Assessment Center: Vorbereitung, Aufgaben, Beispiele

Ein Assessment Center (AC) ist weniger Ponyhof, mehr Spießrutenlauf. Allein der Gedanke ans AC treibt so manchem Kandidaten die Schweißperlen auf die Stirn. Immerhin handelt es sich um ein Auswahlverfahren, das darauf abzielt, die Bewerber in jeder Minute zu beobachten, zu prüfen, zu durchleuchten. Wer das Assessment Center gut übersteht, darf sich dafür berechtigte Hoffnungen auf den Traumjob machen. Wer aber nicht fehlerlos durch die Veranstaltung kommt, hat womöglich alle Chancen verspielt. Und Fettnäpfchen warten während des Assessment Centers fast überall…

Definition: Was ist ein Assessment Center?

Definition Assessment CenterAssessment ist englisch und bedeutet so viel wie Bewertung, Feststellung oder Einschätzung. Ein Assessment Center ist also ein Verfahren, das Bewerber bewertet und einschätzt. Dabei geht es vor allem um die Frage, ob der- oder diejenige für die eine bestimmte Stelle geeignet ist – fachlich wie persönlich.

Entweder führt das Unternehmen das Assessment Center selbst durch oder es holt sich Hilfe von externen Beratern ins Haus. Die Kandidaten müssen in der Regel einzelne Tests, Übungen, Plan- und Rollenspiele sowie Auswahlgespräche bestehen. Am Ende steht die Beurteilung, die entweder einzeln oder in Gruppen durchgeführt wird. Ein Assessment Center kann aus mehreren Runden bestehen und bis zu drei Tage dauern.

Mittelständische Unternehmen setzen Assessment Center meist ausschließlich zur Personalauswahl ein, Konzerne nutzen sie auch zur Entwicklung der eigenen Belegschaft. Schon in den Zwanzigerjahren des 20. Jahrhunderts wählte das deutsche Militär seinen Nachwuchs mit solchen Tests aus (nur, dass man sie damals noch nicht Assessment Center nannte), danach geriet das Instrument aber schnell in Vergessenheit.

Erst in den Fünfzigern feierte das AC jenseits des großen Teichs in den USA sein Revival. Auch in Deutschland war es ein US-Konzern, der das erste Assessment Center auf die Beine stellte: IBM im Jahr 1969.




Assessment Center Vorbereitung: So meistern Sie das AC

Dieser Leitsatz gilt fast immer: Gut vorbereitet, ist halb gewonnen. Wer nicht völlig ahnungslos ins Assessment Center geht, erhöht seine Erfolgsaussichten um ein Vielfaches.

Andererseits gilt auch: Eine gute Vorbereitung ist die halbe Miete – aber nicht die ganze. Ein bisschen Lockerheit, ein bisschen Unverkrampfheit wären ebenfalls nicht verkehrt (wenngleich sich das natürlich schwer trainieren lässt). Immerhin werden Sie in jedem Fall während der Übungen auch improvisieren müssen.

So bereiten Sie sich auf das Assessment Center vor:

  1. Antizipation

    Sobald Sie das Einladungsschreiben vor sich auf dem Monitor erblicken, können Sie im Grunde mit der Vorbereitung beginnen. Denn nun haben sie die Basis-Informationen, die Sie brauchen. Inhalte, Zeiten, Ablauf. Wer mögliche Aufgaben antizipiert, kann sich entsprechend vorbereiten und Vorteile verschaffen.


  2. Informationen

    Was wissen Sie über die Firmenhistorie? Welche Produkte stellt das Unternehmen her? In welchen Feldern ist es aktiv? Kennen Sie mehr als nur den einen Standort? Sammeln Sie umfassende Informationen über Ihren potenziellen Arbeitgeber. Die wichtigsten Daten – zum Beispiel Mitarbeiterzahl oder Gründungsjahr – dürfen Sie sogar auswendig lernen.


  3. Jobprofil

    Um welches Jobprofil geht es eigentliche genau? Welche Fähigkeiten und Kompetenzen sind für die Stelle wichtig – und welche weniger? Setzen Sie sich mit der ausgeschriebenen Position genauer auseinander. Das hilft Ihnen nicht nur später im Job, sondern auch schon im Assessment Center.


  4. Anreise

    Auch beim AC ein No-go: zu spät erscheinen. Denn wahrscheinlich geht das Assessment Center ja nicht direkt vor Ihrer Haustür, sondern in einer fremden Stadt über die Bühne. Planen Sie daher rechtzeitig Ihre Anreise. Bahntickets kaufen, Unterkunft buchen, auch die Anfahrt vor Ort planen. Und berechnen Sie genügend Pufferzeiten ein, um unnötigen Reisestress zu vermeiden.


  5. Tagesgeschehen

    Halten Sie sich über Politik und Wirtschaft auf dem Laufenden. Und behalten Sie die Branche, in der Sie unterwegs sind bzw. für die Sie sich bewerben, ganz genau im Auge. Im Assessment Center kann es passieren, dass aktuelle Geschehnisse in Fallbeispiele oder Analyseaufgaben eingewoben werden. Und auch beim Mittagessen mit dem Personaler wollen sie ja nicht durch Unwissenheit glänzen…


Assessment Center Übungen: Diese Aufgaben warten auf Sie

Im Assessment Center möchte sich das Unternehmen ein Bild von Ihren Soft Skills machen. Wie arbeiten und denken Sie? Wie kreativ sind Sie? Wie selbstbewusst und durchsetzungsfähig sind Sie? Nur durch Gespräche und Beobachtungen lassen sich diese Fähigkeiten und Qualifikationen kaum feststellen.

All diese Eigenschaften werden daher mithilfe spezieller Aufgaben und Übungen abgefragt. Mal geht es darum im Team zusammenzuarbeiten. Mal müssen Sie sich als Einzelperson profilieren. Wir stellen Ihnen die Klassiker der Assessment-Center-Übungen vor und geben Ihnen wertvolle Tipps:

Assessement-Center Aufgaben Übungen Test Beispiele Grafik

Beispiele & Test: Diese Übungen können auf Sie warten…

  • Selbstpräsentation

    In der Regel müssen Sie einen kurzen Vortrag zu einem bestimmten Thema halten. Das ist häufig die Anfangsaufgabe. Bei dieser Gelegenheit dürfen Sie während der sogenannten Selbstpräsentation auch ein wenig über sich selbst erzählen. Versuchen Sie kompetent, aber auch sympathisch zu wirken – Sympathiefaktor niemals unterschätzen! Wenn Sie hier einen guten Einstieg finden, gibt Ihnen das Schwung für den Rest des Assessment Centers.

    • Beispielaufgabe

      Bitte erläutern sie in maximal zehn Minuten, wie Sie die Universität in Ihrer Persönlichkeitsentwicklung geprägt hat. Sie haben fünf Minuten Zeit, um sich vorzubereiten.

    • Lösung

      Notieren Sie sich die wichtigsten Aspekte stichpunktartig auf einem Zettel – und sortieren Sie sie so, dass Ihr Vortrag eine Struktur bekommt. Übrigens müssen Sie gar keine Jubelarien auf sich selbst verfassen (ist vielen Bewerbern unangenehm). Beschreiben Sie viel, werten Sie wenig. Und: Vermeiden Sie überflüssige Branchenfloskeln und Hohlphrasen.

    • Tipp

      Gehen Sie nicht zu sehr ins Detail und gehen Sie auch nicht chronologisch vor. Die wichtigsten Punkte kommen an den Anfang Ihres Vortrags – und nehmen auch den größten Raum ein. Sie können zuhause schon mal derartige Vorträge üben, indem Sie die Zeit stoppen. Fünf, zehn oder 15 Minuten – so kriegen Sie ein Gefühl für die Zeit.

  • Postkorb

    Der Klassiker im Assessment Center ist der Postkorb. Dabei wird eine Arbeitssituation simuliert, die Ihre Entscheidungsfähigkeit und Stressresistenz testen soll. Wie gut können Sie unter Zeitdruck arbeiten? Die Postkorbübung zeigt es dem Personaler.

    • Beispielaufgabe

      Eine typische Postkorbaufgabe sieht so aus: Sie kommen von einem wichtigen Termin ins Büro, haben aber schon den nächsten vor sich. Ihnen bleibt eine halbe Stunde, um die Nachrichten und Aufgaben, die während Ihrer Abwesenheit aufgelaufen sind, zu bearbeiten. Wie gehen Sie vor?

    • Lösung

      Zunächst einmal: Keine Panik, Ruhe bewahren! Niemand erwartet von Ihnen, einen Berg an Nachrichten abzutragen – selbst wenn 100 Mails theoretisch auf Bearbeitung warten wollten. Meist ist die Postkorbübung so konzipiert, dass Sie gar nicht alles in der vorgegebenen Zeit schaffen können. Viel wichtiger ist, dass Sie die Aufgaben sichten und priorisieren. So könnten Sie vorgehen:

      1. Überblick verschaffen
      2. Aufgaben herausfiltern, die dringlich sind (z.B. die mit einer Deadline)
      3. Aufgaben identifizieren, die schnell erledigt werden können
      4. Aufgaben identifzieren, die geschoben werden können
      5. Aufgaben auswählen, die wichtig sind und deren Bearbeitung Vorrang hat
    • Tipp

      Einer Aufgabe den Vorzug vor einer anderen geben – dafür gibt es sicher gute Gründe. Sie müssen die Gründe dann allerdings auch darlegen können. Von Ihnen wird erwartet, dass Sie Ihre Entscheidungen erklären und rechtfertigen können. Stellen Sie sich darauf ein, dass die Interviewer versuchen werden, Sie unter Druck zu setzen.

  • Rollenspiel

    Auch beim Rollenspiel handelt es sich um eine simulierte Arbeitssituation. Mit dem Unterschied, dass Sie im Rollenspiel nicht alleine agieren. Es kann sich um ein nachgestelltes Kundengespräch handeln, bei dem Sie einen aufgebrachten Kunden beruhigen müssen – oder um ein Motivationsgespräch mit einem Mitarbeiter. Beim Rollenspiel müssen Sie Ihre Social Skills (auch Soft Skills genannt), Einfühlungsvermögen, Konfliktfähigkeit, Kompromissbereitschaft und Überzeugungskraft unter Beweis stellen.

    • Beispielaufgabe

      Sie sind Abteilungsleiter. Ein Mitarbeiter von Ihnen ist notorisch unpünktlich. Ihre Aufgabe: Stellen Sie den Mitarbeiter zur Rede. Wie gehen Sie vor?

    • Lösung

      Nicht zu streng, aber auch nicht zu generös sein – dieser Test ist eine Gratwanderung. Sorgen Sie zunächst für eine angenehme Gesprächsatmosphäre und legen Sie dem Mitarbeiter dann sachlich Ihr Anliegen dar. Fragen Sie nach dem Grund für seine Unpünktlichkeit. Höflich, aber bestimmt. Danach erarbeiten Sie gemeinsam eine Lösung, aber sagen dem Mitarbeiter auch klar und deutlich, was Sie von ihm erwarten.

      Grundsätzlich wichtig bei dieser Aufgabe:

      • Gesprächspartner aussprechen lassen und zuhören
      • Problem erörtern
      • Lösungsvorschläge anbieten
      • Empathie UND Führungsstärke demonstrieren
    • Tipp

      Bleiben Sie immer ruhig und sachlich. Keine emotionalen Ausbrüche!

  • Fallstudie

    Der Gruppe wird eine Projektaufgabe aus dem Unternehmenskontext vorgesetzt. Diese soll sie gemeinsam bearbeiten und am Ende eine Lösung präsentieren. Zunächst wird festgelegt, wer welche Rolle im Team einnimmt. Die Übung soll zeigen, ob Sie strategisch und analytisch denken können.

    • Beispielaufgabe

      In sechs Wochen soll das neue Produkt auf den Markt kommen. Nur die passende Einführungsstrategie fehlt noch. Entwickeln Sie sie. Ihnen stehen dafür 15 Minuten zur Verfügung.

    • Lösung

      Die Fallstudie wird mit großer Wahrscheinlichkeit aus dem Branchenkontext des Unternehmens stammen. Möglicherweise handelt es sich sogar um eine Situation, die so bereits aufgetreten ist. Darum ist es wichtig, hier ein Grundwissen über das Unternehmen, Branche, Produkte und/oder Dienstleistungen mitzubringen. Je besser Sie im Bilde darüber sind, desto aussichtsreicher Ihre Chancen.

    • Tipp

      Hier geht es weniger um die Details, mehr um die Gesamtausrichtung. Für Kleinigkeiten haben Sie nicht ausreichend Zeit. Agieren Sie lieber aus der Vogelperspektive.

  • Gruppendiskussion

    Hier ist der Name Programm: Die Gruppe diskutiert ein vorgegebenes Thema – und das möglichst kontrovers. Man könnte die Übung auch als einen Wettbewerb der Ideen umschreiben.

    Dabei geht es darum, dass Sie und Ihre Ideen im Vergleich zu den anderen möglichst gut abschneiden. Sie müssen das Thema durchdringen, Position beziehen und Ihre argumentativ stark vertreten. Bei der Gruppendiskussion schaut das Unternehmen genau auf Ihre Rhetorik, Überzeugungskraft und Kooperationsbereitschaft.

    • Beispielaufgabe

      Sollen Ihre Vertriebsmitarbeiter ihre schicken Benziner gegen Elektroautos eintauschen? Sie haben 20 Minuten, um in der Diskussion Stellung zu beziehen und Ihren Argumenten Gehör zu verschaffen.

    • Lösung

      Auch hier sollten Sie generell höflich und sachlich bleiben. Eine Spur Leidenschaft schadet Ihnen aber auch nicht, wenn Sie die anderen mit Ihren Argumenten überzeugen wollen. Nehmen Sie aber dennoch die Meinung der anderen Kandidaten sehr ernst, hören Sie zu und fallen niemandem ins Wort. Am Ende könnten Sie in der Gruppe durch einen Kompromiss zu einem Ergebnis kommen.

    • Tipp

      Treten Sie selbstbewusst auf und verstecken Sie sich nicht. Körpersprache beachten!

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Assessment Center Beispiele: Die Aufgaben im Detail

Zwar kann jedes Unternehmen das Assessment Center individuell gestalten und an die eigenen Bedürfnisse anpassen, doch orientieren sich die Abläufe dabei an einem immer wiederkehrenden Muster: So sehen Assessment Center in der Regel aus…

Selbstpräsentation

Die Selbstpräsentation steht fast immer am Anfang des Assessment Centers. Der Kandidat stellt sich kurz und prägnant vor. Auch sollten Sie Bezug auf die konkrete Stelle nehmen.

Ihre Stärken und Erfolge sollten Sie ebenfalls herausstellen – zum Beispiel als Höhepunkt am Ende Ihres Vortrags. Vor allem Führungskräfte sollten ein paar Details zu Ihren bisherigen Highlights vorbringen können. Trotzdem wird der Interviewer Sie auch nach Ihren Schwächen fragen. Bereiten Sie sich darauf vor.

Ihre Schwächen können Sie mit dem Hinweis verknüpfen, dass Sie aktiv daran arbeiten, diese zu überwinden. Was tun Sie, um besser zu werden? Das bringt Ihnen weitere Pluspunkte.

Schon zu Beginn sehr wichtig: Umgangsformen und Körpersprache. Suchen Sie den Blickkontakt? Legen Sie nervöse Ticks an den Tag? Wirken sie selbstbewusst?

Typisch sind solche Fragen:

  • Was machen Sie den lieben langen Tag über?
  • Wie machen Sie das und warum?
  • Welches waren Ihre größten Erfolge?
  • Wo sind Sie gescheitert und warum?

Bemühen Sie sich, so lebensnah wie möglich zu antworten. Also nicht abstrakt, sondern lieber in Beispielen und Anekdoten. Meist handelt es sich um offene Fragen, die sich nicht durch ein schlicht Ja oder Nein beantworten lassen.

Es geht auch nicht darum, dass Sie richtig oder falsch antworten, sondern dass Sie Dialogfähigkeit, Initiative und eine aktive Gesprächsführung beweisen. Das können Sie für sich nutzen.

Natürlich dürfen Sie auch Rückfragen stellen – oder eigene Akzente setzen. Zum Beispiel so: „Das ist eine gute Frage, aber zunächst möchte ich noch mal betonen, dass…“

Übungen

Jetzt beginnt die Zeit der Übungen. Einen Standard-Ablauf dafür gibt es nicht. Es kann sich um eine Postkorbübung handeln, aber auch um Konzentrations- oder Intelligenztests.

Auf Übungen sollten sich insbesondere Berufsanfänger einstellen. Bei Fach- und Führungskräften werden die Fähigkeiten, die in solchen Übungen abgefragt werden, vorausgesetzt. Führungskräfte bekommen es eher mit umfangreichen Einzelinterviews zu tun, die Führungsverhalten und soziale Kompetenzen zum Vorschein bringen – oder auch nicht.

Rollenspiele

Als Nächstes kommt die Phase der Rollenspiele, Fallstudien und Gruppendiskussionen.

Diese sind in Assessment Centern für Berufsanfänger Usus, in Manager-ACs hingegen eher ungewöhnlich. Nicht selten knüpfen die Themen an das aktuelle Wirtschaftsgeschehen an. Neben Fachwissen werden aber vor allem Teamgeist und Lösungskompetenz erwartet.

Für Kandidaten wichtig: Versuchen Sie nicht, Ihre eigene Meinung auf Biegen und Brechen durchzusetzen, sondern führen Sie ein konstruktives, gleichberechtigtes Gespräch, bei dem Sie auch die Standpunkte der Gegenseite wertschätzen. Keine gute Taktik ist es ebenfalls, sich mit verschränkten Armen in die Defensive zurückzuziehen.

Grundsätzlich empfehlenswert: Merken Sie sich die Namen Ihrer Mitbewerber und sprechen Sie sie damit an. So finden Sie nicht nur schneller Verbündete, sondern beweisen auch Aufmerksamkeit – und dass Sie mit Menschen umgehen können.

Feedback

Das Feedback-Gespräch bildet den – hoffentlich krönenden – Abschluss des Assessment Centers. Erst werden Sie nach Ihrer Selbsteinschätzung gefragt. Wie hat es Ihnen gefallen? Welchen Eindruck hatten Sie von sich selbst? Danach folgt die Einschätzung der Jury.

Nicht vergessen: Sie haben während des Feedback-Gesprächs durchaus noch die Möglichkeit, Punkte zu sammeln und vorherige Fehler auszubügeln. Ein gelungenes Feedback-Gespräch rundet Ihre Gesamtperformance ab.

Dabei sollten Sie Ihr Licht zwar nicht unter den Scheffel stellen, aber auch keine Loblieder auf sich selbst singen. Eine gesunde Mischung aus Understatement und Selbstbewusstsein ist hier angebracht.

Assessment Center Fehler: Diese bitte nicht machen!

In Adiletten oder eine Stunde zu spät kommen – das sind offensichtliche Fehler, die jeden aus dem Rennen kegeln würden. Macht aber vermutlich auch keiner. Gefährlicher sind daher die weniger offensichtlichen Fehler im Assessment Center. Tatsächlich kann man unterwegs in zahlreiche Fallen tappen, aus denen man nur schwer – oder gar nicht – wieder herauskommt.

Diese Fehler sollten Sie nicht machen, um einen Assessment Center Fail zu vermeiden:

  • Sie haben falsche Erwartungen

    Kein Assessment Center ist wie das andere. Gut möglich, dass Sie von neuen Techniken und Übungen überrascht werden. Kalkulieren Sie das von vornherein mit ein. Einen Standard-Ablauf gibt es nur auf dem Papier. Sollte Sie das AC voll aus dem Konzept bringen, merken das auch die Organisatoren. Darum: Lassen Sie sich ein Stück weit überraschen.


  • Sie sind nicht spontan

    Verwechseln Sie eine gute Vorbereitung nicht mit dem Gesamtsieg. Der ist auch von einer Portion Improvisation abhängig. Gehen Sie mit einer Grundstrategie ins Assessment Center, lernen Sie die wichtigsten Fakten. Aber vertrauen Sie auch Ihren Instinkten. Wer gar nicht spontan ist, zeigt leider, dass er sich nur schwer auf neue Begebenheiten einstellen kann.


  • Sie wollen Schwächen überdecken

    Ihre ganz persönlichen Schwächen nehmen sie auch mit ins Assessment Center. Doch Ihr Motto sollte sein: Stärken nach vorne! Konzentrieren Sie sich darauf, Ihre Stärken zu zeigen und nicht Ihre Schwächen zu kaschieren. Das ist ein himmelweiter Unterschied.


  • Sie ziehen Ihre Linie nicht durch

    Wer sein Fähnlein in den Wind hängt, wird weggefegt. Immerhin müssen Sie im Assessment Center in Einzelgesprächen überzeugen und in der Gruppe diskutieren. Dabei sollten Sie Ihre Meinung nicht alle zwei Minuten ändern. Wenn Sie sich zu oft und offensichtlich selbst widersprechen, könnte das Zweifel an Ihrer Persönlichkeitsentwicklung aufwerfen.


  • Sie sind zu stark auf Ihre Konkurrenten fixiert

    Es hilft alles nichts: Ein Assessment Center ist ein Wettkampf – Mann gegen Mann, Frau gegen Frau (und Mann gegen Frau). Sie wollen und müssen besser sein als die anderen, um den Job zu bekommen. Diesen Fakt sollten Sie aber versuchen weitgehend auszublenden. Konzentrieren Sie sich auf Ihre eigene Leistung und auf Ihr Wissen. Alles andere kommt von alleine. Und versuchen Sie ja nicht, anderen vorsätzlich zu schaden. Im Gegenteil…


  • Sie sind zu egozentrisch

    Teamfähigkeit wird von Arbeitgebern gerne als Kardinalstugend genannt. Was liegt also näher, als sie im Assessment Center unter Beweis zu stellen? Zunächst fokussieren Sie sich natürlich auf Ihre eigene Leistung, aber seien Sie ruhig hilfsbereit. Tauschen Sie sich aus, zeigen Sie, dass Ihnen das Schicksal Ihrer Mitstreiter am Herzen liegt.


  • Sie verbeißen sich zu sehr in die Aufgaben

    Ein Assessment Center ist keine Uni-Prüfung. Ihr Auftreten und Verhalten, Ihre Gestik und Mimik sind mindestens genauso wichtig wie Ihre fachlichen Einlassungen. Verlieren Sie das nicht aus dem Blick. Es kann passieren, dass Sie die richtige Lösung für eine Aufgabe aus dem Hut zaubern, aber durch Ihr Vorgehen trotzdem Ihre Chancen auf die Stelle reduziert haben.


  • Sie lästern über andere

    Absolutes No-Go: Über andere Kandidaten lästern. Sie sind schließlich nicht im Dschungelcamp, sondern in einem Assessment Center, in dem Sie Professionalität beweisen sollen. Lästereien fallen negativ auf Sie zurück. Bitte auch dann verkneifen, wenn im Gegenzug ein anderer über Sie lästern sollte!

Assessment Center: Ein einziger Test

Konzentration – von Anfang bis Ende! Das ist der vielleicht wichtigste Ratschlag. Denn das Assessment Center ist ein einziger Test, der schon bei der Begrüßung beginnt.

Sie entscheidet über den ersten Eindruck, für den es bekanntlich keine zweite Chance gibt.

Weitere Tipps zum Assessment-Center finden Sie übrigens auch in diesem Gratis-PDF.

[Bildnachweis: Stock-Asso photo by Shutterstock.com]

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