Jobprofil: Innenarchitekten

Innenarchitekten entwerfen und gestalten die Innenräume von Gebäuden. Sie bringen sowohl technisches Verständnis als auch künstlerische Begabung mit. Der Weg in den Beruf führt über ein Studium der Innenarchitektur. Eine Karriere ist als Selbstständiger oder Angestellter möglich. Ungefähr drei Viertel aller Innenarchitekten in Deutschland sind Frauen.

Innenarchitekt Beruf Profil Studium

Innenarchitekt Beruf

Innenarchitekten bewegen sich zwischen den Welten. Einerseits gehört zum dem Beruf ein klarer Hang zur Kreativität und Schöngeistigkeit. Andererseits hat Innenarchitektur auch sehr viel mit Zahlen, Daten und Fakten zu tun. Der Beruf erfordert also gleichermaßen technisches Verständnis sowie das Talent und das Gespür für eine ästhetische Raumgestaltung.

Möbel auswählen:

Grundsätzlich sind Innenarchitekten immer dann gefragt, wenn es um die Gestaltung und Planung von Innenräumen geht. Sie entwickeln Raum- und Einrichtungskonzepte, die perfekt auf die Wünsche ihrer Kunden und deren Budget zugeschnitten sind. Bei ihren Entwürfen zur Ausstattung eines oder mehrerer Räume mit Möbeln, Teppichen, Tapeten, Farben und Accessoires berücksichtigen sie sowohl künstlerische, als auch wirtschaftliche, technische und ökologische Gesichtspunkte.

Nachhaltigkeit beachten:

Die Aufgaben eines Innenarchitekten erstrecken sich auf die Wahl der Tapetenfarbe, die Akzentuierung eines Raumes durch das passende Lichtkonzept und die Auswahl der passenden Möbel. Weitere Aufgaben liegen im Bereich von Ökologie und Nachhaltigkeit. Die Wahl der richtigen Wärmedämmung ist hier etwa ein wiederkehrendes Thema.

Kunden beraten:

Innenarchitekten beraten ihre Kunden in allen Aspekten der Innengestaltung eines Raumes. Das verlangt neben fachlichem Know-how auch eine Menge psychologisches Feingefühl ab. Sie müssen sich in ihre Kunden hineinversetzen können und ihnen genau zuhören, damit sie letztlich ihren Geschmack treffen, ohne unnötige Kosten zu generieren.

Skizzen anfertigen:

Dazu treffen sie sich zunächst zu einem ersten Planungsgespräch und entwerfen auf dieser Grundlage die erste maßgetreue Skizze der Innenausstattung eines Raumes. Dazu bedienen sie sich moderner Computer Aided Design-Technologien (CAD). Ist der Entwurf vom Kunden abgesegnet, geht es an die Ausführung. Dazu koordinieren sie Handwerker, übernehmen Einkäufe und Bestellungen für die Innengestaltung und sorgen dafür, dass alles ordnungsgemäß aufgebaut wird und an der richtigen Stelle positioniert wird.

Prozess begleiten:

Innenarchitekten legen also vom ersten Strich auf dem Skizzenblock bis zur Fertigstellung eines Raums Hand an. Sie haben viel Kundenkontakt, arbeiten aber auch Hand in Hand mit ausführenden Handwerkern. Daher sollte man in diesem Beruf gerne mit Menschen arbeiten. Auch Kreativität ist sehr wichtig, ebenso wie Leidenschaft für Schönheit und ein Auge für Funktionalität.

Arbeitsform wählen:

Innenarchitekten werden von Firmen oder besser verdienenden Privatpersonen beauftragt. Ihre Work-Life-Balance hängt stark davon ab, ob sie angestellt oder selbstständig arbeiten. Wer als Angestellter arbeitet, kann sich über – mehr oder weniger – geregeltere Arbeitszeiten freuen. Überstunden sind gleichwohl nichts Außergewöhnliches. Selbstständige müssen mit Hochphasen und Tiefs rechnen – bei kontinuierlich laufenden Kosten. Das birgt ein größeres Risiko, kann aber auch die Selbstverwirklichung befördern. 

Innenarchitekten Fähigkeiten

Gute Innenarchitekten haben diese Stärken, Fähigkeiten und Soft Skills:

  • Räumliches Vorstellungsvermögen
  • Ästhetisches Gespür
  • Technisches Interesse
  • Kreativität
  • Analytische Fähigkeiten
  • Klare Ausdrucksweise
  • Beratungsgeschick
  • Ausgeprägtes logisches und abstraktes Denkvermögen
  • Teamfähigkeit
  • Selbstständigkeit
  • Systematische und exakte Arbeitsweise
  • Gute Konzentrationsfähigkeit

Innenarchitektur Beispiele

Innenarchitekten planen zum Beispiel:

  • Messestände
  • Wartezimmer in Arztpraxen
  • Barrierefreie Senioreneinrichtungen
  • Sporthallen und Schwimmbäder
  • Restaurants und Bars
  • Foyers
  • Bibliotheken
  • Mensen und Kantinen
  • Labore
  • Konferenzräume
  • Kinos und Konzertsäle
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Innenarchitekten Gehalt

Innenarchitekten verdienen rund 3.800 Euro brutto im Schnitt. Ihr Verdienst hängt von Faktoren wie Arbeitgeber, Branche, Berufserfahrung, Region, Position, Geschlecht und Tarifvertrag ab. Arbeitgeber aus der gewerblichen Wirtschaft und dem öffentlichen Dienst zahlen meist deutlich höhere Gehälter als Architektur- und Planungsbüros. In größeren Architekturbüros wiederum können Angestellte mit einem erheblich höheren Einkommen rechnen als in kleineren. In der Spitze sind Gehälter von mehr als 6.000 Euro absolut realistisch. Mit weniger als 2.500 Euro im Monat müssen sich die allerwenigsten – sofern sie Vollzeit arbeiten – zufriedengeben.

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Innenarchitekten Gehaltsvergleich

Innenarchitekt werden

Der Weg in den Beruf führt über ein Studium der Innenarchitektur. Voraussetzung ist eine Hochschulzugangsberechtigung, zum Beispiel Abitur, Fachabitur oder entsprechende Berufserfahrung. Manche Hochschulen verlangen zudem von Bewerbern einen Numerus Clausus, den Nachweis eines Praktikums oder führen Eignungsprüfungen durch.

Studium:

Innenarchitektur studieren kann man in Deutschland an Fachhochschulen, Kunstakademien und Hochschulen. Unter anderem bieten die Hochschulen in Darmstadt, Detmold, Düsseldorf, Hannover, Kaiserslautern, Mainz, Rosenheim, Stuttgart, Trier und Wismar das Fach an. Zudem gibt es artverwandte Studiengänge wie „Exhibition Design“, „Farbtechnik und Raumgestaltung“, „Furniture and Interior Design“, „Kommunikation im Raum“ oder „Raumstrategien“. Die Regelstudienzeit umfasst sechs bis acht Semester und endet mit dem Bachelor-Abschluss. Wer weitere vier Semester anhängt, hat den Master in der Tasche. Ein Master-Abschluss ist in der Branche üblich und wird von vielen Auftrag- und Arbeitgebern vorausgesetzt.

Architektenkammer:

Nach einer zweijährigen Praxiszeit im Anschluss an das Studium können sich Innenarchitekten bei der Architektenkammer eintragen lassen. Dann dürfen sie sich offiziell als Innenarchitekt bezeichnen. Die Berufsbezeichnung gehört zu den wenigen, die gesetzlich geschützt sind.

Studieninhalte

Neben den sehr theoretischen Seminaren und Vorlesungen beinhalten die meisten Studiengänge ein Praxissemester. Darin erhalten angehende Innenarchitekten Einblicke in den späteren Beruf und können erste Kontakte knüpfen und praktische Erfahrungen sammeln.

Das Studium der Innenarchitektur beinhaltet unter anderem diese Themen:

  • Gestaltung
  • Darstellung
  • Entwerfen
  • Konstruktion
  • Werkstofflehre
  • Technischer Ausbau
  • Kunstgeschichte
  • Planungsmethodik
  • Bauablauf
  • Baurecht

Innenarchitekten Jobs

Viele Innenarchitekten arbeiten selbstständig. Eine Anstellung finden sie in Architektur-, Innenarchitektur-, Consulting-, Planungs-, Ingenieurbüros, in Betrieben für Ausstellungs- und Messebau, Ladenbau, Gaststätten- und Hotelbau, in Einrichtungshäusern der Möbelindustrie, handwerklichen Herstellungsbetrieben, im Ausstattungsbereich von Filmateliers, Fernsehanstalten und Theatern sowie im öffentlichen Dienst. Auch in Bereichen wie Denkmalpflege, Barrierefreies Planen, Facility Management oder für Sachverständigentätigkeiten wird oft ihre Expertise herangezogen.

Es gibt rund 6.600 eingetragene Innenarchitekten in Deutschland.

Von ihnen sind ca. 2.600 freischaffend und mehr als 3.600 angestellt. Knapp 200 sind gewerblich tätig, rund 20 sogar verbeamtet. Insgesamt haben nur knapp 380 ihren Arbeitsmittelpunkt in Ostdeutschland, der Rest arbeitet im Westen.

Karriere

Innarchitekten können in einem Unternehmen Karriere machen oder als Selbstständige. Im letzten Fall führen sie einen Betrieb und sind je nach unternehmerischem Geschick und Auftragslage für den Erfolg des Unternehmens und seine Mitarbeiter verantwortlich. Innerhalb eines Unternehmens können sie beispielsweise zum Projektleiter aufsteigen. Dieser trägt die komplette Verantwortung für die Organisation und den Ablauf eines Projekts.

Das verlangt hohe Einsatzbereitschaft, wird aber auch entsprechend gut entlohnt.

Alternativ können Innenarchitekten nach Abschluss ihres Hochschulstudiums auch auf wissenschaftlichen Pfaden wandeln und den Weg in Forschung und Lehre einschlagen. Mit Weiterbildungen in Bereichen wie 3D-Modellierung, 3D-Druck, Virtual Reality oder Nachhaltiges Bauen stellen sich Interior Architekten vielversprechend für die Zukunft auf.

Innenarchitekten Zukunft

Laut Bund Deutscher Innenarchitekten (bdia) ist der deutsche Arbeitsmarkt „gesättigt“. Die Architektendichte ist in keinem europäischen Nachbarland so hoch wie hier. Insgesamt gibt es rund 6.600 eingetragene Innenarchitekten in Deutschland. 2017 waren es erst 5.900.

Während die Zahl der Freischaffenden stagniert, wächst die der Angestellten.

Eine Verbeamtung rückt für Innenarchitekten ebenfalls in immer weitere Ferne. Zählte der Verband 2017 noch 80 beamtete Innenarchitekten, waren es 2021 nur noch 23.

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[Bildnachweis: Naphat_Jorjee by Shutterstock.com]

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