro gehen pro Jahr an die Berufshaftversicherung. Verrechnet man die Einnahmen und Ausgaben miteinander, kommen freiberufliche Hebammen auf einen Verdienst, der nicht weit über dem Mindestlohnbereich liegt.

Einstiegschancen: Die Aussichten für Hebammen

Es herrscht absoluter Hebammenmangel in Deutschland, auch wenn die Zahl der Geburtshelferinnen wieder leicht gestiegen ist. Rund 11.100 Hebammen und Entbindungspfleger halfen 2016 in deutschen Krankenhäusern bei der Geburt, wie das Statistische Bundesamt mitteilt. 2015 waren es rund 11 000, ein Jahr zuvor rund 10 800 gewesen.

Dennoch gibt es keinen Grund zum Aufatmen. Im Vergleich zu der Zahl an offenen Stellen gibt es zu wenige Jobanwärter.

Bewerbung: Womit punkten Hebammen

Welche Fähigkeiten sollten Hebammen in ihren Bewerbungsunterlagen aufführen? Mit diesen können sie auf jeden Fall in Lebenslauf und Anschreiben punkten:

  • Abgeschlossene Schulbildung
  • Abgeschlossene Ausbildung
  • Organisationstalent
  • Kommunikationsfähigkeit
  • Empathie
  • Ausgeprägtes medizinisches Verständnis
  • Resilienz
  • Stresstoleranz

Karriere: Die Entwicklungschancen als Hebamme

Wer die Ausbildung als Hebamme in der Tasche hat, kann sich über verschiedene Weiterbildungen weitere Karriereoptionen schaffen. Zum Beispiel gibt es Fortbildungen in den Bereichen Kinderheilkunde oder Krankenpflege.

Wer noch einmal auf akademischen Pfaden wandeln und das Berufsbild mit wissenschaftlichen Erkenntnissen untermauern will, kann auch an Hochschulen seinen Bachelor und Master in Hebammenkunde machen.

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