Curriculum Vitae: Darauf sollten Sie achten!

Curriculum Vitae ist ein Wortungetüm aus grauer Vorzeit – aber immer noch lebendig. In Deutschland wird der Begriff oft mit Lebenslauf übersetzt, in den USA zum CV verkürzt. Ohnehin begegnet Ihnen das Curriculum Vitae in Nordamerika und Großbritannien sehr viel häufiger. Es unterscheidet sich in wichtigen Details sowohl vom amerikanischen Resume als auch vom deutschen Lebenslauf. Wenn Sie beruflich nach New York oder London übersiedeln wollen, sollten Sie die Unterschiede kennen…

Curriculum Vitae Definition: Was ist das?

Curriculum Vitae ist – wie sie sicher schon vermutet haben – lateinisch. Es bedeutet übersetzt Lebenslauf. Für teutonische Zungen ist die Vokabel kein Selbstläufer. Das Wort ist lang, kompliziert und wird daher nur in Ausnahmefällen im Personalbüro genutzt. Warum auch Curriculum Vitae aussprechen, wenn man einfach Lebenslauf sagen kann?

Im englischen Sprachbereich aber ist der Terminus sehr viel geläufiger. Hier nutzt man sehr gerne die Wortkombination Curriculum Vitae – beziehungsweise die Abkürzung CV. Alternativen sind Resume und Vita.

Gemeint ist damit ein Lebenslauf, der möglichst übersichtlich gegliedert ist und die wichtigsten Karrierestationen des Bewerbers wiedergibt. Grundsätzlich gilt: Der Lebenslauf ist der wichtigste Teil der Bewerbung. Er enthält die wesentlichen Informationen und wird vom Personalverantwortlichen daher zur Entscheidungsgrundlage gemacht.

Und er zählt zu den Muss-Elementen in den Bewerbungsunterlagen – neben dem Anschreiben und den Anlagen wie Zeugnissen oder Arbeitsproben.

Was bedeutet das konkret für Sie als Bewerber? Geben Sie sich maximale Mühe bei der Erstellung des Lebenslaufs. Tipp: Sie können ihn auch in Deutschland mit Curriculum Vitae betiteln. Das klingt gebildet – gerade in akademischen Gefilden muss das kein Nachteil sein.

Und nutzen sie den Begriff Curriculum Vitae (bzw. die Abkürzung CV) auch dann, wenn Sie eine Bewerbung ins (westliche) Ausland versenden. Damit können Sie nur selten etwas falsch machen.




Curriculum Vitae: Das gehört hinein

Achtung: Fordert ein Arbeitgeber in der Bewerbung dazu auf, ein Curriculum Vitae einzusenden, dann verlangt er damit in der Regel einen englischen Lebenslauf. Sie sollten also nicht nur englisch sprechen, sondern auch die formalen Unterscheide beachten – gerade in international aufgestellten Unternehmen.

Das bedeutet, dass sie nicht einfach Ihren deutschen Lebenslauf eins zu eins übersetzen, wenn Sie sich im englischsprachigen Ausland bewerben. Auf diese Aspekte sollten Sie achten:

  • Persönliche Angaben

    Möglicher Diskriminierung wollen die Amerikaner schon bei der Bewerbung einen Riegel vorschieben. Verzichten Sie daher im CV auf Angaben zu Ihrem Alter, Geschlecht, Religion und Nationalität. Das ist wohlgemerkt keine Bitte, sondern eine klare Ansage! In Großbritannien gilt das Gleiche.

  • Foto

    Auch das Bewerbungsfoto kleben sie nicht in Ihr Curriculum Vitae – und auch sonst nirgendwohin. Keine Fotos, mehr Chancengleichheit – so lautet die Gleichung der Angelsachsen (sowohl in den USA als auch in UK).

  • Länge

    Das englische Curriculum Vitae ist im Vergleich zum deutschen Lebenslauf etwas länger. Es kann aus zwei bis maximal drei Seiten bestehen. Das amerikanische Resume ist dagegen ähnlich knapp. Nicht mehr als eine Seite!

  • Aufbau

    Der englische Lebenslauf hat sich auch in Deutschland längst durchgesetzt. Diesbezüglich müssen Sie sich also nicht umstellen. Die letzten Arbeitsstationen kommen zuerst. Danach arbeiten Sie sich in zeitlich umgekehrter Reihenfolge immer weiter bis in die Vergangenheit vor. Die aktuelle Station zuerst, die erste Station zuletzt.

  • Referenzen

    Referenzen haben in den USA und Großbritannien einen höheren Stellenwert als bei uns. Warum? Arbeitszeugnisse sind dort nicht üblich, also müssen sich Arbeitgeber auf andere Quellen verlassen. Bauen Sie also unbedingt Referenzen in Ihre Bewerbung ein. Die Ansprechpartner sollten Sie vorher aktiv ansprechen. Wundern Sie sich nicht, wenn sich Ihr Wunsch-Arbeitgeber telefonisch bei einer Referenz meldet.

  • Schluss

    In der deutschen Bewerbung steht die handschriftliche Unterschrift für Vollständigkeit und Glaubwürdigkeit. Im angelsächsischen Kulturraum können Sie die Unterschrift weglassen.

Curriculum Vitae: So ist es aufgebaut

Inhaltlich besteht das Curriculum Vitae aus diesen Elementen:

  • Personal Data

    Trotz aller Bemühungen um Antidiskriminierung: Anonym ist das Curriculum Vitae natürlich nicht. Sie geben im CV zwingend Ihren vollständigen Namen, Adresse, Telefonnummer und E-Mail-Adresse an. Der Name gehört in die erste Zeile, alle anderen Angaben finden darunter Platz. Achten Sie zudem darauf, Umlaute auszuschreiben, also zum Beispiel: Thomas Mueller oder Gerhard Schroeder oder Diane Krueger. Und bei allem Sinn für Humor, der speziell den Briten nachgesagt wird: Setzen Sie auf eine seriöse E-Mail-Adresse. Also nicht so etwas wie sweetheart555@gmail.com oder rockybalboa89@me.com

  • Personal Profile

    Hier stehen zwei, drei Sätze, die Sie näher beschreiben. Ihre herausragenden Eigenschaften oder Befähigungen. Bitte kein substanzloses Blabla, sondern aussagekräftige Dreizeiler. Dieser Abschnitt ist aber optional. Bevor Sie Unsinn schreiben, lassen Sie ihn komplett weg.

  • Education/Academic Qualification

    Sie listen an dieser Stelle Ihre schulische Bildung mitsamt Ihrer Abschlüsse auf – in umgekehrt chronologischer Reihenfolge. Auch die Fort- und Weiterbildungen (Advanced Training) können Sie hier unterbringen. Sofern sie über einen Hochschulabschluss verfügen, können sie den Namen der Arbeit oder Dissertation nennen und das Thema kurz umreißen.

  • Work Experience

    Im Deutschen spricht man vom beruflichen Werdegang. Ihre Arbeitsstationen zählen Sie ebenfalls in umgekehrt chronologischer Reihenfolge auf: die aktuelle oder letzte Station ganz am Anfang, die erste zum Schluss. Vollständigkeit ist dabei nicht erste Bürgerpflicht. Sie sollten zwar Lücken nach Kräften vermeiden, müssen andererseits aber nicht jede irrelevante Stelle angeben. Beispiel: Wenn Sie während der Uni als Kassierer gejobbt haben, dann nehmen Sie diese Station nur auf, wenn Sie sich im Einzelhandel oder Vertrieb bewerben. Andernfalls lassen Sie sie weg.

    Wichtig sind der Zeitraum der Anstellung, der Firmenname mitsamt Internetlink, der Standort sowie die genaue Berufsbezeichnung. Erfolge oder besondere Projekte können ergänzt werden.

    Eine Kurzversion genügt aus, wenn Sie ein US-amerikanisches Resume verfassen: In diesem Fall listen sie lediglich zwei oder drei für die Stelle relevanten Jobs auf – den wichtigsten Job zuerst. Wenn man den Lebenslauf nach Fähigkeiten gewichtet, spricht man auch vom Functional Resume. Aus Bewerbersicht besteht der große Vorteil darin, dass Lücken im Lebenslauf plötzlich keine Rolle mehr spielen.

  • Skills

    An diese Stelle kommen bislang unerwähnte Fähigkeiten. Das können Sprachkenntnisse und EDV Kenntnisse sein. Auch der Führerschein kann hier auftauchen, sofern er eine Relevanz für die Stelle hat.

  • Activities/Engagement

    Haben Sie spezielle Interessen, Ehrenämter und Hobbys? Diese finden hier Platz. Aber bitte wiederum nur dann, wenn sie einen Bezug zur Arbeitsstelle aufweisen. Oder wenn Sie Soft Skills wie Teamfähigkeit oder Leadership-Qualitäten unterstreichen. Eine Mannschaftssportart etwa könnte auf einen ausgeprägten Teamgeist hindeuten. Vorsicht bei Extremsportarten: Es soll Arbeitgeber geben, für die Paragliding oder Freestyle Skiing aufgrund der hohen Verletzungsgefahr ein rotes Tuch sind. Lieber weglassen!

  • References

    Auch in Deutschland gewinnen Referenzen in der Bewerbung an Bedeutung. Menschen vertrauen vor allem dem Urteil anderer Menschen – daran wird sich bis auf Weiteres nichts ändern. Wenn Sie sich in den USA mit Ihrem Curriculum Vitae bewerben, sind Referenzen noch wichtiger. Beachten Sie: Eine Reference beinhaltet in der Regel zwei Personen. Diese können über ihre Erfahrungen mit Ihnen Auskunft geben – und sie werden in der Realität häufig wirklich kontaktiert. Geben sie also neben den Namen auch die Telefonnummern und E-Mail-Adressen an. Vorher fragen Sie Ihre Referenzgeber, ob diese einverstanden sind. Und wählen Sie bitte nur solche aus, zu denen Sie ein gutes Verhältnis haben und die Sie wohlwollend bewerten.

Curriculum Vitae oder Resume?

Welches Format wählen Sie nun, wenn Sie sich in den USA bewerben: Curriculum Vitae oder Resume? Relevant ist vor allem der Sektor, in dem Sie sich bewerben. Auch als Akademiker schreiben Sie ein Resume, wenn Sie in der Privatwirtschaft oder in einer nicht-akademischen Stelle anheuern wollen.

Der Arbeitgeber will sich nur einen kurzen Überblick über Sie verschaffen. Knappe, harte Facts, kein Fließtext! Sämtliche Informationen, die für die Stelle nicht relevant sind, streichen Sie – sogar dann, wenn es sich um wissenschaftliche Publikationen handelt.

Tipp: Formulieren Sie im Aktiv und positiv. Sogenannte Action Words wie enabled oder achieved können helfen.

Wenn Sie aber in die Forschung gehen oder einen akademischen Beruf ergreifen wollen, dann entscheiden Sie sich fürs Curriculum Vitae. Das CV bietet mehr Platz für Ihre Stationen und Leistungen, kann sogar über zwei oder drei Seiten hinausgehen. Sie können jedes Projekt auflisten und beschreiben.

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Curriculum Vitae: Was noch anders ist

Im deutschen Lebenslauf führen Sie die einzelnen Stationen in Stichpunkten auf. Im Curriculum Vitae können bzw. sollten Sie sie ausführlicher umschreiben. Die Stichpunkte ergänzen Sie durch Fließtext und beschließen ihn am Ende mit einem Punkt.

Vorteil: Sie können sich auf diese Weise sehr gut in Szene setzen. Sie können sich selbst besser vermarkten und präsentieren. Und genau das ist ja schließlich der Sinn einer Bewerbung.

Dabei geht es auch um Ihre harten Skills. Versuchen Sie, diese im Curriculum Vitae so herauszuarbeiten, dass sie den Empfänger überzeugen. Ihre Befähigungen müssen zu den Vorgaben in der Stellenbeschreibung passen.

Wichtig ist, dass Sie ein Gespür dafür entwickeln, welche Fähigkeiten Muss-Anforderungen sind und welche Kann-Anforderungen. Die Muss-Anforderungen sind Pflicht. Sie müssen sich in Ihrem Curriculum Vitae wiederfinden, sonst hat Ihre Bewerbung kaum Aussicht auf Erfolg. Die Kann-Anforderungen sind hingegen keine Grundvoraussetzungen, aber erhöhen Ihre Chancen.

Nicht immer ist es einfach, die Muss- von den Kann-Anforderungen zu unterscheiden. Sie erkennen Muss-Anforderungen zum Beispiel an diesen Formulierungen:

  • Sie bringen mit
  • Wir erwarten
  • Voraussetzung ist
  • Erforderlich sind
  • …setzen wir voraus

Kann-Anforderungen sind nicht so streng formuliert. Hier einige Beispiele:

  • Wünschenswert sind Kenntnisse in…
  • Idealerweise…
  • Hinreichende Erfahrungen…
  • Wenn Sie zusätzlich mitbringen
  • Wir würden uns außerdem freuen
  • Hilfreich sind…

CV: Keywords unterbringen!

CV: Keywords unterbringen!Fast alle großen US-Konzerne nutzen nach Medienberichten mittlerweile Recruiting-Software. Diese sogenannten Applicant tracking systems scannen die Lebensläufe der Bewerber nach den wichtigsten Keywords ab.

So grenzen die Unternehmen den Kandidatenpool vorab ein. Als Bewerber sollten Sie also peinlich genau darauf achten, die richtigen Begriffe zu nennen. Schauen Sie ganz genau hin, was in der Bewerbung verlangt wird! Beispiel: Wenn das Unternehmen einen Data Scientist sucht, dann geben Sie sich auch als Data Scientist aus – und nicht als Data Engineer oder Data Specialist. Wenn Ihre letzte offizielle Berufsbezeichnung Data Engineer gelautet hat, ersetzen Sie den Begriff trotzdem durch Data Scientist oder ergänzen ihn. Nennen Sie vorsichtshalber mehrere Synonyme. Andernfalls könnte Sie das System einfach aussortieren.

Auch Interessen sind den Personalern wichtig. Sie können Sympathiepunkte bringen. Geheimtipp für ganz Abgebrühte: Surfen sie auf das Linkedin-Profil Ihres Ansprechpartners im Unternehmen. Von den Interessen, die er oder sie dort eingetragen hat, suchen Sie sich eines oder zwei heraus und geben sie in Ihrer Bewerbung als Hobbys an (es sei denn, Sie haben damit wirklich so gar nichts am Hut).

Das ist zugegeben berechnend und geradezu hinterlistig. Andererseits: Gemeinsamkeiten bringen Sympathie. Und Sympathien bringen Ihnen den Job…

[Bildnachweis: Stokkete by Shutterstock.com]

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