Jobprofil: Jäger

Jäger bewirtschaften ein Jagdrevier. Sie regulieren den Wildbestand, erlegen Rehe oder Wildschweine und vermarkten das Wildbret. Auch legen sie Hochsitze, Futterstellen oder Zäune an. Ihre Aufgabe ist es, einen intakten Lebensraum und das ökologische Gleichgewicht zu erhalten oder herzustellen. Für die Ausbildung zum Revierjäger benötigen Bewerber einen Jagdschein. In Deutschland gibt es nur zwei Berufsschulen für Revierjäger.

Revierjaeger Jaeger Beruf

Jäger Beruf

Für manche ist die Jagd ein Hobby, für andere ein Beruf. Berufsjäger erledigen in ihrem Alltag aber zahlreiche Aufgaben, die über die reine Jagd hinausgehen. Im Fokus ihrer Arbeit stehen vor allem die Themen Naturschutz und die Pflege des Wildtierbestands.

Tiere schützen:

Entsprechend breit gefächert sind die täglichen To Do’s. Sie reichen von der Fütterung von Jungtieren über die Gestaltung ihrer Lebensräume bis hin zum Pflanzen von Hecken und dem Anlegen von Biotopen. Jäger bestellen und bewässern auch Wildäcker. Denn diese sind für Tiere ein wichtiger Lieferant für Nahrung und bieten ihnen Schutz. Eine große Rolle in dem Beruf spielt der Tierschutz. Zwischen März und August suchen Jäger auf Wiesen, Feldern und Äckern zum Beispiel nach zurückgelassenen Jungtieren. Diese könnten ansonsten durch Mähdrescher oder anderes schweres Gerät getötet werden.

Waffe pflegen:

Zu den Anforderungen gehört es, die Flinte mitzuführen, zu pflegen und auch gelegentlich mit ihr zu schießen. Das kommt aber nur selten vor. Hier sind die Vorschriften sehr streng. Nur bei Überpopulation oder Krankheiten dürfen die Revierjäger Tiere töten. Dass sie verantwortungsvoll mit Waffen und Munition umgehen müssen, ist aber Fakt. Auch Mobilität ist wichtig. Jäger sind zwar viel auf den Beinen und im Freien unterwegs, aber sitzen auch lange im Auto. Ein Führerschein ist Voraussetzung.

Alleine sein:

Der Beruf eignet sich für bodenständige und naturverbundene Menschen – und für Solisten und Einzelgänger. Wer gerade nicht auf Teamwork und permanenten Austausch steht, für den kann der Revierjäger eine echte berufliche Option sein. Die Work-Life-Balance ist meist ausgewogen, allerdings ist der Job körperlich anstrengend und umfasst auch Arbeit an Wochenenden oder zu später Stunde. Die Aussichten auf dem Arbeitsmarkt sind solide.

Voraussetzungen

Jäger punkten in Bewerbung und Vorstellungsgespräch mit diesen Fähigkeiten, Talenten und Eigenschaften:

  • Vorliebe für die Arbeit im Freien
  • Naturverbundenheit und ökologisches Verständnis
  • Selbstständiges Arbeiten
  • Geschicklichkeit
  • Verantwortungsbewusstsein
  • Engagement
  • Organisationstalent
  • Beobachtungsgabe und Aufmerksamkeit
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Jäger Gehalt

Nach der Lehre steigen Berufsanfänger mit einem monatlichen Bruttogehalt von 2.200 Euro ein. Das Einkommen steigt mit zunehmender Berufserfahrung auf bis zu 3.000 Euro und mehr. Als Revierjagdmeister sind sogar 4.000 Euro drin. Überdies bekommen Jäger oft eine Dienstwohnung und einen Dienstwagen gestellt. In der Ausbildung verdienen Revierjäger zwischen 1.043 und 1.139 Euro brutto monatlich.

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Jaeger Gehaltsvergleich

Berufsjäger werden

Wer Berufsjäger werden will, benötigt zunächst einen Jagdschein. Dafür muss die Jägerprüfung erfolgreich abgelegt werden. Damit können sich Interessenten für eine Ausbildung zum Revierjäger bewerben. Sie dauert drei Jahre, kann unter Umständen auch auf zwei Jahre verkürzt werden.

  1. Jagdschein

    Am Anfang steht die Jägerprüfung. Sie wird in Fachkreisen auch als das „grüne Abitur“ bezeichnet und ist Voraussetzung für eine Ausbildung zum Revierjäger. Die Jägerprüfung beinhaltet eine Schießprüfung, eine schriftliche und eine mündliche Prüfung.

    Um zur Jägerprüfung zugelassen zu werden, müssen Interessenten mindestens 15 Jahre alt sein, ein einwandfreies polizeiliches Führungszeugnis haben, die geistige und körperliche Eignung mitbringen sowie insgesamt 180 Stunden Theorieunterricht, Schießübungen und Praxisübungen hinter sich bringen.

    Die Kosten für den Vorbereitungskurs und die Jägerprüfung liegen meist zwischen 1.500 bis 2.000 Euro. Wer die Jägerprüfung besteht und eine Jagdhaftpflichtversicherung abschließt, erhält seinen Jagdschein. Unabhängig vom Alter wird man in den ersten drei Jahren nach der Prüfung als Jungjäger bezeichnet.

  2. Revierjäger Ausbildung

    Danach folgt die Ausbildung zum Revierjäger. Sie ist staatlich anerkannt, dauert drei Jahre und ist dual organisiert. Die Ausbildung findet parallel in der Berufsschule und zum Beispiel in einem kommunalen Jagd- und Forstbetrieb statt. Die Forstbetriebe wählen ihre Azubis in der Regel selbst aus. In Deutschland gibt es aktuell nur zwei Berufsschulen für Jäger, eine in Traunstein in Bayern und die andere in Northeim in Niedersachsen.

    Von Bewerbern für eine Ausbildung wird – neben erfolgreich bestandener Jägerprüfung – auch ein Führerschein der Klasse B verlangt. Ein Führerschein der Klasse T ist wünschenswert, aber kein Muss. Auch ein Praktikum in einem von einem Berufsjäger geführten Revier bringt Bewerbern Pluspunkte.

    Ein bestimmter Schulabschluss ist hingegen nicht Voraussetzung. Die meisten Berufsjäger verfügen zwar über das Abitur, Hauptschüler haben aber ebenfalls realistische Chancen auf Ausbildungsplatz und Karriere als Revierjäger. Gute Schulnoten speziell in Biologie, Mathematik, Werken und Technik sind hilfreich. Von den Ausbildungsanfängern zu Revierjägern im Jahr 2019 hatten nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit 56 Prozent die Hochschulreife, 33 Prozent die mittlere Reife und elf Prozent einen Hauptschulabschluss.

Jäger-Ausbildung Inhalte

Während ihrer Ausbildung werden Jäger in Pflanzen- und Tierkunde, aber auch in Waffen- und Munitionskunde geschult. Sie lernen, wie Jagdeinrichtungen gebaut werden, wie sie Wildbestände erheben und Wildschäden erkennen und verhüten. Auch das Thema Waldpädagogik steht auf dem Lehrplan. Sie beschäftigt sich damit, wie Jäger jungen Menschen erklären können, wie der Lebensraum Wald aussieht.

Das lernen Revierjäger in ihrer Ausbildung:

  • Pflanzen und Tiere erkennen
  • Daten zu Wildbeständen erheben und dokumentieren
  • Hochsitze, Pirschwege oder Fallen erstellen und warten
  • Jagden planen, organisieren und durchführen
  • Zäune zur Wildschadensverhütung aufstellen
  • Waffen und Munition auswählen, mitführen und einsetzen
  • Jagdsignale und Wildlockrufe erkennen und blasen oder nachahmen
  • Kommunikationsmittel für die Öffentlichkeitsarbeit
  • Wildbewirtschaftung koordinieren
  • Wildäsungsflächen anlegen und bewirtschaften
  • Erlegtes Wild fachgerecht versorgen, verwerten und beseitigen
  • Wildbret vorbereiten und vermarkten
  • Lebensräume für Pflanzen und Wildtiere erhalten, schützen und entwickeln
  • Jagdhunde und andere Jagdhilfstiere wie Greifvögel und Frettchen ausbilden und führen
  • Führungen und Veranstaltungen vorbereiten und durchführen
  • Mit Verbänden, Behörden, Interessengemeinschaften und Kooperationspartnern zusammenarbeiten

Ausbildung Gehalt

Mit diesen Gehältern können Revierjäger in der Ausbildung rechnen:

  • 1. Ausbildungsjahr: 1.043 Euro brutto im Monat
  • 2. Ausbildungsjahr: 1.093 Euro
  • 3. Ausbildungsjahr: 1.139 Euro

Jäger Jobs

Fast alle hauptberuflichen Jäger finden bei kommunalen Jagd- und Forstbetrieben Arbeit. Sie arbeiten auch bei Jagdverbänden sowie in Aus- und Weiterbildungseinrichtungen des Jägernachwuchses. Es gibt außerdem die Möglichkeit, sich selbstständig zu machen.

Weiterbildung

Ausgebildete Revierjäger können die Meisterprüfung ablegen und somit zum Revierjagdmeister werden. Ein Revierjagdmeister steuert die Prozesse bei der Erhaltung, Pflege und Bejagung des Wildbestandes sowie der Vermarktung von Wildbret. Neben der praktischen Arbeit bildet er Auszubildende aus und betreut Mitarbeiter.

Daneben macht eine Fortbildung zum Geprüften Natur- und Landschaftspfleger Sinn. Absolventen können sich selbstständig machen oder eine Anstellung in der Landschaftspflege oder Umweltbildung annehmen.

Auch ein Hochschulstudium ist eine Option. Infrage kommen vor allem die Fächer Forstwissenschaft und Forstwirtschaft, Biologie oder Landschaftsökologie.

Zukunft

Ein Mangelberuf ist der Revierjäger nicht. Die Zahl der Forstreviere ist begrenzt – und dementsprechend auch die Zahl der Ausbildungsplätze und offenen Stellen. Andererseits ist auch die Anzahl auch die Bewerbungen überschaubar. Nicht für alle jungen Menschen kommt eine Laufbahn als Jäger in Betracht.

Denn der Beruf hat durchaus ein Imageproblem.

Alleine beim Begriff Jäger zucken nicht wenige zusammen – und denken dabei an mitleidslose Ballermänner, die ihren Drang zu töten befriedigen wollen. Dabei erfüllen Berufsjäger eine wichtige Aufgabe. Sie sollen ja gerade der Umwelt dienlich sein, Lebensräume und Tiere schützen.

Der Beruf ist im Grunde krisensicher.

Wälder und Forste wird es auch in 100 Jahren noch geben. Speziell die Rückkehr des Wolfes nach Mitteleuropa deutet an, dass sich die Natur hier immer mehr Platz zurückerobert oder zumindest zurückerobern könnte. Und während in Zukunft vielleicht mehr Wälder wieder als Urwälder vor sich hin wachsen, werden in anderen die Dienste von Jägern weiterhin gebraucht.

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[Bildnachweis: Matthias Friel by Shutterstock.com]

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