Bewerbung Praktikum: So bekommen Sie die Praktikantenstelle

Das Praktikum kann ein Türöffner sein oder einfach nur eine nette Referenz im Lebenslauf. Aber dazu muss man den Praktikumsplatz erst einmal bekommen. Und das ist nicht immer ganz einfach. Die Unternehmen wollen all ihre Stellen bestmöglich besetzen – dazu zählen auch die Praktikantenstellen. Damit die Bewerbung Praktikum gelingt, sollten Bewerber folgende Punkte beachten…

Bewerbung Praktikum

Bewerbung Praktikum: Warum?

Ein Praktikum kann man aus ganz unterschiedlichen Motiven heraus absolvieren. Werden Sie sich zunächst über Ihr Motiv klar. Wollen Sie…

  • in einen bestimmten Beruf hineinschnuppern?
  • wertvolle Referenzen für den Lebenslauf sammeln?
  • einen Fuß in die Tür eines bestimmten Arbeitgebers bekommen?
  • die Vorarbeit für eine spätere Übernahme leisten?

Ansprüche und Anforderungen an ein Praktikum unterscheiden sich je nach Ausgangssituation. Auch kommt es darauf an, mit welchen Vorzügen Sie selbst als Bewerber wuchern können.

Als Schüler, der ein Schülerpraktikum absolvieren wil, haben Sie noch kaum Berufserfahrung. Das gilt auch für Studienanfänger, die dementsprechend auch noch nicht mit den verantwortungsvollsten Aufgaben betraut – und nicht so gut bezahlt werden.

Das ist bei Hochschulabsolventen mit Vorerfahrung schon ganz anders. Hier dürfen Sie mehr verlangen – sowohl in Hinsicht auf Ihre Aufgaben als auch auf die Vergütung.




Wo finde ich Praktikumsstellen?

Bevor Sie sich für eine Praktikumsstelle bewerben, sollten Sie ein wenig Recherche betreiben. In Arbeitgeberbewertungsportalen erfährt man, wie gut Unternehmen mit ihren Praktikanten umgehen und ob sich ein Praktikum wirklich lohnt, zum Beispiel auf…

Vielleicht können Sie sogar Kontakt zu ehemaligen Praktikanten aufnehmen und sie nach ihren Erfahrungen fragen. Verlassen Sie sich in keinem Fall nur auf die Erfahrungsberichte von Ex-Praktikanten auf der Unternehmenshomepage. Logisch, dass dort nur gutmeinende Stimmen zu Wort kommen.

Wenn sie einen Wunscharbeitgeber haben sollten, schauen Sie auf dessen Karriereseite nach Praktikumsstellen – oder fragen Sie ihn unverbindlich via Facebook oder Twitter danach. Signalisiert er Ihnen Möglichkeiten, können sie sich direkt dort bewerben.

Praktikumsstellen findet man unter anderem hier:

Bewerbung Praktikum: Darauf müssen Sie achten

Grundsätzlich unterscheidet sich die Bewerbung für ein Praktkikum nicht von der für eine reguläre Stelle. Anschreiben und Lebenslauf sollten Sie in beiden Fällen sehr genau und sorgfältig verfassen.

Immerhin gilt der Mindestlohn mittlerweile auch – mit Ausnahmen – für Praktikanten. Die Unternehmen sind also auch in Hinsicht auf ihre Praktikanten anspruchsvoll, wollen die besten Bewerber für sich gewinnen – sie kosten ja jetzt mehr Geld.

Der erste Tipp: Bewerben Sie sich bitte nicht für irgendein Praktikum im Unternehmen, sondern immer für ein spezielles. Entweder für genau das Praktikum, das ausgeschrieben wurde oder für genau DAS Praktikum in Ihrer Wunschabteilung in Ihrer Wunschposition. Das macht es auch dem Personaler leichter, Sie einzusortieren.

Bewerbung Praktikum: Das gehört hinein

Eine Praktikumsbewerbung ist generell genauso aufgebaut wie jede andere. Inhaltlich gehören hinein:

Die Kirsche auf der Torte wäre ein persönliches Empfehlungsschreiben, zum Beispiel von Ihrem Lehrer. Wenn Sie einen glaubwürdigen Fürsprecher haben, erhöht das Ihre Chancen.

Und unterschätzen Sie die formellen Aspekte nicht. Eine einheitliche Schriftart und ein durchgängiges Design vermitteln dem Unternehmen Genauigkeit. Achten Sie darauf!

Lassen Sie die Rechtschreibung unbedingt noch einmal prüfen – von Eltern, Geschwistern, Freunden, Kommilitonen. Und versuchen Sie, das Bewerbungsanschreiben individuell auf den jeweiligen Arbeitgeber anzupassen. Keine Massenware!

Am Ende erwähnen Sie, dass Sie sich über eine Einladung zum Vorstellungsgespräch sehr freuen würden.

Stellenangebote

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Bewerbung Praktikum: Das Anschreiben

Das Anschreiben ist für jeden Bewerber eine Herausforderung. Was Sie prinzipiell nicht tun sollten: Die wichtigsten Stationen Ihres tabellarischen Lebenslaufes im Anschreiben nacherzählen. Unnötiger Ballast! Zumal Sie als Praktikant vermutlich noch gar nicht über allzu viel Berufserfahrung verfügen dürften.

Darum lautet die Devise: Motivation herausstellen! Warum wollen Sie gerade in diesem Unternehmen ein Praktikum absolvieren? In dieser Branche, in diesem Fachbereich, in dieser Position? Dabei sollten Sie Ihre Neugier herausstellen, Lernwillen, Motivation und Einsatzbereitschaft.

Machen Sie sich folgendes klar: Das Unternehmen ist kein Wohlfahrtsverein (es sei denn, Sie bewerben sich bei einem). Es würde gerne einen Vorteil davon haben, wenn es Sie einstellt. Eine Arbeitserleichterung, neue Ideen, frischen Wind. Machen Sie im Anschreiben klar, dass Sie gewillt sind, genau das beizutragen.

Falls es eine Ausschreibung für die Praktikumsstelle gibt, dann lesen Sie sie sorgfältig durch. Gehen Sie auf die Punkte ein, die dort genannt werden und wiederholen Sie auch ruhig Schlüsselbegriffe.

Diese Anforderungen müssen Sie erfüllen

Wichtig: In jeder Stellenausschreibung gibt es Kann-Anforderungen und Muss-Anforderungen. Letztere sind die entscheidenden. Hat sie der Bewerber nicht, ist er draußen.

Bei Erstgenannten dagegen wäre es nur schön, sie zu haben – eine Voraussetzung sind sie nicht. Für Sie als Bewerber ist es wichtig, die Kann- und Muss-Anforderungen zunächst aus der Stellenanzeige richtig herauszulesen.

Ihr Vorteil: An Praktikanten sind die Anforderungen gewöhnlich nicht so hoch wie an Vollzeitbeschäftigte. Aber in vielen Unternehmen sind selbst Praktikumsstellen heiß begehrt – und locken unzählige Konkurrenten an. Nicht unterschätzen!

Beispiele für Muss-Anforderungen: der Führerschein, sofern eine Mitarbeit ohne Führerschein nahezu unmöglich ist. Wenn in der Anzeige dagegen wörtlich „wünschenswert“ oder „idealerweise bringen Sie mit“ steht, dann können Sie sich trotzdem bewerben, auch wenn Sie die genannte Anforderung nicht erfüllen.

Pluspunkte bringen:

  • andere, idealerweise ähnliche Praktika
  • ehrenamtliches Engagement
  • besondere Fähigkeiten und EDV-Wissen, z.B. Programmier- oder SAP-Kenntnisse
  • Sprachkenntnisse, z.B. sehr gute Englischkenntnisse oder die Beherrschung einer außergewöhnlichen Fremdsprache

Klar ist auch, dass nicht jede Fähigkeit in jedem Praktikum von Nutzen ist. Konzentrieren Sie sich auf die Fähigkeiten, die im entsprechenden Unternehmen gefragt sind.

Bewerbung Praktikum: Der Lebenslauf

Das grundlegende Problem ist: Gerade junge Menschen haben meist noch nicht so viele Stationen und Kenntnisse gesammelt. Wie also den Lebenslauf füllen?

Zunächst mal ist das kein Grund zur Beunruhigung. Von Praktikanten wird kein üppiger Lebenslauf erwartet. Im Gegenteil, den Personalern ist sehr wohl bewusst, dass Sie noch am Anfang Ihrer beruflichen Laufbahn stehen. Ein prall gefülltes Dokument könnte da fast schon verdächtig erscheinen.

Ihr Lebenslauf muss also nicht lang sein – aber sauber und übersichtlich. Er ist optimalerweise so aufgebaut, dass Sie mit den aktuellen Stationen beginnen und sich chronologisch nach hinten arbeiten.

Diese Elemente gehören zwingend in Ihren Lebenslauf:

  • Persönliche Daten: Vorname, Nachname, Geburtstag, Geburtsort, aktuelle Adresse
  • Kontaktinformationen: Telefonnummer, Mobilnummer, E-Mail-Adresse (evtl. sogar Skype)
  • Werdegang: Besuchte Schulen und erworbene Abschlüsse
  • Fähigkeiten: EDV-Kenntnisse, Sprachkenntnisse, belegte Kurse oder Seminare
  • Interessen und Hobbys
  • Ort, Datum und Unterschrift

Angaben zu Ihren Eltern oder Geschwistern sind dagegen völlig überflüssig. Ob Ihr Vater Oberstudienrat oder Sachbearbeiter ist oder war, spielt keine Rolle.

Was dagegen relevant ist: Ihre Lieblingsfächer in der Schule. Falls Sie sich für ein Schülerpraktikum bewerben und Ihre liebsten Fächer einen Bezug zum Praktikumsplatz haben, dann geben Sie sie unbedingt an.

Das gilt auch für Interessen, Hobbys und andere Freizeitbeschäftigungen. Je besser Sie zum Unternehmen und zur Stelle passen, desto größer Ihre Chancen.

Bewerbung Praktikum: Die Berufserfahrung

Von Praktikanten erwartet man normalerweise keine umfassende Vorbildung. Das kann bei sehr begehrten Stellen bei renommierten Arbeitgebern durchaus anders sein. Aber auch kleine und mittelgroße Unternehmen verlangen mitunter langjährige Berufserfahrung.

Das können Sie ignorieren und sich trotzdem bewerben. Sie können aber auch von einer Bewerbung absehen. Denn manchmal liegt der Verdacht nahe, man will sich mit dem Praktikanten lediglich eine hochqualifizierte Billigkraft ins Haus holen. Das ist im Übrigen bei Trainee-Stellen manchmal ganz ähnlich.

Wägen Sie also gut ab. Als Faustregel gilt: Große Unternehmen erwarten mehr als kleine – auch von ihren Praktikanten. Sollte eine Drei-Mann-Agentur zu hohe Ansprüche haben, dann sagen Sie lieber ab. Als Praktikant sind Sie ein Lehrling, der zwar gerne wichtige Aufgaben und Verantwortung übernimmt, aber keine reguläre Arbeitskraft ersetzt.

Schülerpraktikum: Wie komme ich an einen Platz?

Man muss es nicht komplizierter machen, als es ist. Denn zur Wahrheit gehört auch: Viele Praktika werden ausschließlich über Vitamin B vergeben und über nichts anderes. Wenn Ihr Vater einen kennt, der in Unternehmen XY in der Personalabteilung arbeitet, könnte das schon die Eintrittskarte sein.

Speziell Schüler, die ein Schülerpraktikum absolvieren wollen, müssen nicht gleich einen Bewerbungsmarathon hinlegen. Gehen Sie im Unternehmen vorbei, an dem Sie interessiert sind, oder rufen Sie an – und fragen ganz unverbindlich nach, ob grundsätzlich die Möglichkeit auf ein Praktikum besteht.

Aber nicht vergessen: Der erste Eindruck zählt! Wenn Sie eloquent auftreten und nicht gerade einen Jogginganzug überstreifen, dann werden Sie eher als Bereicherung angesehen – und in eine freie Stelle vermittelt.

[Bildnachweis: mentatdgt by Shutterstock.com]

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