Anlagen Bewerbung: Diese gehören hinein

Zu einer vollständigen Bewerbung gehören Anlagen. Damit sind Dokumente gemeint, die Angaben des Bewerbers bestätigen oder untermauern. Zu den wichtigsten Anlagen zählen Zeugnisse, in manchen Berufen müssen Bewerber auch Arbeitsproben mitliefern. So mancher kommt dabei durcheinander. Welche Anlagen soll ich mitliefern und welche nicht? Und in welcher Reihenfolge? Anlagen Bewerbung: So sortieren Sie alles richtig…

Anlagen Bewerbung

Anlagen Bewerbung: Das ist wichtig

Zunächst sollten Ihre Anlagen in der Bewerbung eine logische Reihenfolge aufweisen. Dafür gibt es das Anlagenverzeichnis. Hier führen Sie auf, welche Anlagen Sie beigefügt haben und in welcher Reihenfolge. Dies gibt dem Personalentscheider einen kurzen Überblick.

Sie haben diese zwei Möglichkeiten:

  • Chronologisch: Es ist ganz einfach. Sie sortieren Ihre Zertifikate, Zeugnisse und sonstigen Referenzen in der zeitlichen Reihenfolge, in der Sie sie erworben haben.
  • Synchron: Der Lebenslauf wird heute üblicherweise im amerikanischen Stil verfasst. Sie schreiben also Ihre aktuelle Position zuerst und arbeiten sich immer weiter in die Vergangenheit vor. In diesem Fall können Sie die Anlagen so sortieren, dass ihre Reihenfolge den Stationen in Ihrem Lebenslauf entspricht. Zuerst kommen demnach die Anlagen, die Sie in Ihrer aktuellen bzw. letzten Position erworben haben.

Wofür Sie sich auch entscheiden: Die Reihenfolge sollte unbedingt logisch sein. Wenn Sie die Unterlagen wild durcheinanderwürfeln, lässt das womöglich Rückschlüsse auf Ihre Arbeitsweise zu. Chaotisch, unorganisiert, nicht durchdacht – diesen Eindruck wollen Sie beim Empfänger nicht hinterlassen.




Anlagen Bewerbung: Die gehören hinein

Diese Dokumente können Sie als Anlagen Ihrer Bewerbung beifügen. Senden Sie wohlgemerkt immer nur Kopien mit, nie Originale!

  • Schulabschlusszeugnisse
  • Ausbildungszeugnisse
  • Praktikumszeugnisse oder -nachweise
  • Arbeitszeugnisse
  • Auslandszeugnisse (mit beglaubigter Übersetzung)
  • Fortbildungsnachweise (sofern für die Stelle relevant)
  • Führungszeugnis/Gesundheitszeugnis (falls verlangt)
  • Referenzen/Empfehlungsschreiben (von ehemaligen Kunden, Vorgesetzten, Professoren etc.)
  • Arbeitsproben (in bestimmten Berufen)
  • Kompetenzprofil (vor allem bei Berufswechslern)
  • Bescheinigungen über ehrenamtliches Engagement

Stationen im Ausland kommen bei den meisten Arbeitgeber gut an. Nachweise oder Zeugnisse, die Sie dort erhalten haben, sollten Sie unbedingt ins Deutsche übersetzen und beglaubigen lassen – und der Bewerbung beifügen. Das gilt auch für Hochschulzeugnisse. Nicht jeder Personalverantwortliche kann mit englischen Dokumenten etwas anfangen. Und mit chinesischen oder spanischen erst recht nicht.

Anlagen Bewerbung: Arbeitszeugnis nicht vergessen!

Anlagen Bewerbung ArbeitszeugnisEin Arbeitszeugnis ist nicht per se ein glaubwürdiges Dokument. In der Tat schreiben viele Arbeitnehmer ihr Zeugnis selbst – oder sie erhalten ein allzu wohlwollendes. Das ist so.

Und dennoch: Überflüssig sind Arbeitszeugnisse keineswegs. Die meisten Personaler erwarten weiterhin, dass Bewerber ihre Arbeitszeugnisse vollständig ihrer Bewerbung beifügen. Viele Absagen gründen sich auf vorgelegte Arbeitszeugnisse.

Und jetzt kommt der entscheidende Punkt: Die geringsten Erfolgsaussichten haben Bewerbungen, denen gar kein Arbeitszeugnis beigelegt ist. Sie erwecken den Eindruck, als habe der Bewerber etwas zu verbergen.

Darum: Besser schlechte (oder durchschnittliche) Arbeitszeugnisse als gar keine!

Anlagen in der Bewerbung: Diesen Zweck haben sie

Tipp: Senden Sie stets Anlagen mit! Es sei denn, Sie reichen eine formlose Bewerbung oder eine Kurzbewerbung ein. Dann sind Anlagen überflüssig, weil unnötiger Ballast.

Überladen sollten Sie Ihre Bewerbung andererseits nicht mit Anlagen. Kein Personaler hat Zeit und Lust, sich durch ein ganzes Buch an Unterlagen zu arbeiten. Beschränken Sie sich also auf die relevanten Anlagen. Abr welche sind das? Dazu muss man sich zunächst folgende Fragen stellen:

Welchem Zweck dienen Anlagen eigentlich?

Anlagen sollen den Eindruck des Personalers verfeinern. Sie sind ein objektiver Beleg für die Angaben, die Sie selbst im Lebenslauf gemacht haben. Denn die Anlagen wurden nicht vom Bewerber selbst verfasst, sondern von einem Dritten. Sie verleihen Ihrer Bewerbung Glaubwürdigkeit. Außerdem können Sie relevante Zusatzinfos und interessante Details enthalten – über Ihre Qualifikationen oder Tätigkeiten zum Beispiel.

Relevant sind somit alle Unterlagen, die belegen, dass Sie die notwendigen Qualifikationen für die ausgeschriebene Stelle haben. Und die zeigen, dass Sie diesbezüglich Erfahrungen und Erfolge vorweisen können.

Auch für das Anlagenverzeichnis gilt: Schneidern Sie es individuell auf den jeweiligen Arbeitgeber zu. Ein branchenfremdes Praktikum ist für ihn wahrscheinlich komplett uninteressant.

Auch sinkt die Relevanz alter Unterlagen mit fortschreitender Dauer. Beispiel Abiturzeugnis: Wenn Sie über 30 und als Akademiker schon jahrelang im Beruf sind, müssen es bei Ihrer Bewerbung nicht mehr beilegen – Hochschulzeugnis genügt! Wie gesagt: Zeit und Lust des Personalers sind endlich.

Außerdem können Sie Unterlagen bei Bedarf immer noch nachreichen.

Anlagen Bewerbung: Wie viele sind zu viel?

Versetzen Sie sich in die Lage des Personalentscheiders: Will und wird er sich wirklich all Ihre Zeugnisse, Fortbildungsnachweise, Zertifikate gewissenhaft durchlesen? Nein, er scannt alles kurz ab und nimmt sich dann die wichtigsten Unterlagen vor.

Außerdem: Sie selbst sparen Zeit und Nerven, wenn Sie sich nur auf die wichtigsten Dokumente konzentrieren. Überflüssigen Ballast sortieren Sie aus. Die Frage ist nur: Was ist denn relevant – und was ist Ballast?

Diese Anlagen gehören hinein:

  • Nur der Nachweis der höchsten (Hoch)Schulausbildung. Akademikern reicht einzig das Bachelor- oder Masterzeugnis. Nicht-Akademiker fügen ihr Abiturzeugnis, mittlere Reife oder Hauptschulabschluss bei.
  • Nicht mehr als drei qualifizierende Arbeitszeugnisse. Das sollten optimalerweise die letzten drei Arbeitszeugnisse sein. Es könnten aber auch die drei wichtigsten sein — oder die drei, die inhaltlich am besten zur angestrebten Stelle passen.
  • Nicht mehr als zwei Referenzen. Am besten, die Referenzen sind so aktuell wie möglich.

Anlagen Bewerbung: Ehrlich bleiben!

Anlagen Bewerbung EhrlichkeitEhrlich währt am längsten. Ja, die alte Redewendung ist in die Jahre gekommen. Gültig ist sie aber noch immer. Bleiben Sie also in Ihrer Bewerbung bei der Wahrheit – auch in Bezug auf die Anlagen!

Falls Sie etwa die negative Beurteilung aus Ihrem letzten Job unterschlagen wollen, dann fällt das dem geübten Auge auf. Kritische Nachfrage im Vorstellungsgespräch garantiert. Besser, Sie sprechen den Makel im Anschreiben oder spätestens im Bewerbungsgespräch proaktiv an und erklären oder relativieren ihn.

Auch dann gilt: Nicht lügen, aber hübscher ausmalen oder zu Ihren Gunsten interpretieren dürfen Sie einen unschönen Abgang natürlich schon.

E-Mail-Bewerbung: Tipp für die Anlagen

Das ist speziell bei einer E-Mail-Bewerbung wichtig:

  1. PDF-Dokument

    Fassen Sie Ihre Bewerbung in der richtigen Reihenfolge in einem (!) PDF-Dokument zusammen. Das beinhaltet neben Anschreiben, Deckblatt und Lebenslauf auch Ihre Anlagen. So hat der Empfänger alle notwendigen Unterlagen an einem Ort. Ein Klick genügt – das erleichtert ihm die Arbeit.

  2. Titel

    Dem PDF-Dokument geben Sie einen passenden Dateinamen. Er soll den Inhalt korrekt wiedergeben und dem Empfänger die Zuordnung erleichtern. Eine sinnvolle Beschriftung wäre etwa: Max_Mustermann_Bewerbungsunterlagen_Meistermann-AG.

  3. Dateigröße

    Die Faustregel besagt: Verschicken Sie keine Dokumente mit mehr als 5 MB! Alles darüber wäre zu viel und könnte womöglich zu technischen Problemen führen. Sie zeigen dadurch übrigens auch, dass Ihre EDV-Kenntnisse nicht in der Urzeit stehengeblieben sind.

  4. Kontrolle

    Schicken Sie Ihre Bewerbung zur Kontrolle vorher einmal an sich selbst. So können Sie checken, ob alles sitzt – und die Anlagen richtig im PDF zusammengefügt wurden.

Alles Anlagen oder was?

Anlagen Bewerbung AnhangSie können im Lebenslauf von Anlagen sprechen. Es gibt aber noch andere Synonyme. Alle sind richtig und akzeptiert. Suchen Sie sich einfach Ihren Favoriten heraus:

  • Anlagen
  • Anlagenverzeichnis
  • Inhalt
  • Anhang
[Bildnachweis: Stock-Asso by Shutterstock.com]

Diesen Artikel weiterempfehlen:

Diese Artikel fanden andere Leser interessant: