Jobprofil: Büchsenmacher

Büchsenmacher fertigen Waffen für Jäger und Sportschützen an. Per Hand oder mit modernen Maschinen stellen sie Luftgewehre, Kleinkalibergewehre, Pistolen, Flinten und Büchsen her. Büchsenmacher reparieren defekte Gewehre, bauen Ersatzteile ein, restaurieren alte Waffen und schießen neue ein. Die Ausbildung dauert drei Jahre. Deutschlandweit gibt es zwei Büchsenmacherschulen in Thüringen und Baden-Württemberg.

Buechsenmacher Beruf Profil Steckbrief Ausbildung

Büchsenmacher Beruf

Vorsicht Verwechslungsgefahr: Ein Büchsenmacher stellt nicht etwa Dosen her, sondern Sportgewehre und andere Waffen mit gezogenem Lauf. Diese werden als Büchse bezeichnet. Genutzt werden sie zum Beispiel für die Jagd oder von Hochleistungssportlern wie Biathleten, die mit ihrem Sportgerät kleinste Ziele treffen müssen.

Biathleten zuarbeiten:

Bei dem Sport und allgemein beim Gebrauch von Schusswaffen kommt es vor allem darauf an, dass diese beim Transport absolut sicher sind und nicht versehentlich auslösen. Beim Einsatz müssen sie derweil höchst zuverlässig und schnell funktionieren.

Maßanfertigungen herstellen:

Oft stellt der Büchsenmacher auf Wunsch eines Kunden maßgefertigte Waffen her. Dazu klärt er in einem Beratungsgespräch, auf welche Einzelheiten es dem Auftraggeber ankommt. Dann geht’s an die Arbeit. Der Büchsenmacher stellt einen Lauf her und verbindet ihn mit dem Schaft, montiert Schloss, Patronenlager und Zieleinrichtung. Heraus kommt eine funktionsfähige Waffe.

Waffen einschießen:

Auch das Schießen muss ein Büchsenmacher beherrschen. Damit eine Waffe präzise und zuverlässig feuert, muss sie von ihm nämlich eingeschossen und das Visier justiert werden. Der Büchsenmacher repariert außerdem ältere Waffen und wartet sie. Ebenso unterstützt er seine Kunden bei der Auswahl einer Waffe aus industrieller Anfertigung. Er organisiert dazu zum Beispiel ein Probeschießen.

Einstieg schaffen:

Die Work-Life-Balance in dem Job ist in der Regel ausgewogen. Die Arbeitszeiten eines Büchsenmachers richten sich vor allem danach, bei welchem Arbeitgeber er Fuß fasst. Wer im Verkauf arbeitet, freut sich über feste Arbeitszeiten. Herstellende Betriebe sind dagegen nicht an Ladenöffnungszeiten gebunden. Hier kann es eher zu Überstunden kommen.

Aufgaben

Die typischen Aufgaben eines Büchsenmachers oder einer Büchsenmacherin sind:

  • Waffen herstellen, zum Beispiel Luftgewehre, Kleinkalibergewehre, Pistolen, Flinten und Büchsen
  • Waffen im Auftrag des Kunden warten, reinigen, ölen
  • Waffen montieren
  • Bauteile bearbeiten und montieren
  • Schäfte herstellen und bearbeiten
  • Zielfernrohre montieren
  • Waffen einschießen
  • Waffen und Zubehör verkaufen

Stärken

Ein Büchsenmacher muss kein Waffennarr sein. Ein ausgeprägtes Interesse für Waffen, Schießsport, Biathlon oder die Jagd stellt aber sicherlich eine gute Basis dar. Darüber hinaus können Büchsenmacher in ihrer Bewerbung in Anschreiben und Lebenslauf mit diesen Fähigkeiten, Stärken und Soft Skills überzeugen:

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Büchsenmacher Gehalt

Büchsenmacher verdienen in der Regel zwischen 2.800 und 3.800 Euro brutto im Monat. Sie steigen mit 2.000 bis 2.500 Euro in den Beruf ein. Für Berufserfahrene sind Gehälter von maximal 4.500 Euro brutto im Monat drin. Selbstständige Büchsenmachermeister können auf ein noch höheres Einkommen kommen. Azubis verdienen je nach Ausbildungsjahr und Standort 525 bis 1.067 Euro brutto monatlich.

Buechsenmacher Gehalt Einkommen Verdienst Lohn

Buechsenmacher Gehaltsvergleich

Büchsenmacher werden

Die duale Lehre zum Büchsenmacher und zur Büchsenmacherin dauert drei Jahre. Sie findet parallel in Ausbildungsbetrieb und Berufsschule statt. Formale Voraussetzungen für die Ausbildung gibt es nicht. Allerdings achten Arbeitgeber darauf, dass Bewerber mindestens über einen Schulabschluss verfügen. Von den Ausbildungsanfängern im Jahr 2019 verfügten 62 Prozent über die Hochschulreife und 38 Prozent über einen mittleren Bildungsabschluss.

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Büchsenmacherschule

In Deutschland gibt es zwei Büchsenmacherschulen, an denen der theoretische Unterricht stattfindet:

  • Berufsbildungszentrum Suhl – Berufsfachschule für Büchsenmacher und Graveure (Thüringen)
  • Gewerbliche Schule Ehingen (Baden-Württemberg)

Für das erste Ausbildungsjahr werden die Lernfelder des Rahmenlehrplans für die Berufsausbildung zum Feinwerkmechaniker übernommen. Somit können die Azubis in dieser Zeit den theoretischen Unterricht auch an anderen Berufsschulen in Deutschland besuchen.

Ausbildung Inhalte

Während der Lehre stehen die folgenden Inhalte auf dem Lehrplan:

  • Sicherheit und Gesundheitsschutz
  • Ballistik
  • Umweltschutz
  • Betriebliche, technische und kundenorientierte Kommunikation
  • Auftragsbearbeitung
  • Arbeitsabläufe planen und steuern
  • Arbeitsergebnisse kontrollieren und beurteilen
  • Manuelles Spanen und Umformen
  • Maschinelles Bearbeiten
  • Mit Werk- und Hilfsstoffen umgehen
  • Betriebsmittel instandhalten und warten
  • Oberflächen behandeln und schützen
  • Fügen
  • Schusswaffen montieren
  • Optische Geräte auf Schusswaffen montieren
  • Schusswaffen warten und instandsetzen
  • Waffenrecht

Lesetipp: Wie finde ich einen Ausbildungsplatz?

Abschlussprüfung

Der erste Teil der Gesellenprüfung steht nach Abschluss des zweiten Ausbildungsjahres auf dem Programm, der zweite Teil nach Abschluss des dritten Ausbildungsjahres. Er beinhaltet die Anfertigung eines Prüfungsstücks, eine Arbeitsaufgabe mit Fachgespräch und zwei schriftliche Prüfungen. Im Jahr 2020 haben in ganz Deutschland lediglich 25 Gesellen ihre Abschlussprüfung abgelegt, darunter eine weibliche Gesellin. Alle Gesellen haben ihre Prüfung bestanden.

Ausbildung Gehalt

Büchsenmacher können während ihrer Lehre mit diesen Ausbildungsvergütungen rechnen:

  • 1. Ausbildungsjahr: 525 Euro bis 952 Euro
  • 2. Ausbildungsjahr: 565 Euro bis 995 Euro
  • 3. Ausbildungsjahr: 600 Euro bis 1.067 Euro

Weiterbildung

Wer als Büchsenmacher mehr Verantwortung übernehmen möchte, hat die Möglichkeit, die Meisterausbildung zu absolvieren. Das kann im Betrieb geschehen. Es gibt auch gewerbliche Schulen, die auf die Meisterprüfung vorbereiten. Neun Monate bei 40 Wochenstunden dauert hier der entsprechende Vorbereitungskurs. Die Prüfung wird von der Innung abgenommen. Danach haben Büchsenmachermeister die Chance, Personalverantwortung zu übernehmen oder sich mit einem eigenen Betrieb selbstständig zu machen.

Büchsenmacher Jobs

Büchsenmacher finden bei diesen Arbeitgebern Beschäftigung und offene Stellen:

  • Spezialisierte Werkstätten und Handwerksbetriebe
  • Waffenfachhandel
  • Fachgeschäfte für Jäger- und Anglerbedarf
  • Fachgeschäfte für Militärzubehör

Lesetipp: Wie schreibt man eine Bewerbung nach der Ausbildung?

Büchsenmacher Zukunft

Das Berufsbild des Büchsenmacher gehört zu den Traditionsberufen im Handwerk. Interessenten haben insofern gute Karten, als dass es vergleichsweise wenig Konkurrenz um die Lehrstellen gibt.

Zudem arbeiten Büchsenmacher unterschiedlichen Zielgruppen zu. Zu ihren Kunden zählen Hobby-Sportschützen, Profi-Sportler wie etwa Biathleten, Förster und Jäger – allesamt Kundengruppen, die es auch in absehbarer Zukunft noch geben wird.

Auch die private Nachfrage nach Schusswaffen steigt. So waren in Deutschland im Jahr 2020 laut Nationalem Waffenregister (NWR) rund 664.700 kleine Waffenscheine registriert – 2016 waren es erst knapp 470.000.

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