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Jobprofil: Industriekaufleute (m/w)

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Steckbrief: Industriekaufmann (m/w)

Ausbildung:
Ausbildung
Work-Life Balance:
Normal (40-45 Stunden)
Einstiegsgehalt:
1.700€
Spitzengehalt:
3.000+ €

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Das Berufsprofil: Industriekaufmann

Industriekaufleute sind die Schnittstelle zwischen Produktion und Vertrieb. Böse Zungen würden behaupten: Sie sind die "Mädchen für alles". Das wird dem Jobprofil aber nicht gerecht. Vielmehr sind sie Alleskönner zwischen verschiedenen Bereichen.

Das Berufsbild des Industriekaufmanns gehört zu den klassischen, universalen kaufmännischen Berufen und kaum ein Jobprofil steht bei jungen Leuten in Deutschland so hoch im Kurs wie das des Industriekaufmanns. Seit Jahren hält sich der Industriekaufmann mit rund 50.000 abgeschlossenen Verträgen pro Jahr im Ranking der beliebtesten Ausbildungsberufe auf einem Spitzenplatz.

Aber was gehört zu den Tätigkeitsgebieten ausgebildeter Industriekaufleute? Allgemein gesprochen kaufen Industriekaufleute Ware ein, kümmern sich um Personal oder verhandeln mit den Kunden über Verkaufspreise. Etwas konkreter geht es um folgendes:

  • Einkauf von Waren
  • Verwaltung der Warenbestände
  • Ermittlung von Kosten für Aufträge und Projekte
  • Überwachung von Produktionsprozessen
  • Entgegenahme von Aufträgen
  • Führen von Verkaufsverhandlungen
  • Erstellung von Rechnungen
  • Planung von Marketing- und Werbemaßnahmen
  • Buchhaltung
  • Überwachung des Zahlungsverkehrs
  • Kostenplanung und –kontrolle
  • Planen und Ermitteln des Personaleinsatzes
  • Mitsprache bei Personalentscheidungen

Das Jobprofil des Industriekaufmanns gehört traditionell zu den Berufen, die im Arbeitsmarkt hart umkämpft sind. Und das, obwohl die Anforderungen an Jobanwärter nicht ohne sind – der größte Teil der Lehrlinge hat das Abitur in der Tasche. Aber auch gute Realschüler haben zunehmend bessere Chancen. Insbesondere dann, wenn sie schon einmal ein Praktikum in dem Bereich gemacht haben und gezeigt haben, dass sie engagiert sind. Die Work Life Balance ist je nach Betrieb in der Tendenz ausgewogen.

Wie wird man Industriekaufmann?

In der Ausbildung durchlaufen angehende Industriekaufleute alle kaufmännischen Bereiche einer Firma. In der Materialwirtschaft geht es zum Beispiel darum, mit Zulieferern zu verhandeln und die gelieferte Ware zu prüfen. In der Personalabteilung geht es um Fragen wie den Urlaubsanspruch und tarifrechtliche Vorschriften. Im Vertrieb kalkulieren Industriekaufleute Preise und verhandeln mit Kunden. Im Rechnungs- und Finanzwesen sind sie für die Buchführung verantwortlich.

Formale Voraussetzungen für die Ausbildung als Industriekaufmann gibt es nicht. Prinzipiell können Jobanwärter auch ohne Schulabschluss die Lehre durchlaufen. Theoretisch. In der Realität erwartet die große Mehrheit der Ausbilder jedoch mindestens die mittlere Reife, eher noch das (Fach-)Abitur.

Die Ausbildung zum Industriekaufmann ist dual organisiert, dauert drei Jahre und findet parallel in Berufsschule und im Ausbildungsbetrieb statt. Auf dem Lehrplan stehen die folgenden Inhalte:

  • Unternehmensstruktur und integrative Unternehmensprozesse
  • Strategien in Marketing und Vertrieb
  • Arbeitsabläufe und Kommunikation
  • Geschäftsprozesse und Märkte
  • Beschaffung und Bevorratung
  • Personalwesen
  • Leistungserstellung und Leistungsabrechnung

Nach 1,5 Jahren steht eine Zwischenprüfung an. Sie beinhaltet Aufgaben aus folgenden Fachbereichen:

  • Produkte und Dienstleistungen
  • Kosten- und Leistungsrechnung
  • Beschaffung und Bevorratung

Mit Abschluss des dritten Ausbildungsjahres folgt die Abschlussprüfung vor der zuständigen Industrie- und Handelskammer. Sie umfasst die folgenden schriftlichen Prüfungsbereiche:

  • Geschäftsprozesse
  • Kaufmännische Steuerung und Kontrolle
  • Wirtschafts- und Sozialkunde

Zusätzlich findet eine mündliche IHK-Prüfung in einem frei wählbaren Prüfungsbereich statt, bestehend aus einer Präsentation und einem Fachgespräch.

Arbeitgeber: Wer sucht Industriekaufleute

Industriekaufleute finden in den folgenden Branchen einen Job:

  • Elektroindustrie
  • Fahrzeugbau
  • Luft- und Raumfahrttechnik
  • Maschinen- und Anlagenbau
  • Textilindustrie
  • Medien
  • Medizintechnik
  • IT-Technik

Gehalt: Was verdient man als Industriekaufmann?

Das Einkommen von Industriekaufleuten hängt bereits während der Ausbildung von Faktoren wie Wirtschaftszweig, Größe des Arbeitgebers und Region ab. Während der Ausbildung erhalten angehende Industriekaufleute im Schnitt die folgende monatliche Bruttovergütung:

  1. Ausbildungsjahr bis 930 Euro
  2. Ausbildungsjahr bis 980 Euro
  3. Ausbildungsjahr bis 1060 Euro

Das durchschnittliche Einstiegsgehalt nach der Ausbildung rangiert zwischen 1.700 und 2.500 Euro brutto im Monat. Mit zunehmender Berufserfahrungmklettert der Verdienst Stück für Stück nach oben. Im Durchschnitt erwirtschaften Industriekaufleute nach ein paar Jahren im Job ein Gehalt bis zu 3.000 Euro brutto im Monat.

Einstiegschancen: Die Aussichten für Industriekaufleute

Das Jobprofil des Industriekaufmanns ist sehr abwechslungsreich und verantwortungsvoll. Gut ausgebildete, qualifizierte Industriekaufleute mit umfassendem Know-how werden immer gebraucht und sind in zahlreichen Betrieben hoch angesehen.

Bewerbung: Womit punkten Industriekaufleute

Angst vor Mathematik sollten angehende Industriekaufleute schon einmal nicht haben, wenn sie sich für die Ausbildung entscheiden. Gefragt ist zwar keine höhere Mathematik, sondern das kaufmännische Rechnen. Daher sollten der Dreisatz oder die Zinsrechnung für sie kein Buch mit sieben Siegeln sein.

Ansonsten geht es um theoretische Grundlagen beim Einkauf, beim Marketing oder beim Absatz. Und auch das Rechnungswesen ist ein großer Bereich.

Weitere Fähigkeiten, mit denen Industriekaufleute in ihren Bewerbungsunterlagen punkten können, sind:

  • Gute Noten in Englisch
  • Kaufmännisches Interesse
  • Verantwortungsbewusstsein
  • Freude im Umgang mit Zahlen und Daten
  • Kommunikationsfähigkeit
  • Verhandlungsgeschick

Karriere: Die Entwicklungschancen als Industriekaufmann

Wer auf der Karriereleiter hoch hinaus will, hat als Industriekaufmann einige Möglichkeiten. Industriekaufleute können sich beispielsweise auf einen bestimmten Wirtschaftsbereich spezialisieren oder bilden sich zum Finanzwirt, Handelsfachwirt, Betriebswirt oder Industriefachwirt weiter.

Eine abgeschlossene Ausbildung bildet zudem eine gute Basis für ein anschließendes Studium in Betriebswirtschaftslehre oder Wirtschaftswissenschaften. All diese Fortbildungsmöglichkeiten legen die Basis für eine Fach- oder Führungslaufbahn.

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