Fangfragen im Vorstellungsgespräch souverän meistern

Fangfragen machen Spaß – aber nur dem, der sie stellt. Den Gefragten befördern sie direkt aufs Glatteis. Dabei wollen Ihnen Personaler, die im Vorstellungsgespräch eine Fangfrage servieren, gar nichts Böses. Sie wollen Ihre Spontanität, Improvisationskunst und Auffasungsgabe testen. Lassen Sie sich davon nicht ins Bockshorn jagen. Wie Sie Fangfragen im Vorstellungsgespräch souverän meistern…

Fangfragen Vorstellungsgespräch Beispiele

Fangfragen im Vorstellungsgespräch: Darum sind sie so beliebt

Fangfragen machen Spaß. Das ist die einfache Erklärung. Man könnte sogar meinen, sie befriedigen unsere sadistische Ader. Wie der Bewerber da zappelt und keucht, rot anläuft und stottert. Herrlich!

Aber das entspricht wohl in den seltensten Fällen der Realität. In den meisten erfüllen Fangfragen eine durchaus wichtige Funktion: Sie zeigen dem Personaler ganz konkret, wie ein Bewerber in Stresssituationen reagiert. Ob er kühlen Kopf bewahrt oder unter dem Druck zerbricht. Meistert er die Fangfrage mit Bravour, dann ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass er auch im Job cool bleibt.

Außerdem ist es ja so: Bewerber haben im Vorstellungsgespräch genügend Zeit, sich von ihrer besten Seite zu zeigen. Sie können ihre Selbstpräsentation aus dem Hut zaubern, ihre bisherigen Erfolge und Highlights darlegen und intelligente Rückfragen im Bewerbungsgespräch stellen. Routiniers kommen da kaum noch ins Schwitzen. Fangfragen aber bringen sie aus dem Konzept. Das ist ihr Sinn.

Das Unternehmen will schließlich wissen, wer und wie Sie wirklich sind. Er will nicht nur die Fassade kennenlernen, sondern auch das Interieur. Fangfragen sollen Rückschlüsse zulassen auf Ihre…




Fangfragen Bewerbungsgespräch: So reagieren Sie am besten

Zunächst mal: Nehmen Sie Ihrem Gesprächspartner fiese Fangfragen nicht übel. Sie sollten nicht davon ausgehen, dass er Sie damit insgeheim aus dem Rennen kicken will. Er will Sie testen, ja. Aber er würde sich bestimmt darüber freuen, wenn Sie die Aufgabe bestehen. Immerhin ist er auf der Suche nach einem fähigen Mitarbeiter für sein Unternehmen.

Und merken Sie sich: Er oder sie will durch Fangfragen mehr über Ihre Persönlichkeit in Erfahrung bringen. Es geht also gar nicht darum, Fangfragen richtig oder falsch zu beantworten. Viel wichtiger ist, wie Sie reagieren, wie Sie mit der Herausforderung umgehen.

Es ist übrigens auch gar nicht schlimm, wenn Sie erstmal mit einem herzhaften Oh nein oder Ach du Schande auf eine gestellte Fangfrage reagieren. Das macht Sie menschlich. Niemand freut sich über fiese Fragen im Vorstellungsgespräch.

Beherzigen Sie im Umgang mit Fangfragen vor allem diese vier Tipps…

Auf fiese Fragen richtig reagieren: 4 Tipps

Das sollten Sie beachten, wenn Sie der Personaler im Vorstellungsgespräch mit Fangfragen konfrontiert:

  1. Nicht auswendig lernen

    Wenn der Personaler Pech hat, muss er einem Bewerber zuhören, der seine Sätze zuhause auswendig gelernt hat. Ermüdend! Er will aber auch wissen, wie dieser in Alltagssituationen reagiert. Kramen Sie also nicht irgendwelche Standardfloskeln aus Ihrem Zauberkasten hervor. Bleiben Sie authentisch und antworten Sie spontan.

  2. Ehrlich bleiben

    Wenn der Bewerber genau das sagt, von dem er glaubt, dass es der Personaler hören will – dann merkt dieser das sofort. Als Bewerber dürfen Sie auch gerne überraschen, mit einer Prise Humor, Witz, Spontanität. Wenn Sie also einen Gag parat haben, der als Antwort auf eine Fangfrage wie die Faust aufs Auge passt, dann bringen Sie ihn. Wer eine provokative Frage stellt, verträgt auch eine mutige Antwort.

  3. Offen sein

    Ein einziger Satz als Antwort, das könnte zu wenig sein. Immerhin erfodert so eine Fangfrage intensives Nachdenken. Bei Brainteasern denken Sie ruhig laut. Wie nähern Sie sich der Lösung? Das ist oft wichtiger als die Lösung selbst. Aber es kann auch nach hinten losgehen, wenn Sie Ihre Gedankengänge offenlegen, diese aber wirr und unlogisch sind…

  4. Zeit lassen

    Ein rhetorischer Kniff, den Profis gerne anwenden: Sie machen eine Pause. Das dürfen Sie als Bewerber auch. Lassen Sie sich von einer Fangfrage nicht hetzen oder unter Zeitdruck setzen. Überlegen Sie in Ruhe und setzen sie dabei Ihr Pokerface auf. Natürlich sollten Sie Ihren Gesprächspartner nicht minutenlang warten lassen. Aber übereilt irgendetwas zu sagen, nur um irgendetwas zu sagen – dabei kommt meist nichts Gutes raus.

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Die 29 besten Fangfragen im Bewerbungsgespräch

Hier sind die 29 besten Fangfragen im Vorstellungsgespräch – und wie Sie darauf reagieren können:

  1. Wenn Sie sich mit einem einzigen Wort beschreiben müssten, welches wäre das?

    Das ist eine Fangfrage für Anfänger. Immerhin gibt es eine Menge Adjektive, die in Frage kommen. Ambitioniert. Ehrlich. Neugierig. Offen. Verantwortungsbewusst. Auf der einen Seite ist klar, dass Sie ein positives Attribut wählen sollten. Aber es macht einen Unterschied, welches das ist. Wenn der Bewerber etwa das Wörtchen intelligent nennt, könnte ihm das schon wieder als großkotzig ausgelegt werden. Und was soll der Personaler mit mutig anfangen? Sensibel wiederum würde – obwohl es sich um eine positive Eigenschaft handelt – Zweifel daran aufkommen lassen, ob Sie der Herausforderung im Job gewachsen sind.

  2. Sie stecken in einem Aufzug in der 13. Etage fest. Um die Tür öffnen zu können, müssen Sie den richtigen Knopf von insgesamt 20 drücken. Sie haben nur einen Versuch. Was würden Sie tun?

    Zunächst mal können Sie darauf aufmerksam machen, dass es die 13. Etage in Hochhäusern gar nicht gibt. Aberglaube! Nun aber könnte der pfiffige Personaler einwenden, dass die 13. Etage eben diejenige ist, die über der 12. Etage liegt – völlig egal, wie sie beschriftet ist. Was sagen Sie dann? Ganz einfach: Sie drücken den Notrufknopf. Mit dem kommen Sie wieder aus dem Fahrstuhl – und der Fangfrage – heraus.

  3. Was sollen die Leute einmal über Sie sagen, wenn Sie dieses Unternehmen wieder verlassen?

    Eine Frage, die die zeitlichen Abläufe scheinbar auf den Kopf stellt. Sie haben den Job noch gar nicht, sollen sich aber schon über Ihren Abgang Gedanken machen. Unbedingt zum Ausdruck sollten Sie bringen, dass es Ihnen nicht nur um Geld und Lebensunterhalt geht, sondern dass Sie auch etwas erreichen wollen.

  4. Was haben Sie an Ihrem alten Job gehasst?

    GEHASST haben sie natürlich gar nichts. Aber es gab Dinge, die weniger attraktiv waren. Die sollten Sie aber auf keinen Fall an bestimmten Personen festmachen. Nicht lästern! Entscheidungswege, die man irgendwann nicht mehr nachvollziehen konnte. Oder der Zeitpunkt, an dem man merkte, dass man sich nicht mehr weiterentwickeln oder etwas verändern kann. Das könnten gute Antworten auf derartige Fangfragen sein.

  5. Sind Sie eher der Anführer oder der Ausführer?

    Die meisten würden wohl mit Anführer antworten. Auch weil sie glauben, dass dies die erwünschte Antwort ist. Aber dann müssen Sie auch belegen, warum Sie ein Anführer sind. Welche Führungspositionen haben Sie denn bisher ausgefüllt und mit welchem Erfolg? Und falls sie bislang noch keine Personalverantwortung hatten: Wie kommen sie dann dazu, sich selbst als Anführer zu bezeichnen? Das sollten Sie bei derartigen Fangfragen beantworten können.

  6. Worauf waren Sie zuletzt stolz?

    Stolz gilt heutzutage nicht gerade als Tugend. Sie ist etwas für die Eitlen und Unbescheidenden und Selbstbezogenen, heißt es. Falsch! Sie können auf Ihre Kinder stolz sein oder darauf, dass Ihre Frau so schöne Haare hat. Stolz ist etwas ganz Natürliches. In diesem Kontext ist es allerdings besser, Sie binden einen Erfolg aus Ihrem Arbeitsleben ein. Eine Errungenschaft, für die Sie sich wirklich ins Zeug gelegt haben. Beispiel: Drei Jahre hat unser Architektenteam an dem Gebäude gearbeitet. Als es dann endlich stand, hat uns das wahrlich mit Stolz erfüllt.

  7. Wenn Sie der Titelheld eines Magazins sein könnten, welches würde das sein?

    Eine originelle Antwort: „NICHT der Playboy.“ Geistreiche Antwort: „FAZ – dahinter steckt ja bekanntlich immer ein kluger Kopf.“ Noch besser: „Das Time Magazine – als Person des Jahres.“ Obwohl das für manche vielleicht schon wieder zu selbstbewusst klingt. Dass Sie nicht die Apotheken Umschau nennen, sollte aber einleuchten. Wenn Ihnen hingegen gar kein Medium einfällt, spricht das nicht für Ihre Kreativität (und Allgemeinbildung).

  8. Wie geht es Ihnen heute Vormittag?

    Gut, aber ich bin leicht nervös. Das dürfte die Standardantwort sein. Banal ist die Frage übrigens keineswegs. Wenn der Bewerber halbherzig Jaja, geht schon murmelt, wirkt das irgendwie uninspiriert. So angeödet könnte er dann auch auf Kollegen und Kunden wirken. Darum: Hauptsache, Sie bringen die Antwort auf derlei Fangfragen mit ein wenig Charme rüber. Dann spielt es auch keine Rolle, WAS Sie sagen.

  9. Warum haben Sie eigentlich nicht Ihr eigenes Unternehmen?

    Eine Fangfrage, die schon existenzielle Dimensionen hat. Und sie erfordert eine Gratwanderung. Unternehmertum steht synonym für Verantwortung, Ehrgeiz, Innovationskraft – alles Attribute, die jeder Arbeitgeber schätzt. Andererseits sollten Sie nicht das Bild vermitteln, dass Sie nur auf den perfekten Zeitpunkt für den Absprung warten.

  10. Was ist das Lustigste, das Ihnen je passiert ist?

    Mit der Frage schlägt man zwei Fliegen mit einer Klappe. Zum einen testet der Personalverantwortliche, wie spontan der Bewerber ist. Fällt diesem überhaupt nichts ein, spricht das nicht gerade für seine Spontaneität. Außerdem merkt er, welche Art von Humor der Kandidat hat. Basiert er auf Schadenfreude oder ist er feinsinnig?

  11. Wann haben Sie sich das letzte Mal über alle Regeln hinweggesetzt?

    Regelbrecher – das klingt nach Hollywood, nach dem einsamen Wolf, der sein Ding durchzieht. So wollen wir doch alle sein! Nur wer die Regeln bricht, ist zu Höherem berufen, kann Außerordentliches schaffen, nicht wahr? Naja, nicht ganz. Einen notorischen Querulanten will kein Unternehmen in den eigenen Reihen haben. Es kommt also stark darauf an, wann und wo und warum Sie die Regeln gebrochen haben – und ob Sie das gut erklären können.

  12. Was sind Ihre 10 größten Schwächen?

    Vor der Frage nach den Schwächen hat jeder Bewerber Bammel. Dass jeder welche hat, ist klar. Darum darf man auch ruhig eine oder zwei Schwächen klar benennen. Aber gleich zehn? Darauf sollten Sie sich nicht einlassen. Bleiben Sie bei der einen Schwäche, die Sie sich vorher überlegt haben. Vielleicht fallen Ihnen spontan noch ein oder zwei kleinere Makel ein, die Sie scherzhaft anbringen können (Ich esse viel zu gerne Schokolade. Ich brauche morgens so lange vor dem Spiegel). Aber dann ist Schluss.

  13. Wenn Sie ein Superheld sein könnten, welcher wären Sie?

    Sie gehört in die Kategorie Fangfragen light. Aber die Antwort verrät doch etwas über Ihren Charakter. Je nachdem, ob Sie Superman, Wonder Woman oder Spiderman auswählen, offenbart sich dem Fragesteller, was Ihnen insgeheim wichtig ist. Und mit wem Sie sich identifizieren. Aufschlussreich!

  14. Was würden Sie mit einem Lottogewinn machen?

    Als Erstes meinen Job kündigen! Das sagen Sie natürlich nicht. Unternehmen schätzen Kandidaten, die intrinsisch motiviert sind. Die etwas verändern und ihre Ziele erreichen wollen – unabhängig vom Faktor Geld. Sie müssen andererseits aber auch nicht den Samariter spielen und alles für wohltätige Zwecke spenden wollen. Die Mischung aus Anlegen, Investieren und Verschenken macht’s.

  15. Mit welcher Eigenschaft ecken Sie regelmäßig an?

    Eine fiese Frage! Sie ist die Frage nach den Schwächen, nur in anderem Gewand. Dabei kann sich auch eine Eigenschaft herauskristallisieren, die man gar nicht als Schwäche ansieht, Selbstbewusstsein zum Beispiel. Wenn Sie mit gar keiner antworten, dann provozieren Sie direkt die Folgefrage: Sie haben also gar keine Ecken und Kanten? In diese Schublade möchte man schließlich auch nicht gesteckt werden…

  16. Was wollen Sie werden, wenn Sie groß sind?

    Der Personaler wartet Ihre Reaktion ab. Sind Sie verärgert? Pikiert? Beleidigt? Sie sollten jetzt nicht mit einer Retourkutsche antworten wie: Einen Kopf größer als Sie bin ich ja immerhin schon. Das zeigt nur, dass Sie über sich selbst nicht lachen können. Lächeln Sie die Spitze weg und erzählen dann etwas über Ihre Motivation, Träume und Ziele.

  17. Welche positiven Charaktereigenschaften fehlen Ihnen?

    Noch eine subtile Strategie, um die Schwächen des Kandidaten auszuleuchten. Wenn Sie sagen, Ihnen fehle gar keine positive Charaktereigenschaft, wirkt das anmaßend und unreflektiert. Aber was können Sie auf solcherlei Fangfragen antworten? Am besten nennen Sie positive Eigenschaften, die Sie in der angestrebten Stelle nicht zwingend benötigen. Beispiel: Ich bin nicht so der ordentliche Typ. Für einen Kreativen wäre das völlig ok. Oder: So richtig mutig bin ich leider nicht. Muss man als Buchhalter auch nicht sein. Es gibt aber auch Eigenschaften, die Sie besser verschweigen. Ich bin unehrlich oder Ehrgeizig bin ich eigentlich gar nicht – das ist im Jobinterview unverzeihlich.

  18. Welche Bücher haben Ihr Leben am meisten beeinflusst?

    Kulturbanause an Bord? Auch in Zeiten von Smartphone und Netflix sollten Sie das eine oder andere Buch schon nennen können. Aber bitte nicht Fifty Shades of Grey (ordinär) oder im Spaß das Lustige Taschenbuch (infantil). Wenn Ihnen gar nichts anderes einfällt, nehmen Sie ein Werk aus der Schule (Goethes Faust?), über das Sie eine wichtige Klausur geschrieben haben. Grundsätzlich bieten sich Biographien an.

  19. Welche Macken und Marotten haben Sie?

    Unter normalen Umständen sollten Sie aus dieser Geschichte heil herauskommen. Zum Beispiel so: Ich führe sehr gerne Selbstgespräche. Oder: Ich drücke IMMER dreimal die Snooze-Taste, bevor ich aufstehe. Es sei denn, Ihnen rutscht etwas wirklich Peinliches heraus. Ich rauche nach dem Sex immer eine Zigarette. Das will keiner wissen, bitte nicht!

  20. Sind Sie nicht etwas unerfahren für den Job?

    Wenn Sie der Personaler so piekt, fassen Sie das bitte nicht als Beleidigung auf. Er will Sie mit seinen Fangfragen nur aus der Reserve locken. Manchmal ist Aggression aber auch eine Hilfe. Wenn Sie innerlich kochen, dann schießen die Argumente nur so aus Ihnen heraus. Sagen Sie ihm klipp und klar (sachlich, aber bestimmt), warum Sie der Mann oder die Frau für den Job sind – und warum Sie die notwendige Erfahrung sehr wohl haben.

  21. Erklären Sie einem Blinden die Farbe Lila.

    In der Tat eine schwierige Aufgabe. Vollkommen klar, dass es hier nicht um richtig oder falsch geht. Sondern um Ihre Lösungsfindung. Wie kreativ sind Sie, wie gehen Sie vor? Außerdem zeigt Ihre Antwort auf die Fangfrage, ob Sie in der Lage sind, sich in andere Menschen hineinzuversetzen. Killer-Skill Empathie! Negativ fallen sie dagegen auf, wenn Sie über ein Äh, öhm, ja, keine Ahnung… nicht hinauskommen.

  22. Was haben Sie heute Vormittag gefrühstückt?

    Bei derartigen Fangfragen sollten Sie Ihren Charme spielen lassen. Wer schulterzuckend signalisiert, dass er von dieser Art Frage nichts hält, zeigt fehlende Reflektion und Sensibilität. Der Personaler will Sie nicht ärgern, aber kitzeln. Im Grunde ist es ihm schnurzpiepegal, ob Sie zwei hartgekochte Eier oder einen Quark mit Müsli gefrühstückt haben. Er will wissen, wie sie mit so einer Frage umgehen, ob Sie die hohe Kunst der Konversation beherrschen.

  23. Haben Sie einen IQ von mehr als 130?

    Eine Fangfrage, die Google angeblich gerne stellt. Die Mehrheit der Menschen hat einen IQ zwischen 85 und 115. Wer darüber liegt, hat einen „hohen IQ“. Mit einem Intelligenzquotienten von mehr als 130 gilt man sogar als hochbegabt. In diese Kategorie fallen in Deutschland lediglich zwei Prozent der Bevölkerung. Was also will der Personaler mit dieser Fangfrage bezwecken? Er will wissen, wie und ob der Bewerber ein gesundes Understatement pflegt oder unter Minderwertigkeitskomplexen leidet. Ein einfaches Ja ist daher die denkbar schlechteste Antwort (unabhängig davon, ob sie der Wahrheit entspricht). Der Kandidat muss es wohl nötig haben, sich selbst zu erhöhen – oder er hat einfach keinen Sinn für Humor. So käme das Ja rüber. Eine solide Antwort wäre: Ich kenne meinen IQ gar nicht. Ich hoffe aber, dass er nicht allzu weit unten liegt. Oder eine Antwort für Spaßvögel, die sie mit Ironie vortragen können: Jaha. Ich bin so schlau, ich könnte Einstein Nachhilfeunterricht geben.

  24. Was sollen wir heute zu Mittag essen?

    Eine denkbare Fangfrage, wenn der Bewerber zum Kennenlerngespräch ins Restaurant eingeladen wird. Für Arbeitgeber durchaus zu empfehlen. Vielleicht lässt sich der Kandidat zu keiner konkreten Aussage hinreißen und antwortet: Was immer Sie mögen. Oder: Ich bin für alles offen. Oder: Das ist mir egal. Sehr nachvollziehbare Antworten, aber unbefriedigend. Viel spannender wäre es doch, der Kandidat würde Farbe bekennen und eine klare Ansage machen. Nach dem Motto: Also, ich persönlich hätte Lust auf Mexikanisch. Oder: Was halten Sie von Sushi? Oder auch: Pizza. Damit wird jeder glücklich. So zeigen Sie Führungsqualitäten und dass Sie vor Entscheidungen nicht zurückschrecken.

  25. Sind Sie inkompetent und faul?

    Eine Fangfrage, die sich an der Grenze zur Dreistigkeit bewegt. Ironiebegabte könnten natürlich so antworten: Leider viel zu oft! Oder so: Ja, ich fürchte, das bin ich wirklich manchmal. Klar ist, dass Sie nicht einfach mit Ja oder Nein antworten. Der Personaler will wissen, wie Sie in dieser Stresssituation reagieren, wie schnell Sie schalten und eine befriedigende Lösung finden. Eine wie: Eigentlich bin ich ziemlich clever und aktiv. Fast immer.

  26. Wie ehrlich sind Sie?

    So könnte man auf solche Fangfragen antworten: Ich bin immer hundertprozentig ehrlich! Klingt erhaben, aber wer glaubt Ihnen das? Sie greifen also nicht einmal auf eine klitzekleine Notlüge zurück, wenn es sein muss? Und was sagt das über Sie aus? Sie sehen: Ganz so einfach ist diese Fangfrage gar nicht zu beantworten. Vielleicht so: Ehrlichkeit ist für mich eine der wichtigsten Tugenden überhaupt – sowohl privat als auch beruflich. Ich will aber gar nicht bestreiten, dass ich in meinem Leben auch schon mal auf die eine oder andere kleine Notlüge zurückgreifen musste.

  27. Sind Sie ein glücklicher Mensch?

    Manche Fangfragen gehen ins Persönliche, so wie diese. Der Interviewer will etwas über die Grundeinstellung des Kandidaten erfahren. Hat er eine positive Weltsicht oder eine negative? Welche Wertvorstellungen teilt er? Jetzt einfach nur mit dem Hinweis zu antworten, man sei total happy mit seinem Leben, ist nicht befriedigend, fast schon oberflächlich. Eine Top-Antwort wäre: Ja, ich bin ein glücklicher Mensch. Das war aber nicht immer so. Ich hatte schwierige Zeiten zu überstehen und weiß heute sehr genau, dass man jeden Tag hart für sein Glück arbeiten muss.

  28. Was mögen Sie an der Menschheit am wenigsten?

    Jetzt bitte keine Schimpftirade loslassen. Credo: Die Welt ist so schlecht und ungerecht. Und die Menschen sind alle so böse und gewalttätig und zerstören die Umwelt und und und… Mag ja alles sein, ist aber eine sehr eindimensionale Sicht. Ihre Antwort auf diese Fangfrage verrät, ob Sie einen gewissen Intellekt mitbringen, ob Sie sich grundlegende Gedanken machen und welche Prioritäten Sie setzen. Eine pointierte, argumentativ starke Antwort ist besser als ein plumper Rundumschlag.

  29. Welches Geschenk haben Sie zuletzt jemandem gemacht?

    Meiner Frau einen Gutschein geschenkt. Die Wahrscheinlichkeit dafür ist relativ hoch, die Antwort relativ schlecht. Sie zeugt von Einfallslosigkeit. Dabei will der Personaler ja wissen, ob Sie kreativ sind. Vor allem aber, wie wichtig Ihnen andere Menschen sind, ob Sie empathisch sind und an Ihren zwischenmenschlichen Beziehungen arbeiten. Eine simple, aber effektive Antwort: Ich habe meiner Frau Blumen geschenkt. Oder: Eine Lego-Feuerwehrstation für meinen Sohn. Dies zeigt, dass Sie (hoffentlich) glücklich verheiratet sind und einen familiären Rückhalt haben. Unternehmen mögen das. Möglich auch: Etwas Selbstgebasteltes für meine ehemaligen Kollegen beim Abschied. So signalisieren Sie, dass Sie ein Teamplayer waren und mit allen gut zurechtkamen. Was gar nicht geht: Ich habe leider lange niemandem mehr ein Geschenk gemacht. Auch mies: Ich kann mich ehrlich gesagt nicht daran erinnern.

15 irre Fangfragen zum Download

Fangfragen zum DownloadNoch mehr Fangfragen gefällig? 15 irre Fangfragen zum Herunterladen und Üben finden Sie Fangfragen-im-Vorstellungsgespräch-die-besten (PDF-Dokument).

10 Fangfragen für Bewerber: Drehen Sie den Spieß um!

Heutzutage haben Bewerber mehr Verhandlungsspielraum als früher – vorausgesetzt, Sie arbeiten in Branchen und Berufen, in denen der Bewerbermangel groß ist. Dabei kann es sich um Softwareentwickler oder Fleischer handeln, um Bauingenieure oder Klempner.

Zählen Sie dazu? Dann drehen Sie den Spieß im Vorstellungsgespräch doch einfach mal um – und konfrontieren den Interviewer Ihrerseits mit einer Fangfrage.

Fangfragen im Vorstellungsgespräch – hier sind 10 Vorschläge für Bewerber:

  • Was stört Sie an Ihrem Chef am meisten?
  • Was stört Sie an Ihrem Arbeitgeber aktuell am meisten?
  • Basierend auf Ihren eigenen Erfahrungen – was sollte ich in den ersten 100 Tagen im Job auf keinen Fall tun?
  • Wie lange hat es gedauert, bis Sie sich zu einer Führungskraft entwickelt haben?
  • Was ist der größte Fehler, den man hier begehen kann?
  • Was würde passieren, wenn ich meinen Chef schon in der ersten Woche kritisiere?
  • Worauf kann das Unternehmen wirklich stolz sein?
  • Wo bestellen die Mitarbeiter immer ihr Essen, wenn sie Überstunden machen müssen – beim Italiener oder beim Chinesen?
  • Wo fand Ihre letzte Weihnachtsfeier statt?
  • Was hat dieses Unternehmen aus seinem letzten größeren Fehler gelernt?

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[Bildnachweis: LightField Studios by Shutterstock.com]

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