Jobprofil: Gebäudereiniger

Gebäudereiniger machen sauber. Sie reinigen Fassaden und Außenanlagen, Glasdächer und Flure, Büros und Sanitärbereiche, Produktionshallen und Anlagen, Krankenhäuser und Schwimmbäder. In Verkehrsmitteln befreien sie Sitze, Böden und Fenster von Schmutz. Der Beruf ist körperlich anstrengend. Gute Chancen auf Job oder Ausbildungsplatz haben auch Bewerber ohne Schulabschluss.

Gebaeudereiniger Beruf Profil Steckbrief Aufgaben Ausbildung

Gebäudereiniger Beruf

Gebäudereiniger sorgen dafür, dass es in Bürogebäuden oder großen Wohngebäudeanlagen innen und außen blitzt und blinkt. Damit gehen sie gerade im Business-Bereich einer durchaus wichtigen Arbeit nach. Schließlich ist der erste Eindruck bei einem Unternehmen entscheidend. Sei es bei Kandidaten, die sich bei einem Arbeitgeber um eine Stelle bewerben oder bei Kunden oder Geschäftspartnern, die zum geschäftlichen Termin kommen. Umso besser, wenn beim Eintreffen alles blitzblank ist. Das stärkt das Vertrauen und vermittelt ein Gefühl der Behaglichkeit und Wertschätzung.

Früh aufstehen:

Bei Gebäudereinigern klingelt der Wecker, wenn sich andere noch einmal gemütlich in ihren Betten umdrehen. Bereits in den frühen Morgenstunden sorgen sie dafür, dass ein Gebäude von Tag zu Tag in neuem Glanz erstrahlt.

Geräte einsetzen:

Dazu gehören das Entfernen von Staub und Schmutz von glatten Böden mit Bodenreinigungsmaschinen und Dampfreinigungsgeräten. Teppichböden gilt es mit Industriesaugern zu säubern und Flecken mit Spezialmitteln zu entfernen. Auch den Verschmutzungen auf Möbeln und Stühlen rücken Gebäudereiniger mit Dampfreinigungsgeräten und anderen Hilfsmitteln zu Leibe.

Fassaden säubern:

Auch die Reinigung von Fassaden und Fensterflächen gehört zu den Aufgaben von Gebäudereinigern. Dabei setzen sie zunächst Hochdruck- und Dampfreinigungsgeräte ein und imprägnieren die Fassade im nächsten Schritt mit einer atmungsaktiven, wasserabstoßenden Schicht.

Gerüste besteigen:

Mitunter bewegen sie sich dabei in schwindelerregender Höhe. Um auch die obersten Etagen von außen reinigen zu können, setzen Gebäudereiniger bei ihrer Arbeit auf Fassadenbefahranlagen, hydraulische Hebebühnen, Spezialleitern oder Gerüste. Je nach Höhe und Größe des zu reinigenden Gebäudes setzen sie Auffanggurte oder Sicherheitsgeschirr ein.

Viel bewegen:

Der tägliche Einsatz im Freien bei Wind und Wetter macht den Beruf zu einem körperlich anstrengenden. Ihre Zeitplan ist komplett durchgetaktet, so dass Gebäudereinigern kaum Zeit zum Verschnaufen bleibt. Außerdem bringt es der Beruf mit sich, dass man beim Saubermachen von Gebäuden bisweilen auf unangenehme und übel riechende Überraschungen stößt. Gebäudereiniger arbeiten oft im Stehen, Gehen und im Freien. Auf dem Arbeitsmarkt haben sie gute Chancen.

Gebäudereiniger Fähigkeiten

Gebäudereiniger punkten mit ihrer Bewerbung, wenn sie diese Fähigkeiten und Soft Skills in Anschreiben, Lebenslauf und Bewerbungsgespräch in den Vordergrund stellen:

  • Körperliche Robustheit
  • Fitness und Ausdauer
  • Zuverlässigkeit
  • Belastbarkeit
  • Verantwortungsbewusstsein
  • Pünktlichkeit
  • Sorgfalt und Umsicht
  • Körperbeherrschung und Schwindelfreiheit
  • Geschicklichkeit
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Gebäudereiniger Gehalt

Gebäudereiniger verdienen rund 2.100 Euro brutto monatlich im Schnitt. Die meisten Gehälter bewegen sich zwischen 1.700 und 2.500 Euro. Insgesamt beginnt die Gehaltsspanne bei rund 1.200 Euro und geht aufwärts bis hin zu 3.000 Euro brutto pro Monat. Für Gebäudereinigermeister sind sogar monatliche Gehälter von mehr als 3.500 Euro brutto möglich. Auszubildende verdienen zwischen 810 und 1.100 Euro.

Der Tariflohn für Reinigungskräfte in der Unterhaltsreinigung beträgt seit Januar 2021 exakt 11,11 Euro (vorher: 10,80 Euro). Zum 1. Januar 2022 steigt er auf 11,55 Euro, zum 1. Januar 2023 auf 12,00 Euro. Für Reinigungskräfte in der Glasreinigung liegt der Tariflohn seit Januar 2021 bei 14,45 Euro (vorher: 14,10 Euro). Zum 1. Januar 2022 wird er auf 14,81 Euro angehoben, zum 1. Januar 2023 auf 15,20 Euro.

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Gebaeudereiniger Gehaltsvergleich

Gebäudereiniger werden

Gebäudereiniger durchlaufen eine dreijährige duale Ausbildung. Sie findet parallel in Ausbildungsbetrieb und Berufsschule statt und schließt mit einer Abschlussprüfung ab. Eine bestimmte Schulbildung ist nicht vorgesehen. Die meisten Azubis verfügen über einen Hauptschulabschluss. Auch Bewerber ohne Schulabschluss werden gerne genommen. Gute Schulnoten in Mathematik, Physik und Chemie werten die Bewerbung auf. Rund 84 Prozent der Auszubildenden sind nach Angaben des Zentralverbands des Deutschen Handwerks (ZDH) Männer.

Nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit hatten von den Ausbildungsanfängern im Jahr 2019

  • 3 Prozent die Hochschulreife
  • 19 Prozent einen mittleren Bildungsabschluss
  • 57 Prozent einen Hauptschulabschluss
  • 17 Prozent keinen Hauptschulabschluss (4 Prozent Sonstiges)

Ausbildung

In der Ausbildung lernen angehende Gebäudereiniger Aufträge anzunehmen, sie zu planen und auszuführen. Sie müssen Oberflächenbehandlungsmittel anwenden, Leitern, Gerüste, Absturzsicherungen, Hubarbeitsbühnen und Fassadenbefahranlagen fachgerecht einsetzen. Auch wird ihnen in der Lehre gezeigt, wie sie Reinigungsgeräte und Reinigungsmaschinen richtig anwenden.

Weitere Inhalte während der Ausbildung sind:

  • Reinigungs-, Desinfektions-, Pflege- und Konservierungsarbeiten
  • Fußböden behandeln
  • Glasflächen reinigen
  • Sanitärbereiche reinigen
  • Elektrotechnische Ausstattungsgegenstände reinigen
  • Außenanlagen pflegen
  • Maßnahmen zur Schädlingsbekämpfung und Dekontamination
  • Einhaltung von Hygienevorschriften
  • Fassaden behandeln und reinigen

Abschlussprüfung

Die Ausbildung zum Gebäudereiniger im Handwerk dauert drei Jahre. Teil eins der Gesellenprüfung findet im zweiten Ausbildungsjahr statt. Am Ende der Ausbildung folgt Teil zwei der Gesellenprüfung. Im Jahr 2020 haben nach Angaben des Zentralverbands des Deutschen Handwerks (ZDH) rund 79 Prozent der Prüflinge ihre Abschlussprüfung bestanden.

Ausbildung Gehalt

Gebäudereiniger in der Ausbildung können mit diesen monatlichen Bruttogehältern rechnen:

  • 1. Ausbildungsjahr: 810 Euro brutto im Monat
  • 2. Ausbildungsjahr: 945 Euro
  • 3. Ausbildungsjahr: 1.100 Euro

Gebäudereiniger Jobs

Typische Arbeitgeber von Gebäudereinigern sind Gebäudereinigungsunternehmen, Betriebe der Immobilienwirtschaft, Hausmeisterdienste, Dienstleister für die Reinigung von Verkehrsmitteln und Betriebe für Desinfektion und Schädlingsbekämpfung. Viele Beschäftigte in der Branche gehen einem Mini-Job oder Teilzeitjob nach.

Das sind die 10 größten Gebäudereinigungsunternehmen in Deutschland:

Weiterbildung

Es gibt verschiedene Weiterbildungsmöglichkeiten für Gebäudereiniger. Die Weiterbildung zum Gebäudereinigermeister nimmt zwischen sechs und 18 Monaten in Anspruch und berechtigt zur Übernahme von Führungsaufgaben. Gebäudereinigermeister haben außerdem die Möglichkeit, ihren eigenen Betrieb zu gründen. Eine Alternative ist die Fortbildung zum Techniker der Fachrichtung Reinigungs- und Hygienetechnik. Sie eröffnet die Chance, eine leitende Funktion zu übernehmen. Wer über das Abitur oder die Fachhochschulreife verfügt, kann über ein Studium nachdenken. In diesem Fachbereich bieten sich insbesondere Studiengänge wie Facility Management, Abfall- und Entsorgungstechnik oder Umwelttechnik an.

Gebäudereinigung Zukunft

Hygiene wird im Alltag der Menschen immer wichtiger. Die Coronakrise hat ihren Anteil daran. Dieser Trend dürfte anhalten — und auch in Zukunft dafür sorgen, dass für Gebäudereiniger zahlreiche Jobs verfügbar sind.

Maschinen:

Zumal Roboter und Maschinen ihre Arbeit nicht vollständig werden ersetzen können – jedenfalls nicht so schnell. Kleine Saugroboter beispielsweise haben zwar in vielen Haushalten einen festen Platz gefunden, aber die ganze Wohnung rein halten können sie nicht. Sie sind eine Ergänzung für menschliche Arbeitskraft, kein Ersatz.

Arbeitsplätze:

Darum zeigen die Zahlen in der Branche seit Jahren immer nur nach oben. In der Gebäudereinigung in Deutschland arbeiten fast 700.000 Menschen. Die Zahl der Betriebe hat sich von knapp 14.300 im Jahr 2008 auf mehr als 27.500 im Jahr 2020 erhöht. Die Zahl der Beschäftigten stieg von 549.500 im Jahr 2008 auf 694.600 im Jahr 2020. Und bis der Branchenumsatz erstmals die Marke von 20 Milliarden Euro im Jahr überschreitet, ist es wohl nur eine Frage der Zeit.

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[Bildnachweis: ALPA PROD by Shutterstock.com]

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