Kurzbewerbung: Wie Sie mit ihr punkten

Eine Kurzbewerbung soll Interesse wecken und die Kontaktaufnahme erleichtern. Hat das Unternehmen Interesse, kann es die vollständige Bewerbungsmappe anfordern. Wenn nicht, kann sich der Bewerber weitere Anstrengungen sparen. Für beide Seiten ist eine Kurzbewerbung mit weniger Aufwand und Zeitersparnis verbunden. Vor allem auf Karriere- und Jobmessen ist es sinnvoll, eine Kurzbewerbung im Gepäck zu haben, um sie an potenzielle Arbeitgeber verteilen zu können. Aber Achtung: Nicht immer ist es von Vorteil, eine Kurzbewerbung statt einer vollständigen zu verschicken…

Kurzbewerbung: Was ist das?

Eine Kurzbewerbung ist – wie der Name schon vermuten lässt – die Kurzversion einer Bewerbung. Sie besteht lediglich aus…

Eine Kurzbewerbung hat also nicht mehr als zwei oder maximal drei Seiten. Sie verzichtet komplett auf Anlagen, Zeugnisse, oft sogar auf das Bewerbungsfoto. Man könnte in der Tat von einer Schmalspurbewerbung sprechen, aber einer mit reellen Erfolgsaussichten…




Kurzbewerbung: Wer braucht sie?

Die Kurzbewerbung ist zunächst kein Ersatz für eine vollständige Bewerbung. Sie ist so etwas wie ein Appetizer, eine Vorspeise, ein Lockmittel.

Sie soll das Kennenlernen einleiten und den Weg zum Vorstellungsgespräch ebnen. Sie dient der Kontaktaufnahme, soll das Interesse des potenziellen Arbeitgebers ausloten.

Der Hauptgrund: Personaler widmen jeder Bewerbung im Schnitt nur zwei bis fünf Minuten. In dieser Zeit muss der Bewerber überzeugt oder zumindest einen guten ersten Eindruck hinterlassen haben. Auf Anschreiben und Lebenslauf kommt es dabei in besonderem Maße an.

Hat der Personaler nun Interesse, kann er die kompletten Bewerbungsunterlagen anfordern und sich ein vollständiges Bild vom Bewerber machen – oder ihn anrufen oder direkt zum Vorstellungsgespräch einladen. Besteht kein Interesse, kann sich der Bewerber weitere Mühen sparen. Auch für den Personaler ist die Durchsicht einer kurzen Bewerbung Kurzbewerbung mit weniger Aufwand verbunden.

Darum bieten auch schon einige Unternehmen eine Kurzbewerbung an, die Bewerber elektronisch per E-Mail oder Online-Formular übermitteln können. Auf Papier können Sie sie zum Beispiel auf einer Jobmesse überreichen. Dann wird sie zum Giveaway – zum unverbindlichen Angebot an Unternehmen.

Auch bei Aushilfs- oder Nebenjobs reicht in der Regel eine Kurzbewerbung völlig aus – oder wird sogar ausdrücklich verlangt. Schließlich kommt es bei diesen Jobs nicht auf hochtrabende Qualifikationen und Zertifikate an – Anlagenmarathon überflüssig.

Formell sollte die Kurzbewerbung sachlich gehalten sein und auf optischen Schnickschnack verzichten. Auch ist sie in der Regel nicht individuell auf das jeweilige Unternehmen zugeschnitten, sondern enthält „nur“ die wesentlichen Informationen über den Kandidaten.

Kurze Bewerbung: Das gehört hinein

Hauptbestandteil ist der tabellarische Lebenslauf. Er zeigt dem Personaler an, ob der Bewerber über die notwendigen Qualifikationen und entsprechende Berufserfahrung verfügt. Darum sollte man den Lebenslauf mit großer Sorgfalt erstellen, neben Inhalt auch auf die Form achten.

Das Anschreiben fällt in der Kurzbewerbung nicht so detailreich aus wie in einer „normalen“ Bewerbung. Der Bewerber sollte darin möglichst zum Ausdruck bringen, dass er über einen ausgeprägten Leistungswillen und Motivation, eine gute Arbeitsethik und spezielle Qualifikationen verfügt.

Sie können auch mehrere Varianten des Anschreibens verfassen, die sich in Nuancen unterscheiden und der Bewerbung somit ein Stück gefühlte Individualität verabreichen, wenn Sie sie auf der Messe verteilen. Oder aber, sofern Sie schon wissen, wem Sie die Kurzbewerbung auf der Jobmesse überreichen wollen, natürlich auch den Namen des Unternehmens und ein gänzlich individualisiertes Anschreiben verfassen. Grundsätzlich kommt es bei Personalern gut an, wenn sie das Gefühl haben, das Anschreiben sei nur für sie und für niemanden sonst geschrieben worden.

Geheimtipp: Stecken Sie Ihre Kurzbewerbung in eine Kladde oder Hülle, die den Unternehmensfarben des Arbeitgebers in spe entspricht. Das suggeriert Zugehörigkeit.

Checkliste: Das können Sie weglassen!

Das sind die wichtigsten Elemente einer Kurzbewerbung:

Auf Bewerbungsmappe, Arbeitszeugnisse, Qualifikationsnachweise und Deckblatt können Sie verzichten. Und auf alle anderen Elemente einer vollständigen Bewerbung. Die besteht aus:

  • Bewerbungsanschreiben
  • Deckblatt
  • Lebenslauf
  • Bewerbungsfoto
  • Ausbildungszeugnisse
  • Arbeitszeugnisse
  • Fortbildungsnachweise
  • Kopie des Führerscheins
  • Kopie des Führungszeugnisses

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Kurzbewerbung: Und dann?

Die Kurzbewerbung ist wie eine Visitenkarte. Sie soll die Kontaktaufnahme erleichtern und Interesse wecken. Aber ob sich der Empfänger wirklich melden wird, ist höchst ungewiss. Darum gibt es nur eine Strategie: Abwarten!

Beißt der Personaler an, wird er Sie auffordern, ihm weitere Unterlagen zu senden – oder sogar zum Vorstellungsgespräch zu erscheinen. Beißt er nicht an, können Sie sich weitere Mühen (vorerst) sparen.

Es kommt also stark auf die Situation des Unternehmens an. Sind Plätze vakant, ist noch Budget für Neueinstellungen vorhanden? Nehmen Sie also eine Absage – bzw. eine fehlende Rückmeldung – nicht persönlich. Sie kann unzählige Gründe haben. Aber vielleicht haben Sie ja Glück.

Und noch etwas: Wenn Sie sich ernsthafte Chancen ausrechnen, weil Sie wissen, dass das Unternehmen wächst oder auf Personalsuche ist, dann verzichten Sie auf die Kurzbewerbung und gehen direkt den Weg der (vollständigen) Initiativbewerbung.

Denn eine Kurzbewerbung könnte Ihnen im schlimmsten Fall auch negativ ausgelegt werden. Nach dem Motto: „Da will sich wohl jemand keine Mühe machen!“

Die größten Vorteile

Die größten Vorteile einer Kurzbewerbung sind:

  • Sie spart dem Empfänger Zeit und verursacht weniger Aufwand.
  • Sie gibt dem Empfänger einen guten ersten Überblick.
  • Sie kann vom Verfasser beliebig oft kopiert und verwendet werden.
  • Sie ist speziell für Job- und Karrieremessen gut geeignet, um dort Kontakte zu knüpfen.
  • Sie ist im Vergleich zur Visitenkarte die bessere und nachhaltigere Form der Kontaktaufnahme.
  • Sie ist ein gute Möglichkeit, um die Erfolgsaussichten einer Initiativbewerbung auszuloten.

Die größten Nachteile

Die größten Nachteile einer Kurzbewerbung sind:

  • Sie ist kein Ersatz für eine vollständige Bewerbung. Hat das Unternehmen Interesse, kommt also zusätzliche Arbeit auf den Bewerber zu.
  • Sie enthält nur die nötigsten Informationen, aber oft zu wenige gute Argumente, um ein Unternehmen restlos zu überzeugen.
  • Sie bietet zu wenig Platz für Bewerber, um sich abzuheben und die individuellen Stärken herauszustellen.

Kurze Bewerbung: Auf dem Vormarsch?

Per Smartphone bewerben – das ist nicht unbedingt empfehlenswert, weil fehleranfällig. Aber der Trend geht zweifellos in diese Richtung. Viele Kandidaten würden sich gerne mobil bewerben.

Laut einer Umfrage des Internet-Portals meinestadt.de sagte die Hälfte von 102 befragten Personalern, dass sie mobile Bewerbungen akzeptiere, weil sie diese als zeitgemäß empfinde und sich einen schnelleren Prozess davon verspreche.

Das zeigt: Zeitersparnis ist die Trumpfkarte einer kurzen Bewerbung. Deshalb könnte sie in Zukunft noch weitaus beliebter – und üblicher werden.

[Bildnachweis: AboutLife by Shutterstock.com]

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